Beschreibung der Studie

Die Arthrose des Hüft- und Kniegelenks gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates im Erwachsenenalter. Die Sporttherapie wird von den internationalen Fachgesellschaften (z. B. Europäische Rheumaliga) als wichtige Säule der Therapie angesehen und empfohlen und die Wirksamkeit bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen werden. Aus diesem Grund bietet die AOK Baden-Württemberg landesweit ein gruppenbasiertes Hüft- und Knietraining für Versicherte mit Hüft- und/oder Kniearthrose an. Es handelt sich hierbei um ein 11-wöchiges Kursprogramm. Dieses beinhaltet insbesondere Übungen zur Körperwahrnehmung, Beweglichkeit, Gleichgewichtsschulung und Kräftigung der hüft- und knieumgebenden Muskulatur. Neben 8 Gruppentrainingseinheiten (max. 15 Teilnehmer) von jeweils 1-1,5 Stunden, die von speziell geschulten Übungsleitern/innen geleitet werden, wird das Kurstraining durch ein Heimtraining (2x/Woche) ergänzt. Die Wirksamkeit des gruppenbasierten Hüft- und Knietrainings soll durch eine parallel laufende Studie evaluiert werden. Ziel der Studie ist es zu überprüfen, ob das „AOK gruppenbasierte Hüft- und Knietraining“ einen gesundheitlichen Nutzen für die Teilnehmer hat. Bei der Beurteilung sollen auch die Kosten-Wirksamkeits-Relation und die Unbedenklichkeit des „AOK gruppenbasierten Hüft- und Knietrainings“ geprüft werden. Bei der Studie handelt es sich um eine Fragebogenerhebung, bei der sowohl am Programm teilnehmende als auch nicht teilnehmende Versicherte u. a. zu ihrer allgemeinen Gesundheits- und persönlichen Schmerzsituation befragt werden. Neben den Daten zur gesundheitlichen Situation werden gegebenenfalls auch die damit verbundenen Kosten (Arzt-, Medikamenten-, Krankenhauskosten etc.) aus der Versichertendatenbank herangezogen. Die Befragung erfolgt zu fünf Zeitpunkten: zu Beginn des Programm sowie nach weiteren 3, 6, 12 und 24 Monaten.

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Studiendetails

Studienziel Schmerz und körperliche Funktionsfähigkeit (WOMAC Index, Subskalen für Schmerz und körperliche Funktionsfähigkeit). Vergleich Baseline (t0) und Zeitpunkt direkt nach der 11-wöchigen Interventionsphase (t3 Monate).
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 1400
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle AOK Baden-Württemberg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Lebenszeitprävalenz einer von einem Arzt diagnostizierten Arthrose an Hüft- und oder Kniearthrose (Selbstauskunft),
  • seit mindestens 24 Monaten bei der AOK versichert
  • physische und mentale Eignung für die Intervention

Ausschlusskriterien

  • Operation an der unteren Extremität in den letzten 3 Monaten
  • Künstlicher Gelenkersatz in den letzten 6 Monaten
  • Behandlungsbedürftige Osteoporose, Glasknochenkrankheit. spontane Gelenkfraktur
  • Akute Krankheit
  • Verwendung einer Gehhilfe
  • Erkrankungen, die eine hochgradig verminderte Belastungsfähigkeit im Alltag zur Folge haben und als Kontraindikation einer körperlichen Belastung gelten
  • Unzureichende deutsche Lese- und Sprachkenntnisse zum Verständnis der schriftlichen (Buch) und verbalen (Übungsleiter) Trainingsanweisungen.
  • Mitarbeiter der AOK Ba-Wü
  • Ausschlusskriterium für primäre Datenanalyse: WOMAC Index Subskala Schmerz < 15 von 100 und Subskala körperliche Funktionsfähigkeit <15 von 100.
  • Ergänzende Aussclhusskritieren bei bereits bestehender Endoprothesenversorgung an Hüft und/oder Kniegelenk:
  • Hüftluxation nach künstlichem Gelenkersatz
  • Instabile Verankerung des künstlichen Gelenkersatzes an Knie und/oder Hüfte
  • Radiologische Zeichen einer Prothesenlockerung
  • Gelenkinfektion, akute Entzündung
  • Prothesenbedingter Ruhe und/oder Belastungsschmerz

Adressen und Kontakt

AOK Baden-Württemberg, flächendeckendes Gesundheitsangebot in Baden-Württemberg

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Die Arthrose is die häufigste Ursache für Schmerzen bei älteren Personen. Die Erkrankung geht mit hohen Belastungen für den einzelnen Patienten sowie das gesamte Gesundheitssystem einher. Der chronische Charakter der Osteoarthrose macht eine langjährige Therapie erforderlich. Diesbezüglich stellen Lebensstilinterventionen wie die Sport - und Bewegungstherapie wichtige Säulen der Behandlung dar, da sie nach einer professionellen Einweisung eigenständig vom Patienten durchgeführt werden können und zudem nebenwirkungsarm sind. Es besteht Evidenz für die kurzfristige Wirksamkeit sporttherapeutischer Interventionen bei Hüft- und Kniearthrose in Hinblick auf Schmerzreduktion und Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit. Die Kenntnisse über langfristige Behandlungserfolge und Dosis-Wirkungs-Beziehungen der Therapie sind hingegen unzureichend. Gleiches gilt für die Kosten-Wirksamkeits-Relation. Diese offenen Forschungsfragen sollen im Kontext der vorliegenden Studie evaluiert werden. Methode: Zur Beantwortung der Forschungsfrage wird eine kontrolllierte Studie im Kontext der Versorgungsforschung durchgefüht. Insgesamt n = 1400 AOK-Versicherte mit einer Gon- und/oder Coxaarthrose sollen in die Studie eingeschlossen werden. Die Interventionsgruppe rekrutiert sich aus TeilnehmerInnen eines Gesundheitsangebots für Versicherte mit Knie- und Hüftbeschwerden (gruppenbasiertes Hüft- und Knietraining). Potentielle Teilnehmer der Kontrollgruppe werden aus der Versichertendatenbank ausgewählt und angeschrieben. Die Auswahl erfolgt mittels Propensity Score Matching über definierte Matching-Variablen für die Auswahl statistischer Zwillinge. Die Kontrollgruppe nimmt nicht am gruppenbasierten Hüft- und Knietraining teil. Bei dem gruppenbasierten Hüft- und Knietraining handelt es sich um ein progressives Training mit 8 angeleiteten Trainingssitzungen über 8 Wochen und einem angeleiteten Heimtrainingsprogramm über 11 Wochen (2x/Woche). Das Training umfasst Übungen zur Beweglichkeitsverbesserung, Kräftigung sowie Verbesserung des Gleichgewichts. Primäre Endpunkte der Studie sind die Subskalen körperliche Schmerzen sowie körperliche Funktionsfähigkeit des WOMAC Index. Sekundäre Endpunkte der Studie sind kurz- mittel- und langfristige Effekte des gruppenbasierten Hüft- und Knietrainings auf gesundheitsbezogene Lebensqualität, krankheitsspezifische Einschränkungen, Selbstwirksamkeit, körperliche Aktivität, Zeit bis zum elektiven Gelenkersatz, Kosten-Analyse der Intervention sowie die Erfassung unerwünschter Ereignisse bzw. Nebenwirkungen. Die Datenerfassung erfolgt direkt vor (t0) und nach der Interventionsphase (t1). Teilnehmer werden zudem nach 6, 12 und 24 Monaten erneut befragt. Die Fragebogenerhebung bei der Kontrollgruppe erfolgt zeitversetzt, jedoch in gleicher zeitlicher Abfolge. Diskussion: Die Ergebnisse der vorliegenden Studie werden Aussagen zur Effektivität sowie Effizienz einer gruppenbasierten sporttherapeutischen Intervention für Patienten mit Gon- bzw. Coxarthrose im Rahmen der Versorgungsforschung an einem großen Kollektiv ermöglichen, die eine hohe externe Validität erwarten lassen.

Quelle

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