Beschreibung der Studie

Bei chronischer myeloischer Leukämie (CML) in der chronischen Phase (CP) kann lang anhaltendes Ansprechen auf Imatinib bei den meisten Patienten erreicht werden. Jedoch ist die Behandlung nicht kurativ, und Imatinib muss ständig gegeben werden, um das Ansprechen aufrechtzuerhalten. Mit einer Anwendung von Imatinib erreicht nur ein Bruchteil der Patienten nicht nachweisbares BCR-ABL mit einer Nachweissensitivität von mindestens 4 bis 4,5 log, die für 2 Jahre oder mehr anhält (Mahon, Rea et al. 2010; Milojkovic, Gerrard et al. 2011), und könnten demnach die Behandlung ohne weitere Rezidive absetzen. Wenn man jedoch die IRIS Studie anschaut, haben 86% von CP CML Patienten bei 8 Jahren gutes molekulares Ansprechen (MMR) erreicht. Daher sammeln sich über die Jahre eine große Anzahl an CP CML Patienten, die mit einer Imatinib-Behandlung MMR erreichen, sich aber jedoch nicht für ein Abbrechen der experimentellen Behandlung qualifizieren, weil sie kein anhaltendes komplettes molekulares Ansprechen (CMR) erreichen. Eine kürzliche Studie von Nilotinib im Vergleich zu Imatinib bei neu diagnostizierter CML in der chronischen Phase (ENESTnd) zeigte eine ca. zweifache Erhöhung von MMR, MR4 und MR4,5 Raten für Nilotinib im Vergleich zu Imatinib bei 12, 24, und 36 Monaten. In einer laufenden klinischen Studie (ENESTcmr) wurden Patienten mit CML in chronischer Phase mit CCyR oder BCL-ABL < 1% IS, die Imatinib 400-600mg täglich erhalten, randomisiert, um Imatinib mit derselben Dosis weiter zu erhalten oder zu Nilotinib 400mg zweimal täglich zu wechseln. Die Studie umfasste Patienten mit MMR ohne MR4 [tiefes molekulares Ansprechen mit BCR-ABL < 0,01%] (48 und 49% der Patienten in den Nilotinib und Imatinib Armen jeweils). Die kumulative Inzidenz von MR4 bei Patienten ohne MR4 bei Baseline bei 12 Monaten war 48,6% im Nilotinib-Arm im Vergleich zu 25,6% im Imatinib-Arm. Ein größerer Anteil an Patienten, die Nilotinib erhalten, könnte sich eventuell qualifizieren, die experimentelle Behandlung abzusetzen, im Vergleich zu den Patienten, die Imatinib erhalten. Angenommen, dass ein Anteil der Patienten, die Imatinib erhalten, von MMR zu MR4 nach einem Wechsel auf Nilotinib wechseln, könnten diese Patienten sich sehr wohl für ein Absetzen der experimentellen Behandlung qualifizieren. Langzeitbehandlungskosten bei diesen Patienten könnten niedriger sein, nachdem sie zu Nilotinib gewechselt sind, weil ein größerer Anteil von Patienten sich für ein Absetzen der experimentellen Behandlung qualifizieren würde. Auch wird der Anteil an Patienten mit stabilem MR4 bei denen, die mit Nilotinib bzw. mit Nilotinib nach Imatinib behandelt wurden, höher sein, als bei denen, die mit Imatinib behandelt wurden.

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Studiendetails

Studienziel - Anteil an Patienten mit bestätigter Umwandlung von MMR zu MR4 nach zwei Jahren Studienbehandlung; Zeitrahmen: 2 Jahre; Anteil an Patienten mit bestätigter Umwandlung von MMR zu MR4 nach zwei Jahren Studienbehandlung. Bestätigte Umwandlung von MMR zu MR4 definiert als entweder BCR-ABL/ABL ≤ 0,01% IS bei 21 und 24 Monaten oder BCR-ABL/ABL ≤ 0,01% IS bei 24 Monaten und Bestätigung innerhalb von 6 Wochen.
Status Teilnahme möglich
Studienphase 3
Zahl teilnehmender Patienten 132
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Standardtherapie
Finanzierungsquelle Bitte wenden Sie sich an den Sponsor / Please refer to primary sponsor

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Unterschriebene Einverständniserklärung
  • Männliche oder weibliche Patienten >= 18 Jahre alt
  • ECOG Performance Status von 0 oder 1
  • CML in erster chronischer Phase mit chronischer Phase definiert als Blasten < 15% im Blut und /oder Knochenmark und Basophile im peripheren Blut < 20% und Thrombozyten >= 100 G/l
  • Vorbehandlung mit Imatinib 400mg täglich während der letzten 12 Monate vor der Einverständniserklärung für mindestens 2 Jahre Behandlungsdauer
  • Molekulare Einschlusskriterien
  • Molekulares Ansprechen mit BCR-ABL/Kontrollgenverhältnis >0,0005% und <= 0,2% erhalten täglich 400mg Imatinib, bei der letzten Beurteilung während der 6 Monate vor der Einverständniserklärung qualifiziert fürs Screening
  • Gutes molekulares Ansprechen (MMR) ohne molekulares Ansprechen >=4log (MR4), d.h. BCR-ABL/Kontrollgen >0,01% und <= 0,1% IS bestätigt durch das Zentrallabor bei Screening, wird für die Randomisierung verlangt.
  • Patienten müssen ein Serum-Kreatinin ≤ 1,5 x ULN (obere Normgrenze), SGOT ≤ 1,5 x ULN, Gesamt-Bilirubin ≤ 1,5 x ULN (außer bei bekanntem Gilbert-Syndrom), und Lipase ≤ 1,5 x ULN haben
  • Gebärfähige Patientinnen, definiert als sexuell reife Frauen, die keine Hysterektomie hatten oder die nicht natürlich für mindestens 12 aufeinander folgende Monate postmenopausal sind, müssen einen negativen Schwangerschaftstest, durchgeführt während der Screeningperiode, haben.
  • Zeugungsfähige Männer und Frauen müssen zustimmen, eine hoch effektive Verhütungsmethode während der Studie und für 3 Monate nach Absetzen des Prüfpräparates anzuwenden. Angemessene Methoden sind z.B. hoch effektive Methoden der ersten Wahl, d.h. Methoden mit niedriger Versagensquote (weniger als 1% per Jahr), wie sexuelle Abstinenz, kombinierte orale Kontrazeptive, Implantate, Injektionen, einige Intrauterinpessare (IUDs), vasektomierter Partner, in Kombination mit einer Methode zweiter Wahl wie Kondom, Diaphragma, Schalenpessar mit spermizidem Schaum, Gel, Film, Creme, Zäpfchen.

Ausschlusskriterien

  • Jegliche vorherige Behandlung für CML außer Hydroxyharnstoff, Imatinib oder Interferon-alpha
  • Beweis von Eigenschaften der Akzelerations- oder Blastenphase zu jeglicher Zeit
  • Vorherige MR4 (BCR-ABL/Kontrollgen ≤ 0,01%) zu mindestens einem Zeitpunkt
  • Vorheriger Verlust von hämatologischem oder zytologischem Ansprechen
  • Begleitmedikation, die als starke Induktoren oder Inhibitoren des P450-Isoenzyms CYP3A4 bekannt sind (siehe Cytochrom P450 Arzneimittelinteraktionstabelle unter www.drug-interactions.com)
  • Befund einer sekundären BCR-ABL Resistenzmutation zu jeglicher Zeit
  • Intoleranz gegenüber Imatinib, die einen Behandlungsabbruch länger als 4 Wochen (kumulativ) oder eine Dosiserniedrigung auf weniger als 400mg täglich für länger als 4 Wochen (kumulativ) benötigte
  • Patienten mit vorherigen allogenen, syngenen oder autologen Knochmarkstransplantationen oder Stammzelltransplantationen
  • Koexistierende/r medizinische/r Zustand oder Behandlung, die mit der Fähigkeit des Patienten, die geplante Behandlung oder regelmäßige Follow-Up-Visiten zu befolgen, interferieren könnte
  • Patienten, die nicht willig oder in der Lage sind, die geplante therapeutische Intervention oder die regelmäßigen Follow-Up-Visiten einschließlich Blutentnahmen zu befolgen
  • Pankreatitis, chronische entzündliche Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen in der Anamnese
  • Patienten, die sich einer Organtransplantation unterzogen haben
  • Eingeschränkte Herzfunktion, einschließlich jeglicher der folgenden Kriterien:
  • Kompletter Linksschenkelblock, Rechtsschenkelblock mit linksanteriorem Hemiblock in der Anamnese oder gegenwärtig, bifaszikulärer Block im Screening-EKG
  • Einsatz eines Herschrittmachers
  • ST-Senkung von > 1mm in 2 oder mehr Kanälen und/oder T-Wellen-Inversion in 2 oder mehr zusammenhängenden Kanälen im Screening-EKG
  • Kongenitales Long-QT-Syndrom
  • QTc > 450 ms im Screening-EKG
  • Begleitmedikation, die das QT-Intervall verlängert
  • Signifikante ventrikuläre oder atriale Tachyarrhythmien im Screening-EKG, aktuell oder in der Anamnese
  • Klinisch signifikante Bradykardie in Ruhe (< 50 Schläge pro Minute), aktuell oder in der Anamnese
  • Myokardinfarkt innerhalb von 12 Monaten vor Einschluss
  • Instabile Angina, diagnostiziert oder behandelt innerhalb der letzten 12 Monate
  • Andere klinisch signifikante Herzerkrankung (z.B. kongestives Herzversagen, unkontrollierte Hypertonie, labile Hypertonie in der Anamnese)
  • Bekannte HIV und/oder Hepatitis B oder C Infektion
  • Andere Malignitäten innerhalb der letzten 3 Jahre außer adäquat behandeltes Zervixkarzinom und Basalzell- oder Plattenepithelkarzinom der Haut
  • Frauen, die schwanger sind oder stillen
  • Zeugungsfähige Männer/Frauen, die nicht willig sind, eine hoch effektive Verhütungsmethoden anzuwenden
  • Keine Compliance mit medizinischen Behandlungen in der Ananmese
  • Patienten, die nicht willig oder nicht in der Lage sind, das Protokoll zu befolgen
  • Behandlung mit einem anderen Prüfpräparat während dieser Studien oder während der letzten 30 Tage vor Studienbeginn

