Beschreibung der Studie

Die Studie untersucht, inwieweit sich neben den motorischen Symptomen auch die nicht-motorischen Symptome (z.B. Schmerzen, Stimmung, Schlafstörungen, Geschmackstörungen) durch eine intensive physiotherapeutische Behandlung verbessern lassen. Desweiteren befasst sich die Studie mit den Auswirkungen des intensiven Trainings auf das Gehirn und untersucht, welche Netzwerke des Gehirns durch die Physiotherapie gefördert oder im Sinne von neuronaler Plastizität verändert werden. Die 60 Studienteilnehmer werden in drei gleich große Gruppen à 20 Probanden aufgeteilt. Die erste Gruppe erhält vier Wochen LSVT-BIG-Therapie (mit jeweils 4 einstündigen Sitzungen die Woche), die zweite Gruppe intensive Physiotherapie über vier Wochen (ebenfalls 4 einstündige Sitzungen die Woche) und die dritte Gruppe normale Physiotherapie über 8 Wochen (jeweils 2 einstündige Sitzungen die Woche). Vor und nach der Physiotherapie wird mit einem bildgebenden Verfahren (MRT) eine Aufnahme des Gehirns gemacht und mittels Fragebögen Lebensqualität, motorische Funktionen, Begleitbeschwerden und das individuelle Wohlbefinden evaluiert. Die zu überprüfende Hypothese lautet, dass sich durch die LSVT-Big-Therapie sowohl motorische als auch nicht-motorische Symptome nur durch eine erhöhte Aufmerksamkeit im Rahmen einer zeitintensiven Therapie bessern. Somit würde es keinen Unterschied im primären Outcome-Parameter NMS-Score zwischen der LSVT-BIG-Therapiegruppe und der konventionellen Physiotherapiegruppe geben.

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Studiendetails

Studienziel Primärer Outcome-Parameter: Verbesserung des NMS-Scores baseline vs. 8 Wochen im Vergleich LSVT-BIG vs. Standard-Physiotherapie. Messung erfolgt in der Woche vor Therapiestart und nach Therapiestart.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Uniklinik Köln

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten männlichen und weiblichen Geschlechts mit klinischer Diagnose eines Idiopathischen Parkinson-Syndrom.
  • Patienten im Alter zwischen 25 und 80 Jahren mit guten Deutschkenntnissen.
  • Patienten müssen einwilligungsfähig sein und eine Einwilligungserklärung unterschreiben.

Ausschlusskriterien

  • Patienten, die an einer anderen, die Kognition beeinträchtigenden Erkrankung leiden (bspw. vaskuläre Ereignisse, Tumoren, etc.)
  • Patienten mit schwerer Depression (BDI > 29 Punkte) und / oder Demenz (PANDA < 14 Punkte).
  • Zu erwartende Incompliance in der Teilnahme an der Studie.
  • Schwere motorische Komplikationen (unvorhersehbare ON-OFF-Zustände, schwere Dyskinesien, schwere OFF-Dystonie).
  • Reduzierte körperliche Belastbarkeit mit Brustschmerz oder Luftnot bei leichter körperlicher Anstrengung (zum Beispiel im Rahmen einer Herzinsuffizienz oder COPD).
  • n. Lungenembolie, Myokardinfarkt, Endokarditis in den letzten 3 Monaten.
  • Hämodynamisch relevante Aortenklappen- und / oder Mitralklappenstenose.
  • Unerklärter Gewichtsverlust von > 20 % in den letzten 6 Monaten.
  • Pumpentherapie, Tiefe Hirnstimulation.

