Beschreibung der Studie

Bei aortokoronaren Bypassoperationen (ACVB) kann es zur Unterversorgung des Myokards mit lebenswichtigem Sauerstoff kommen. Stirbt dabei Herzmuskelgewebe ab, so ist zumeist eine erheblich verminderte Lebensqualität die Folge. Bei der „Fern-Präkonditionierung“ wird ein kurzandauernder Sauerstoffmangel gegenüber Ischämie-robusten Körperteilen wie Unterarm oder Unterschenkel durch Aufblasen einer Blutdruckmanschette erzeugt. Dadurch werden in diesem Körperteil offenbar Botenstoffe freigesetzt bzw. Prozesse in Gang gesetzt, die dann die Widerstandsfähigkeit lebenswichtiger Organe wie Gehirn und Herz erhöhen – wenn es danach zu einem operativ bedingten Sauerstoffmangel kommen sollte. Diese ischämische Fernkonditionierung macht sich also körpereigene Schutzsubstanzen zu Nutze, die über die Blutgefäße zum geschädigten Herzen transportiert werden und kann somit im Fall einer Ischämie, wie sie etwa bei einer ACVB Operation auftritt, den Schaden begrenzen. Es stellt sich die Frage, ob kleine Partikel (sog. Exosomen) kardioproteiktive Substanzen (sog. micro-RNAs) zum Herzen transportieren um dort eine schützende Wirkung zu initiieren.

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Studiendetails

Studienziel maximaler postoperativer Troponin-I Anstieg innerhalb von 7 Tagen postoperativ nach aortokoronarer Bypassoperation
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Placebo Ja
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum EssenKlinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Koronare Herzerkrankung
  • ACVB-Operation mit Herz-Lungen-Maschine
  • Alter zwischen 45 und 85 Jahren
  • Antegrade Bretschneider-Kardioplegie
  • Milde Hypothermie (32C°)
  • Präoperative Standardmedikation (Statine, Betablocker, ASS)
  • Standardnarkose (Isofluran, Sufentanil)
  • Intraoperatives Standardprotokoll (Vollheparinisierung mit ACT >400s, Aprotinin, Protamin)
  • Postoperatives Standardprotokoll (500mg ASS nach 2h, Low-dose Heparinisierung nach 4h)

Ausschlusskriterien

  • Zustand nach akutem Herzinfarkt
  • kombiniertes Klappenvitium
  • Notfall-Operation
  • Katecholamintherapie
  • Instabile Angina pectoris
  • IABP-Einbau
  • prä-/intraoperativer Einsatz von Phosphodiesterasehemmern
  • Diabetes mellitus
  • Re-Operation
  • COPD GOLD III und IV
  • Niereninsuffizienz mit Kreatinin > 1,5 mg/dl
  • Duale antithrombotische Therapie (Clopidogrel+ASS)
  • Wiederholte Herz-Lungen-Maschine
  • Wiederholte Aortenabklemmung
  • Intraoperative Komplikationen (Bypass-„Low-flow“/ -verschluß, frustrane Klappenrekonstruktion, Klappenausriss, Aortendissektion, Pumpversagen, Implantation kardialer Assist-Systeme)
  • Aortenabklemmzeit >150 min
  • Moderate/tiefe Hypothermie (<32C°)
  • Antithrombotische Therapie (intraoperativ Clopidogrel u./o. Aspirin)
  • Retrograde Gabe der Kardioplegie

Adressen und Kontakt

Anästhesiologie und Intensivmedizin, Essen

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

In klinischen Studien wurden bereits vielversprechende Beobachtungen zum Verfahren der Fernkonditionierung aufgeführt. Es war indes bislang nicht exakt geklärt, auf welche Weise kardioprotektive Signale zwischen Organen vermittelt werden. Humorale und endokrine Aspekte und Mediatoren werden diskutiert. Darüber hinaus kommen auch vesikuläre Transfermechanismen, sogenannte extrazelluläre Vesikel, denen auch die Exosomen angehören, für die Inter-Organ-Kommunikation in Frage. Exosomen sind membrangebundene Strukturen, die durch eine Vielzahl von Säugetierzelltypen über verschiedene Mechanismen sezerniert werden. Da Exosomen eine hohe Konzentration von RNA und Proteinen enthalten und sowohl aktiv sezerniert als auch von anderen Zellen aufgenommen werden, repräsentieren sie offenbar einen wichtigen interzellulären Signalübertragungsmechanismus. Aufgrund dieser publizierten Daten ergeben sich jedoch zwei wesentliche Fragen: Führt eine ischämische Fernkonditionierung zu einer signifikanten Freisetzung zirkulierender Exosomen aus der ischämischen Extremität mit einer Konzentration oberhalb der physiologischen Konzentration von 1 x 1010 pro mL oder liegt dem kardioprotektiven Effekt vielmehr eine Änderung der inneren Zusammensetzung der exosomalen Bestandteile aus der ischämischen Extremität zugrunde? Zu diesen Fragen liegen bislang nur unzureichende Daten vor.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien