Beschreibung der Studie

Alkoholkonsum unter Jugendlichen ist ein stets aktuelles Thema: Begriffe wie „Komasaufen“ sind besonders medial präsent und beschreiben ein ungesundes und häufig auch gefährliches Konsumverhalten, bei dem es darum geht, möglichst schnell viel Alkohol zu konsumieren, häufig mit dem Ziel, locker zu werden, cool zu wirken oder Hemmungen abzubauen. Um diesen gefährlichen Trends entgegensteuern zu können und dabei an der Gemeinschaft anzusetzen, die für Jugendliche in diesem Alter ganz wichtig ist, wurde vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel (IFT-Nord gGmbH) „Klar bleiben“ entwickelt, das als schulbasierte Präventionsmaßnahme am Klassenverband der Schülerinnen und Schüler ansetzt. Mit der Studie zu „Klar bleiben“ planen wir, an einer Stichprobe von 3.000 Schülerinnen und Schülern (aus etwa 150 Klassen) der Klassenstufe 10 zu prüfen, ob das Programm zur Reduktion des riskanten Alkoholkonsums von Jugendlichen beiträgt. Eine Untersuchungsgruppe (75 Klassen) nimmt dabei an der Maßnahme „Klar bleiben“ teil, eine andere (75 Klassen) erhält den regulären Unterricht und wird zeitgleich mit der ersten Gruppe zu ihrem Konsumverhalten und ihren Einstellungen zum Alkoholkonsum befragt. Die Befragungen finden einmal vor und einmal nach Durchführung der Maßnahme statt. Im Rahmen der Maßnahme verpflichten sich teilnehmende Klassen, für neun Wochen „klar zu bleiben“ und unterzeichnen gemeinsam einen entsprechenden Klassenvertrag. Das bedeutet, dass sie in dieser Zeit Alkohol, wenn überhaupt, nur in Maßen konsumieren, ihren Verzicht auf riskanten Alkoholkonsum dokumentieren und das Thema im Klassenverband regelmäßig aufgreifen. Sofern sich die Klassen neun Wochen lang an diese Verpflichtung halten, können sie in einer Verlosung attraktive Preise gewinnen. Außerdem können alle Klassen für besonders kreative oder kritische Beiträge zum Thema Alkohol im Jugendalter einen Sonderpreis gewinnen, unabhängig davon, ob sie ihre Verpflichtung für neun Wochen einhalten oder nicht.

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Studiendetails

Studienziel Häufigkeit und Intensität des riskanten Alkoholkonsums (Binge Drinking) und assoziierter Konsequenzen. Methode: Fragebogen (Selbstauskunft der Schülerinnen und Schüler) zu Prä- (vor der Intervention: 4. Quartal 2015) und Posttest (nach der Intervention: 2. Quartal 2016).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 3000
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Schülerin oder Schüler einer 10. Klasse

Ausschlusskriterien

  • andere Klasssenstufe als 10

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund und Ziele: Alkoholkonsum von Jugendlichen ist ein weit untersuchtes Problemfeld. Gerade riskante Konsumformen wie Binge Drinking oder Rauschtrinken sind weit verbreitet, und hängen mit vielen negativen Konsequenzen zusammen. Schulbasierte Präventionsprogramme dazu haben sich bislang nur teilweise als wirksam herausgestellt (Cochrane Database Syst Rev. 2011: CD009113). Mit der aktuellen Studie soll ein neuer Ansatz eines schulbasierten Alkohol-Präventionsprogrammes geprüft werden, das am Klassenverband ansetzt und darauf abzielt, den Verzicht auf riskanten Konsum als soziale Norm zu etablieren. Beschreibung der Intervention: Bei der Intervention handelt es sich um das schulbasierte Präventionsprogramm „Klar bleiben“, das die Reduktion riskanten Konsums, insbesondere des Rauschtrinkens, und die Entwicklung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Alkohol anstrebt. „Klar bleiben“ wendet sich an Schulklassen der Klassenstufe 10. Teilnehmende Klassen entscheiden sich, neun Wochen lang „klar zu bleiben“ und auf Alkoholrausch zu verzichten. Alle zwei Wochen wird im Klassenverband das Trinkverhalten der Schülerinnen und Schüler dokumentiert. Vorgabe ist, dass mindestens 90 % der Klasse keinen riskanten Alkoholkonsum praktizieren. Klassen, die bis zum Ende „rauschfrei“ sind, können in einer Verlosung Preise gewinnen. Alle Klassen, auch solche, die vorzeitig ausscheiden, können überdies einen Sonderpreis für den besten kreativen oder kritischen Beitrag zum Thema Alkohol erhalten. Die Intervention umfasst ferner Anregungen zur Gesprächsführung für Eltern und Impulse zur Gestaltung von Unterrichtseinheiten für die teilnehmenden Lehrkräfte. In den Unterrichtseinheiten werden u. a. Informationen zu gesetzlichen Regelungen, Werbung, Gruppendruck und sozialen Normen bezogen auf Alkohol vermittelt. Methode: Die Evaluation der Intervention erfolgt durch eine cluster-randomisierte, kontrollierte Studie mit zwei Armen. Die Untersuchung soll zwischen September 2015 und Juni 2016 an einer Stichprobe von rund 3.000 Schülerinnen und Schülern der 10. Klassenstufe in Schleswig-Holstein und Niedersachsen durchgeführt werden. Die Schülerinnen und Schüler der Interventionsgruppe nehmen dabei an „Klar bleiben“ (Januar – März 2016) teil, die Schülerinnen und Schüler der Kontrollgruppe erhalten keine spezifische Intervention, sondern durchlaufen das übliche Schul-Curriculum. Beide Gruppen nehmen an einer Prä-Befragung (4. Quartal 2015) und an einer Post-Befragung (2. Quartal 2016) zu ihrem Substanzkonsum und ihren Einstellungen und Verhaltensweisen in Bezug auf Alkohol teil. Die Befragungen werden mittels Fragebogen an den Schulen durch geschultes Personal des IFT-Nord durchgeführt, die Dauer pro Erhebung beträgt etwa eine Schulstunde (à 45 Minuten). Die Erhebung der Daten erfolgt vollständig anonym, d. h. an keiner Stelle werden personenbezogene Daten im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes erfragt. Um die Fragebögen der Prä-Messung mit den Fragebögen der Post-Messung miteinander zu verknüpfen, wird ein siebenstelliger Code eingesetzt, der von den Schülerinnen und Schülern selbst generiert wird und jederzeit wieder erstellt werden kann. Ein Rückschluss von diesem Code auf die Identität der Probanden ist nicht möglich. Die im Rahmen dieser Studie erhobenen Daten werden vertraulich behandelt. Die Daten werden mit Hilfe einer Computersoftware eingelesen, gesichert und ausgewertet. Die Daten werden nicht auf individueller Ebene ausgewertet. Zudem können die Probanden bzw. ihre Erziehungsberechtigten zu jeder Zeit ihr Einverständnis zur Teilnahme widerrufen und die Löschung der von ihnen erhobenen Daten verlangen.

Quelle

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