Beschreibung der Studie

Seit Mitte 2015 wird nahezu täglich in Fachmedien und der Boulevardpresse über die seit mehreren Jahren bestehende Flüchtlingskatastrophe im Mittelmehr berichtet. Die aktuell bekannten Migrationsrouten über das Mittelmeer führen von Libyen aus nach Sizilien, Malta und Griechenland. Neben verschiedenen Non Gouvermental Organisationen (NGO) wie „Ärzte ohne Grenzen“ betreiben einige Anrainerstaaten wie z.B. Italien Anstrengungen um zumindest die Überlebenschancen zu verbessern. Vor dem Hintergrund dieses Migrantenstroms von Afrika und dem Nahen Osten in Richtung Europa ergab sich die Notwendigkeit einer ausgedehnten, humanitären Unterstützungsmission der Europäischen Union „Seenotrettung im Mittelmeer“ resp. EUNAVFOR MED (European Naval Forces Mediterranean) an der sich die Bundesrepublik mit zwei Fregatten der Bundeswehr beteiligt. Dass Kriegsschiffe, genausowenig wie die von NGO gecharterten Schiff zur Rettung von mehreren 100 Seebrüchigen kaum geeignet sind liegt u.a. an baulichen Gegebenheiten. Die wesentlichen medizinischen Herausforderungen bei dieser Art Einsatz stellten sowohl die zeitkritische Erstsichtung und Versorgung von 500 bis 600 ISGP pro in Seenot geratenem Flüchtlingsboot als auch die vorherrschenden klimatischen Bedingungen dar. Viele der Flüchtlinge haben einen psychisch wie physisch langen Leidensweg hinter sich. Nach den Umständen im Heimatland mit Verfolgung, Unterdrückung, Gewalt, Misshandlung und Verlust von Familienangehörigen, die sie zum Verlassen des eigenen Landes gezwungen haben, kommen die Strapazen einer langen und unsicheren Flucht hinzu. Bis zur Möglichkeit eines der kleinen Flüchtlingsboote besteigen zu dürfen, werden die Flüchtlinge in Verstecken und Häusern an der Küste zusammen „gepfercht“ und warten dort unter desolaten hygienischen Bedingungen Tage bis Wochen. Somit gehen die Flüchtlinge schon geschwächt und mit zahlreichen Verletzungen / Erkrankungen auf die Überquerung des Mittelmeers. Dies führt in bis zu 60% der Fälle zu einem desolaten medizinischen Allgemeinzustand. Fragestellungen • Mit welchen medizinischen Erfordernisse ist bei einem derartigen Rettungseinsatz zu rechnen? • Sind die durchgeführten apparativen Untersuchungen (Pulsfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körperkerntemperatur) im Rahmen der Erstsichtung geeignet um kranke / verletzte Patienten zu identifizieren? Material und Methodik Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine sog. Sekundärdatenanalyse. Das heißt, dass die Daten bereits zu einem anderen Zweck erhoben wurden und nun wissenschaftlich untersucht werden. Dabei werden bestehende Empfehlungen wie man eine solche Datenauswertung vornimmt eingehalten. Die Studie wurde von der Ethikkommission der Universität Ulm genehmigt. Ein- und Ausschlusskriterien In die Studie wurden alle Personen eingeschlossen welche im Untersuchungszeitraum in Seenot gerieten und durch die Fregatte gerettet wurden. Es existierten keine Ausschlusskriterien. Bei der Auswertung wurden auch verschiede Untergruppen miteinander verglichen: • Flüchtlingsboot von dem die in Seenot geratenen Personen gerettet wurden • Erkrankte / Verletzte Patienten gegenüber gesunden Personen (=Beteiligte) • Patient im Notlazarett behandelt • Altersgruppen • Schwangerschaft Biometrische Verfahren: Die Studiendaten werden mittels wissenschaftlich etablierter Verfahren ausgewertet. Auch negative Ergebnisse werden veröffentlicht

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Identifikation eines behandlungsbedürftigen Patienten. Hierzu wurden bei allen aus Seenot geretteten Flüchtlingen eine kursorische klinische Untersuchung durchgeführt. Gleichzeitig wurde periphere Sauerstoffsättigung, Pulsfrequenz und Körperkerntemperatur bestimmt.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 1500
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Epidemiologische Studie
Finanzierungsquelle Bundeswehrkrankenhaus UlmKlinik für Anästhesie und IntensivmedizinSektion Notfallmedizin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • alle in Seenotgeratenen Personen die mit der Fregatte der Bundeswehr im Rahmen der EUNAVOR MED Mission im Studienzeitraum aus Seenot gerettet wurden