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum Aachen, Aachen

Ansprechpartner: Nikolas von Bubnoff, Professor

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Praxis Dr. Bruder / Dr. Heinrich / Prof. Bangerter, Augsburg

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Universitätsklinikum Bonn, Bonn

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Praxis Dr. Hauch, Erfurt

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Gemeinschaftspraxis, Dresden

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Internistische Schwerpunktpraxis Erlangen oncosearch, Erlangen

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University Medical Center, Freiburg

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Praxis für Hämatologie/Onkologie Dres. Rudolph, Sengpiel, von Verschuer, Essen

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Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

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Überörtliche Gemeinschaftspraxis Hämato-Onkologie Pasing/Fürstenfeldbruck, Munich

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Universitätsklinikum Jena, Jena

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Onkologische Praxis Oldenburg, Oldenburg

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Universitätsklinik Köln, Köln

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Medizinische Statistik Saarbrücken, GbR, Saarbrücken

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Gemeinschaftspraxis Hämatologie/Onkologie, Magdeburg

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Klinikum Mannheim GmbH Universitätsklinikum, Mannheim

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Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München

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Universitätsklinikum Ulm, Ulm

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Häufig gestellte Fragen

Wissenschaftliche Kurzbeschreibung in englischer Sprache verfügbar

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Phase-3-Studien werden durchgeführt, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer neuen Behandlungsmethode nachzuweisen. Zu diesem Zweck wird in vielen Fällen nur ein Teil der Studienteilnehmer mit der neuen Methode behandelt. Die übrigen Teilnehmer erhalten, falls vorhanden, die bisher eingesetzte Methode. So ist ein direkter Vergleich zwischen neuer und alter Behandlungsmethode möglich. Diese Studien bilden den letzten Schritt auf dem Weg zur Marktzulassung der Behandlungsmethode durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). An Studien dieser Phase nehmen in der Regel mehrere hundert bis tausend Betroffenen teil. Sie dauern oft mehrere Monate oder Jahre. Vor der Phase-3-Studie wurden Studien der Phase 1 und Phase 2 durchgeführt. Dabei haben in der Regel bereits über hundert Menschen die Behandlung erhalten.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Damit man sich auf Studienergebnisse verlassen kann, müssen Studien möglichst vor äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, die zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen könnten. Zu den Einflussfaktoren gehören zum Beispiel das Alter oder der Schweregrad einer Erkrankung. Eine wichtige Methode, um die Auswirkung solcher Einflussfaktoren zu minimieren, ist die Randomisierung. Darunter versteht man, dass die Zuteilung zu den verschiedenen Teilnehmergruppen zufällig erfolgt. Das heißt, dass weder die Teilnehmer noch der Arzt einen Einfluss darauf haben, welcher Gruppe ein Teilnehmer zugeordnet wird. Durch die zufällige Zuteilung wird dafür gesorgt, dass sich die Einflussfaktoren gleichermaßen auf die Gruppen auswirken. So wird zum Beispiel verhindert, dass einer Gruppe nur die weniger stark betroffenen zugeteilt werden. In diesem Fall wäre es nicht möglich, die beiden Gruppen zuverlässig miteinander zu vergleichen.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien