Beschreibung der Studie

Das Schmerzempfinden und die Beweglichkeit nach einer Knie- oder Hüftendoprothesen-Operation hängen von dem Schmerzlevel und der Beweglichkeit vor der Operation ab. Einige wissenschaftliche Untersuchungen haben bereits bewiesen, dass präoperative Sport- oder Physiotherapie die Gelenkbeweglichkeit verbessert und gleichzeitig den Schmerzlevel reduziert. Unglücklicherweise wurden in diese Studien nur wenige Teilnehmer inkludiert. Außerdem sind sie kaum vergleichbar. Aus diesem Grund haben wir eine Studie entwickelt, die untersuchen soll, ob ein standardisiertes präoperatives Trainingsprogramm die angegebenen Schmerzwerte nach einer Hüft- bzw. Knieendoprothese im Vergleich zu einer Kontrollgruppe verbessern kann (Nullhypothese). Außerdem werden die Entwicklung der Beweglichkeit des Hüft- bzw. Kniegelenks und der funktionellen Fähigkeiten Kraft, Mobilität und Gangausdauer gemessen. In die Studie eingeschlossen werden Patienten mit Knie oder Hüftarthrose, die auf eine Endoprothese warten. Alle Patienten, die wenigstens 3 m gehen können, die sowohl die deutsche Sprache verstehen als auch sprechen und die weder Alzheimer noch andere neurologische oder medizinische Krankheiten, die im größeren Maßen die Mobilität negativ beeinflussen, haben, werden zur Teilnahme an der Studie eingeladen. Diese Patienten werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe nimmt an einem standardisierten Trainingsprogramm (Prehabilitation) teil und die andere nicht. Beide Studiengruppen absolvieren kurz nach der Aufnahme in die Studie, nach 5 Wochen (nach der Prehabilitationsphase und kurz vor der Operation) sowie 6 Wochen und 3 bzw. 6 Monate nach der Operation mehrere Assessments. Dabei wird sowohl das Schmerzlevel, die Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer, Mobilität als auch die Lebensqualität getestet. Alle Operationen werden vom gleichen erfahrenen Oberarzt der Orthopädie und Chirurgie durchgeführt.

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Studiendetails

Studienziel Die Knie- und Hüftpatienten sowie die Patienten mit und ohne Trainingsprogramm schätzen ihre Schmerzen vor dem Eingriff (und dem Beginn des Trainingsprogramms) (t = 0), nach dem Ende des Trainingsprogramms (t = 1) und nach 6 Wochen, 3 Monaten und 6 Monaten (t = 2, 3, 4) postoperativ mittels VAS ein. Es werden zwei primäre Hypothesen untersucht - Vergleich der mittleren Veränderung der Schmerzempfindung (t = 0 zu t = 2) in der Therapie- (VAS20t) und der Kontrollgruppe (VAS20k) für Patienten mit Hüft-TEP und für Patienten mit Knie-TEP: Nullhypothese (H0): VAS20t = VAS20k Alternativhypothese (H0): VAS20t ≠ VAS20k
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 80
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Asklepios Proresearch
Weitere Informationen Studienwebseite

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Koxarthrose bzw. Gonarthrose

Ausschlusskriterien

  • Alzheimer Krankheit, Demenz, keine oder kaum Deutschkenntnisse, Gehfähigkeit unter 3 m, schwerwiegende neurologische Krankheitsbilder

Adressen und Kontakt

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Das Schmerzempfinden und die Beweglichkeit nach einer Knie- oder Hüftendoprothesen-Operation hängen von dem Schmerzlevel und der Beweglichkeit vor der Operation ab (1). Einige wissenschaftliche Untersuchungen haben bereits bewiesen, dass präoperative Sport- oder Physiotherapie die postoperative Erholung nach einer Total-Endoprothese erhöhen und beschleunigen. Im Widerspruch dazu haben verschiedene Metaanalysen diese Ergebnisse in Frage gestellt, da die Untersuchungsgruppen zu klein waren sowie therapeutische Validität und die Vergleichbarkeit der Trainingsprogramme fehlten (4, 5, 6). Erste Hinweise ergaben sich in Bezug auf eine Reduzierung des postoperativen Schmerzempfindens und eines Anstiegs der postoperativen Range of Motion (ROM). Horstmann et al untersuchten Trainingsprogramme für Hüft- und Knie-Arthrosepatienten ohne eine anschließende Operation (7, 8) mit guten Ergebnissen. Hoogeboom et al (5) entwickelten ein präoperatives Trainingsprogramm besonders für ältere Patienten und solche mit mehreren Komorbiditäten. Vor allem die Empfehlungen dieser Arbeiten in Bezug auf die Validität therapeutischer Studien (6) haben wir beim Aufstellen unseres Studiendesigns und Trainingsprogramms berücksichtigt. Huber et al (9) und Ageberg et al (10) entwickelten ein Trainingsprogramm, das auf neuromuskulären Kraft- und Koordinationsübungen basiert. Außerdem überprüften sie die Validität, wie es von Hoogeboom et al gefordert wird. Das Prehabilitationsprojekt der AK St. Georg ist der erste Ansatz einer Klinik in Deutschland, die Effekte eines spezielles Trainingsprogramms, das auf einen Hüft- bzw. Kniegelenksersatz vorbereitet, zu evaluieren. Wir entwickelten einen Trainingsplan, der auf neuromuskulären Übungen basiert und die Empfehlungen Hoogebooms et al bezüglich der therapeutischen Validität berücksichtigt. Das Level und die Intensität der Trainingsübungen werden mittels der Borgskala (Anstrengungsempfinden) und der Visual Analogue Scale (Schmerzempfinden) sowohl kontrolliert als auch angepasst. Ziel: Das Ziel der randomisierten, prospektiven, single-blind Studie ist, die VAS-Werte zu reduzieren und die ROM zu verbessern. Umsetzung des Projektes: Inkludiert werden Patienten mit der Indikation zur totalen Hüft- oder Knieprothese, die die Inklusionskriterien erfüllen. Mittels einer Computer unterstützten Randomisierung werden zwei Gruppen gebildet: die Interventionsgruppe (Prehabilitation) und die Kontrollgruppe ohne präoperatives Behandlungsprogramm. Die Behandlungsgruppe bekommt ein vierwöchiges standardisiertes Trainingsprogramm basierend auf einem neuromuskulären Krafttraining (8x Medizinische Trainingstherapie, 4x Bewegungsbad) und eine Patientenschulung (30 Min ärztliche Schulung, 30 Min sportwissenschaftlich)). Assessments erfolgen am Anfang des Programms, am Ende des Programms nach 4 Wochen, 6 Wochen nach der Operation, 3 Monate und 6 Monate postoperativ. Die verwendeten Assessment-Tests und –Fragenbögen sind: KOOS/HOOS (Knee / Hip injury and Osteoarthritis Outcome Score), SF36, VAS (Visual Analog Scale), TUG (Timed-Up-and-Go), Chair-Stand-Test, 6min-Gehtest, 40 m-Gehtest. Alle Operationen werden vom selben erfahrenen Oberarzt für Orthopädie und Chirurgie durchgeführt. 1 Ditmyer MM, Topp R, Pifer M (2002): Prehabilitation in preparation for orthopaedic surgery. Orthop Nurs 21: 43–51. 2 Huber et al. (2013): Effect of preoperative neuromuscular training on functional outcome after total knee replace-ment: a randomized-controlled trial. BMC Musculoskeletal Disorders 14:157: 1471-1474 3 Gill StD, McBurney H (2013): Does Exercise Reduce Pain and Improve Physical Function Before Hip or Knee Re-placement Surgery? A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials, Archives of Physical Medicine and Rehabilitation 2013, 94:164-76 4 Hoogeboom TJ, van den Ende CH, van der Sluis G, Elings J, Dronkers JJ, et al.(2009) The impact of waiting for to-tal joint replacement on pain and functional status: a systematic review. Osteoarthritis Cartilage 17: 1420–1427. 5Hoogeboom TJ, Oosting E, Vriezekolk JE, Veenhof C, Siemonsma PC, et al. (2012): Therapeutic Validity and Ef-fectiveness of Preoperative Exercise on Functional Recovery after Joint Replacement: A Systematic Review and Meta-Analysis. PLoS ONE 7 (5): e38031. doi:10.1371/journal.pone.0038031 6 Merk, J., Horstmann, T., Krauss, I., Danzinger, B., Ziegler, C., Belzl, H. (2005): Sporttherapie für Patienten mit Kniearthrose oder Knieendoprothese - Konzept, Inhalte und Evaluation der Tübinger Kniesportgruppen. Z. f. Physio-therapeuten 2005, 57(2), 262-273 7 Horstmann T, Heitkamp HC, Haupt G, Merk J, Mayer F, Dickhuth HH (2001): „Möglichkeiten und Grenzen der Sporttherapie bei Coxarthrose - und Hüftendoprothesen-Patienten“. Z Sportmed Dt 2001; 52: S. 274-278 8 Huber et al. (2013): Effect of pre-operative neuromuscular training on functional outcome after total knee replace-ment: a randomized-controlled trial. BMC Musculoskeletal Disorders 2013, 14:157: 1471-1474 9 Ageberg et al. (2010): Feasibility of neuromuscular training in patients with severe hip or knee OA: The individual-ized goal-based NEMEXTJR training program. BMC Musculoskeletal Disorders 2010, 11:126

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