Ausschlusskriterien

  • keine

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Seit Mitte 2015 wird nahezu täglich in Fachmedien und der Boulevardpresse über die seit mehreren Jahren bestehende Flüchtlingskatastrophe im Mittelmehr berichtet. Die aktuell bekannten Migrationsrouten über das Mittelmeer führen von Libyen aus nach Sizilien, Malta und Griechenland. Neben verschiedenen Non Gouvernmental Organisationen (NGO) wie „Ärzte ohne Grenzen“ betreiben einige Anrainerstaaten wie z.B. Italien Anstrengungen um zumindest die Überlebenschancen zu verbessern. Vor dem Hintergrund dieses Migrantenstroms von Afrika und dem Nahen Osten in Richtung Europa ergab sich die Notwendigkeit einer ausgedehnten, humanitären Unterstützungsmission der Europäischen Union „Seenotrettung im Mittelmeer“ resp. EUNAVFOR MED (European Naval Forces Mediterranean) an der sich die Bundesrepublik mit zwei Fregatten der Bundeswehr beteiligt. Dass Kriegsschiffe, genausowenig wie die von NGO gecharterten Schiff zur Rettung von mehreren 100 Seebrüchigen kaum geeignet sind liegt u.a. an baulichen Gegebenheiten. Die wesentlichen medizinischen Herausforderungen bei dieser Art Einsatz stellten sowohl die zeitkritische Erstsichtung und Versorgung von 500 bis 600 ISGP pro in Seenot geratenem Flüchtlingsboot als auch die vorherrschenden klimatischen Bedingungen dar. Viele der Flüchtlinge haben einen psychisch wie physisch langen Leidensweg hinter sich. Nach den Umständen im Heimatland mit Verfolgung, Unterdrückung, Gewalt, Misshandlung und Verlust von Familienangehörigen, die sie zum Verlassen des eigenen Landes gezwungen haben, kommen die Strapazen einer langen und unsicheren Flucht hinzu. Bis zur Möglichkeit eines der kleinen Flüchtlingsboote besteigen zu dürfen, werden die Flüchtlinge in Verstecken und Häusern an der Küste zusammen „gepfercht“ und warten dort unter desolaten hygienischen Bedingungen Tage bis Wochen. Somit gehen die Flüchtlinge schon geschwächt und mit zahlreichen Verletzungen / Erkrankungen auf die Überquerung des Mittelmeers. Dies führt in bis zu 60% der Fälle zu einem desolaten medizinischen Allgemeinzustand. Fragestellungen • Mit welchen medizinischen Erfordernisse ist bei einem derartigen Rettungseinsatz zu rechnen? • Sind die durchgeführten apparativen Untersuchungen (Pulsfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körperkerntemperatur) im Rahmen der Erstsichtung geeignet um kranke / verletzte Patienten zu identifizieren? Material und Methodik Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine Sekundärdatenanalyse (Primärforschung – epidemiologisch, beobachtend). Sämtliche Rohdaten wurden im Rahmen der Erstsichtung und der medizinischen Versorgung von in Seenot geratenen Menschen auf einer Fregatte der Bundeswehr im Zeitraum von Mai 2015 bis September 2015 erhoben. Sowohl die STROBE Empfehlungen (Strengthening the Reporting of Observational Studies in Epidemiology) als auch die Empfehlungen zur Durchführung einer Sekundärdatenanalyse und Beobachtungsstudien wurden angewendet. Die Studie erhielt ein positives Votum der Ethikkommission der Universität Ulm (Antrag-Nr. 284/15). Ein- und Ausschlusskriterien In die Studie wurden alle Personen eingeschlossen welche im Untersuchungszeitraum in Seenot gerieten und durch die Fregatte gerettet wurden. Es existierten keine Ausschlusskriterien. Subgruppen: Bei der Auswertung wurden die im Folgenden definierten Subgruppen betrachtet: • Geschlecht • Flüchtlingsboot von dem die in Seenot geratenen Personen gerettet wurden • Erkrankte / Verletzte Patienten gegenüber gesunden Personen (=Beteiligte) • Patient im Notlazarett behandelt • Altersgruppen • Schwangerschaft Biometrische Verfahren: Angabe der prozentualen Anteile für nominale und ordinalen Variablen. Bei Gruppengrößen deutlich <100 erfolgt zusätzlich die Angebe der absoluten Werte. Berechnung des Medians (M), des algebraischen Mittelwertes (MW), Standardabweichung (SD) sowie des 95 % Konfidenzintervalls des Mittelwertes (95% KI - Angabe in eckigen Klammern) für stetige Variablen. Vor Anwendung teststatistischer Verfahren wurden stetige Variablen stets auf Normalverteilung überprüft (Shapiro-Wilk Test). Alle Test wurden für unabhängige Stichproben, durchgeführt. Zwei unabhängige Stichproben wurden mithilfe des Mann Whitney U Tests, mehr als 2 unabhängige Stichproben mittels Kruskal Wallis Test untersucht. Ein möglicher Zusammenhang wurde zwischen zwei Variablen mittels Spearman Korrelation untersucht. Die Irrtumswahrscheinlichkeit p wird unter 5% als signifikant bezeichnet. Bei fehlenden Werten wurden ein variablenweise Ausschluss vorgenommen. Die Ergebnisdarstellung erfolgt in Tabellenform bzw. als gruppierter Boxplot.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: