Beschreibung der Studie

Die Hauptsymptomatik psychiatrischer Erkrankungen wird oft von Gedächtnisstörungen begleitet. Es ist möglich, dass diese Gedächtnisprobleme mit den Schlafschwierigkeiten, welche von Patienten häufig berichtet wird, zusammenhängen. Diese Annahme wird von Forschungserkenntnissen gestützt, die den Schlaf als einen für die Speicherung der Alltagserlebnisse wichtigen Prozess identifiziert haben. Studien, welche die Hirnaktivierung während des Schlafs aufzeichneten, haben gezeigt, dass das Gehirn ein Aktivierungsmuster hat, das dem im Wachzustand ähnlich ist. Bei psychiatrischen Patienten mit Gedächtnisstörungen ist dieses Aktivierungmuster verändert. Aus diesem Hintergrund hat diese Studie das Ziel, den Speicherungsprozess während des Schlafs zu verbessern. Dazu wird schwacher Gleichstrom via Kopfhaut zu den Hirnarealen geleitet, die am Aktivierungsmuster beteiligt sind. Dies wird bei gesunden erwachsenen Probanden durchgeführt, um mehr über den Zusammenhang zwischen der Hirnaktivierung während des Schlafs und der Gedächtnisleistung zu erfahren.

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Studiendetails

Studienziel Gedächtnisleistung: Unterschied zwischen tDCS und sham tDCS Schlafkonsolidierung, die jeweilige Differenz aus erinnerten Items (grau-skalierte Gesichter mit assoziiertem Beruf aus der FERET-Datenbank) vor und nach dem Schlaf.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Zentrum für Translationale ForschungUnversitätsklinik für Psychiatrie und PsychotherapieUniversität Bern

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter: 18 – 45 Jahre
  • Fähigkeit und Bereitschaft an der Studie teilzunehmen
  • Freiwillig unterschriebene Einverständniserklärung
  • Rechtshändigkeit
  • Maximal 5 Stunden Schlaf in der der Sitzung vorangegangener
  • Nacht
  • Deutsch (oder Schweizerdeutsch) als Muttersprache
  • Normales oder korrigiertes Sehvermögen
  • Frauen: luteale Phase des Menstruationszyklus

Ausschlusskriterien

  • Frühere oder gegenwärtige Diagnose einer neurologischen, psychiatrischen oder schweren somatischen Störung
  • Medizinische oder neurologische Erkrankung, die eine Auswirkung auf die Hirnphysiologie haben kann (z.B. arterielle Hypertension, kardiovaskuläre Krankheit, Morbus Parkinson)
  • Einnahme von psychotropischen Medikamenten oder psychoaktiven Substanzen.
  • Drogenabusus
  • Drogenabhängigkeit einschliesslich Alkoholabhängigkeit innerhalb der letzten 2 Jahre
  • Schwangerschaft (bei jeder Probandin wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt)
  • Gegenwärtiges Stillen
  • Herz- oder Kopfoperationen
  • Metallische Fremdkörper am oder im Körper (z.B. Granatsplitter, Herzschrittmacher, Gefässclips, Metallprothesen, Spirale, Cochlear
  • Implant, künstlicher Darmausgang mit Metallverschluss, Hörgerät, Zahnimplantate)
  • Tätowierungen im Kopf-, Hals- oder Schulterbereich und Permanent-Make-up
  • Klaustrophobie
  • Wertung über 10 der Epworth Schläfrigkeitsskala

Adressen und Kontakt

Region Bern

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Häufig gestellte Fragen

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Trotz klinisch definierter Störungsbilder verschiedener psychiatrischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depression, Schizophrenie und Demenz wird beobachtet, dass betroffene Patienten oft eins gemeinsam haben: Schlafstörungen und Gedächtnisschwierigkeiten. Es liegt nahe, dass diese beiden Symptome wahrscheinlich miteinander zusammenhängen, weil der Schlaf für die Konsolidierung, also die Abspeicherung der erlebten Ereignisse in das Langzeitgedächtnis, von zentraler Rolle ist. Schon viele Studien haben den menschlichen Schlaf und seinen Einfluss auf die Gedächtniskonsolidierung untersucht. Man hat zum Beispiel herausgefunden, dass je stärker die Tiefschlafphase ausgeprägt ist, umso besser fällt die Gedächtnisleistung aus. Es ist jedoch nach wie vor unklar, welche neurophysiologischen Mechanismen dieser Schlaf- und Gedächtnisstörungen zugrunde liegen und wie sie ausschauen. Mit dem Aufkommen bildgebender Verfahren wurden zahlreiche Studien durchgeführt, welche die Veränderung der Hirnaktivierung bei bestimmten Aufgaben gemessen haben. Diese Studien geben aber keine Hinweise darüber, wie sich die Hirnaktivierung gestaltet, die nicht durch ein beobachtbares Verhalten interpretiert werden kann. Deshalb ist in letzter Zeit das Feld der Hirnforschung gewachsen, welche die Hirnaktivierungen während des Ruhezustands mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht. Es wurde aufgezeigt, dass dieser Ruhezustand strukturiert ist und in sogenannte „resting-state networks“ (RSN) eingeteilt werden kann. Vor allem das „default mode network„ (DMN), also das „Standard Zustandsnetzwerk“, hat viel Aufmerksamkeit erhalten. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es vor allem dann vorkommt, wenn ein Proband seine Aufmerksamkeit eher auf sich selbst richtet. Das DMN ist zudem mit sogenannt task positiven RSN antikorreliert, also RSN, die Netzwerken ähneln, welche bei einer aktiven Aufgabe gemessen werden. Es gibt immer mehr Hinweise, dass diese Antikorrelation des DMN bei Menschen mit kognitiven Störungen verringert ist. Zum Beispiel hat man herausgefunden, dass das DMN von Alzheimer Patienten sich vom DMN gesunder Kontrollen unterscheidet, vor allem scheint die Hippocampus Region betroffen zu sein, das Hirngebiet, dass bei dieser Art von Demenz stark atrophiert ist. Das DMN wurde auch während des Schlafs gemessen, was möglicherweise dessen Wichtigkeit für ein funktionierendes Gedächtnis noch verstärkt. Wenn es nun gelingen würde, die Tiefschlafphase gezielt zu verstärken, könnte man erwarten, dass dies sich positiv auf die Gedächtniskonsolidierung auswirkt. Der Tiefschlaf zeichnet sich insbesondere durch langsame Hirnstromwellen mit hoher Amplitude aus („slow waves“), der mit dem Elektroenzephalogramm (EEG) erfasst werden kann. Eine geeignete Methode ist die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS), welche es möglich macht, die Hirnaktivierung in einem beschränkten Zeitfenster zu modulieren. Je nach Polarität der am Kopf angebrachten Elektroden (anodal/kathodal) wirkt die Stimulation exitatorisch oder inhibitorisch. tDCS hat den Vorteil, dass es ausser einem kurzen und moderaten Kitzeln auf der Kopfhaut keine unangenehmen Nebeneffekte hat, was zum Beispiel die Probanden aufwachen liesse. Zudem ist es möglich, eine Placebo-kontrollierte Studie mit doppel-blindem Design durchzuführen. Kombiniert man also tDCS mit fMRT und EEG, ist es möglich, gezielt den Tiefschlaf (Schlafphasenidentifikation durch EEG) mittels tDCS zu verstärken und die RSN (fMRT) zu messen, um den Zusammenhang von Ausprägung des Tiefschlafs und Gedächtnisleistung mit den RSN bei Gesunden zu untersuchen.

Quelle

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