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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HINTERGRUND: Das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS) beeinträchtigt Patienten mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung in Ihrer Lebensqualität (Hackney et al. 2009). Dies ist sowohl durch zunehmende motorische Einschränkungen aber auch nicht-motorische Symptome wie z. B. kognitive Defizite, Depression, Schmerzen oder Schlafstörungen ge-kennzeichnet (Barone et al. 2009). Therapeutisch stehen zahlreiche medikamentöse Therapieoptionen zur Verfügung. Insbesondere komplementärtherapeutische Verfahren haben jedoch einen hohen Stellenwert in der Behandlung von Parkinson-Patienten (Carne et al. 2005, Trend et al. 2002, Ellis et al 2008, Wade et al. 2003). Es stehen vor allem im physiotherapeutischen Bereich zahlreiche unterschiedliche The-rapieansätze zur Verfügung – Leitlinien für die Umsetzung physiotherapeutischer Be-handlung existieren in Deutschland bisher nicht, gleichwohl internationale Empfehlungen durchaus bestehen (z. B. Keus et al. 2007;European Physiotherapy Guideline for Parkinson’s Disease). Als ein strukturierter therapeutischer Behandlungsansatz wurde die LSVT-BIG-Therapie entwickelt. Diese Therapieform basiert auf einer hohen Wiederholungsintensität, groß-amplitudigen Bewegungen und zunehmender Komplexizität im Behandlungsverlauf. Behandlungsziel dieser Therapie ist die verbesserte Perzeption der eigenen Bewegun-gen sowie eine Re-Kalibrierung der gestörten Skalierung der Bewegungsamplitude. Für die LSVT-BIG-Therapie konnte in wiederholten Studien gezeigt werden, dass eine Verbesserung der motorischen Beweglichkeit bei Parkinson-Patienten zu erzielen ist. Insbesondere der UPDRS-Motorscore verbesserte sich nach 16 Wochen im Vergleich zu strukturierten Eigenübungen oder einem Nordic Walking-Training. (Ebersbach et al. 2010). Verbesserungen waren ebenfalls in einem Kurzprotokoll zu erzielen, wenngleich sowohl die objektiven (UPDRS-Motorscore) als auch die subjektiven Verbesserungen geringer ausfielen (Ebersbach et al. 2015). Die wenigen bisher verfügbaren Arbeiten haben jeweils die motorischen Verbesserun-gen als primären Outcome-Parameter verwendet. Es ist jedoch nicht untersucht, ob sich auch nicht-motorische Symptome (z. B. Schmerzen, Stimmung, Schlafstörungen) durch eine intensive physiotherapeutische Behandlung verbessern lassen. Desweiteren ist unklar, welche motorischen Netzwerke des Gehirns durch ein intensives Training gefördert oder im Sinne von neuronaler Plastizität verändert werden. Klinische und Grundlagenstudien haben wiederholt die Auswirkungen von Bewegung auf die Neuroplastizität beim IPS belegt. Neuroplastizität wird in diesem Zusammenhang als ein Prozess beschrieben, in dem das Gehirn Erfahrungen kodiert, neue Verhaltensweisen erlernt und als die Änderung bestehender neuronaler Netze durch Hinzufügen oder Ändern von Synapsen definiert wird. Es mehren sich Hinweise, dass sowohl Aufgabenbasiertes als auch aerobes Training zu einer verstärkten Ausprägung motorischer Netzwerke mit Änderungen der dopaminergen als auch glutamatergen Transmission sowie struktureller synaptischer Modifikation führt (Petzinger et al. 2013). Durch den veränderten Blutfluss als auch die allgemein verbesserte Hirnleistung kann die neuronale Plastizität verbessert werden, die als Basis für die Fazilitierung von motorischen Fertigkeiten, kognitiver Kontrolle oder allgemeiner behavioraler Performanz dienen kann. Durch regelmäßiges Training sind Änderungen von morphometrischen Hirnparametern zu erzielen (Sehm et al. 2014). So konnte neuronale Plastizität durch die Ausführung einer Balance-Aufgabe über sechs Wochen erreicht werden: Es fanden sich Veränderun-gen der grauen Substanz im Bereich des rechten anterioren precuneus, linken inferioren parietalen Cortex, linken ventralen prämotorischen Cortex, dem bilateralen anterioren Cingulum sowie dem linken medialen temporalen Gyrus. Auf Netzwerkebene sind Änderungen der neuronalen Plastizität bisher lediglich im Tiermodell beschrieben. So zeigten im Parkinson-Läsionsmodell Ratten nach intensivem aeroben Ausdauertraining eine Normalisierung von läsionsinduzierten Alterationen der resting-state functional connectivity mit einer Reintegration des dorsolateralen Stria-tums in das motorische Netzwerk. Weiterhin wurde das ventrolaterale Striatum als ein neuer Netzwerk-Hub integriert und eine erhöhte funktionelle Konnektivität zwischen dem Motorkortex, dem motorischen Thalamuskernen, den Basalganglien und dem Cere-bellum nachgewiesen (Wang et al. 2014). Die motorische Steuerung integriert mehrere kortikale und subkortikale Strukturen. Am bedeutsamsten sind die Verbindungen zwischen den Basalganglien und dem Kortex, die an automatisierten und kognitiven Aspekten der motorischen Steuerung beteiligt sind. Beim IPS führt der Verlust der dopaminergen Neurone in den dorsalen Anteilen der Basalganglien zu einer Beeinträchtigung der automatisierten Bewegungen, welche die Schleifen zu Stimulus-basiertem habituellen Lernen oder übermäßige Rekrutierung von kognitiven Komponenten der motorischen Kontrolle und Netzwerken involviert in Belohnungs-basiertem Lernen beinhalten. HYPOTHESE: Durch die LSVT-BIG-Therapie bessern sich sowohl motorische als auch nicht-motorische Symptome nur durch eine erhöhte Aufmerksamkeit im Rahmen der zeitintensiven Therapie. Somit gibt es keinen Unterschied im primären Outcome-Parameter NMS-Score zwischen der LSVT- BIG-Therapiegruppe und der konventionellen Physiotherapiegrup-pe. Sowohl durch die LSVT-BIG-Therapie als auch die konventionelle Physiotherapie ist eine erhöhte funktionelle Konnektivtät im Vergleich prä versus post Therapie im motori-schen Netzwerk nachzuweisen. Diese korreliert mit Verbesserungen in den primären und sekundären Outcome-Parametern. FORSCHUNGSZIEL: 1. Erhebung der Veränderung der nicht-motorischen Symptome durch LSVT-BIG-Therapie im Vergleich zu konventioneller Physiotherapie 2. Darstellung der Veränderungen des motorischen Netzwerks durch intensives Motor-Training mittels resting-state fMRT

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