Beschreibung der Studie

In dieser Studie wird untersucht, wie Patienten mit stressinduzierter Kardiomyopathie im Vergleich zu herzgesunden Kontrollen auf positive und negative verbale Suggestionen reagieren. Die Entstehung der Stressinduzierten Kardiomyopathie (auch Takotsubo Kardiomyopathie, TTC) genannt), ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass eine extreme Stresssituation im Körper eine starke Stressreaktion auslöst, die wiederum die Veränderungen am Herzen verursacht. Gleichzeitig weiß man aus der Placeboforschung, dass sich die Wirkung eines Medikaments immer aus dem pharmakologischen Effekt (d.h. dem Effekt der aufgrund der chemischen Zusammensetzung der verabreichten Substanz im Körper ausgelöst wird) und dem psychologischen Effekt zusammen setzt. Dieser wird als Placeboeffekt bezeichnet. Vor diesem Hintergrund wurde den Teilnehmern drei mal hintereinander Kochsalzlösung verabreicht mit drei unterschiedlichen Suggestionen (Erklärungen), einer neutralen, positiven und einer negativen. Während dieser Intervention wurde die Funktion des Herzens, zum Beispiel der Blutdruck und die Herzrate kontinuierlich gemessen. Außerdem wurden die Teilnehmer gefragt, ob ihr Stress ansteigen würde und es wurde Blut abgenommen. Ausschließlich die negative Suggestion hatte einen Effekt auf den Blutdruck und den subjektiven Stress aller Teilnehmer. Es konnten keine Unterschiede zwischen TTCs und Kontrollen gefunden werden. Daher kann durch unsere Daten keine Unterscheidung zwischen TTCs und gesunden Kontrollen aufgrund der Stressreaktion vorgenommen werden. Es kann jedoch durch unsere Ergebnisse unterstrichen werden, dass ein besonderes Augenmerk auf die verbalen Suggestionen im klinischen Alltag mit kardiologischen Patienten gelegt werden muss.

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Studiendetails

Studienziel Systolischer Blutdruck, diastolischer Blutdruck, Herzrate, Subjektive Stress Ratings
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität, München
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Frauen im Alter zwischen 18 und 75 Jahren
  • 20 mit vordiagnostizierter Stressinduzierter Kardiomyopathie (Mayo Clinic Diagnose Kriterien) und 20 herzgesunde Kontrollen
  • Schriftliche Einverständniserklärung

Ausschlusskriterien

  • Eingeschränkte Pumpfunktion (<55%), Unzureichende Deutschkenntnisse, maligne Grunderkrankungen

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Herzmuskelkrankheit-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Die Ätiologie der Takotsubo - Kardiomyopathie (TTC) - einer seltenen, reversible und erworbene Form primärer Herzerkrankungen - ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Eine überschießende Aktivierung des sympathischen Nervensystems (SNS) nach stressigen psychosozialen Lebensereignissen wird als mögliche pathologische Grundlage diskutiert. Gleichzeitig weiß man aus der Placeboforschung, dass sich die Wirkung eines Medikaments immer aus dem pharmakologischen Effekt (d.h. dem Effekt der aufgrund der chemischen Zusammensetzung der verabreichten Substanz im Körper ausgelöst wird) und dem psychologischen Effekt zusammen setzt. Dieser wird als Placeboeffekt bezeichnet. In dieser experimentellen Studie haben wir daher getestet, ob TTC-Patienten stärker auf unterstützende Placebo-Interventionen und belastende Nocebo-Interventionen, die auf die Herzfunktion abzielen, reagieren, als herzgesunde Kontrollen. Zu einem Untersuchungstermin wurde Kochsalzlösung drei Mal hintereinander i.v. an alle Teilnehmer (20 weibliche TTC-Patienten und 20 herzgesunde Frauen, Durchschnittsalter 61,5 Jahre ± 12,89) verabreicht. Die Verabreichung der Kochsalzlösung wurde von drei unterschiedlichen verbalen Suggestionen begleichtet 1.) die Substanz hätte keinerlei Auswirkungen auf das Herz (neutrale Suggestion), 2.) die Substanz unterstütze die Herzfunktionen (positive Suggestion) und 3.) die Substanz belaste das Herz (negative Suggestion). Um Veränderungen in den Stresssystemen Sympathisches Nervensystem und der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren Achse zu untersuchen wurden der systolische und der diastolische Blutdruck (DBP / SBP), die Herzfrequenz (HR) während der Interventionen kontinuierlich gemessen. Außerdem wurden vor und nach jeder Intervention subjektive Stressbewertungen (SUD) erfragt sowie Bult abgenommen um mögliche Veränderungen endokrine Marker Cortisol (µg / dl), Copeptin (pmol / l) zu untersuchen. Das Studiendesign ergab einen signifikanten Anstieg des Stresslevels als Reaktion auf die Nocebo-Intervention, dieses blieb während der vorangegangenen neutralen und positiven Interventionen unverändert. Der subjektive Stressanstieg ging mit einem höheren SBP und einem antizipatrischen Anstieg der HR einher. SBP stieg als Reaktion auf positive verbale Suggstion (Bonferroni-korrigierte p-Werte> .05) ebenfalls an. Es konnten keine Veränderungen der Cortisol- und Copeptinwerte beobachtet werden. Interessanterweise konnten auch keine Unterschiede zwischen TCC-Patienten und Kontrollen festgestellt werden. Daher kann durch unsere Daten keine Unterscheidung zwischen TTCs und gesunden Kontrollen aufgrund der Sympathikusaktivierung vorgenommen werden. Da alle Studienteilnehmer auf die negative Suggestion reagiert haben, unterstreicht diese Studie die Notwendigkeit, besonderes Augenmerk auf verbale Suggestionen in der täglichen Routine mit kardiologischen Patienten zu legen.

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