Beschreibung der Studie

Die Verordnung und Überwachung der Medikation ist ein zentraler Aspekt in der allgemeinmedizinischen Behandlung. Vor allem bei gleichzeitiger Anwendung mehrerer Medikamente steigt das Risiko für mögliche unerwünschte Arzneimitteleffekte. Dies betrifft vor allem ältere Menschen, die durch ein höheres Risiko der Mehrfacherkrankungen einen entsprechend höheren Arzneimittelgebrauch aufweisen. Eine besondere Herausforderung stellt die Arzneimittelüberwachung bei Bewohnern von Pflegeheimen dar, die aufgrund häufiger körperlicher und kognitiver Einschränkungen als besonders gefährdete Gruppe anzusehen sind. Zugleich ist die ärztliche Versorgung und regelmäßige Abstimmung zwischen Ärzten, Apothekern und Pflegenden in vielen Einrichtungen unzureichend. Durch das Projekt InTherAKT soll die Arzneimitteltherapiesicherheit in Altenpflegeheimen verbessert werden. Dies soll erreicht werden durch eine Optimierung der Kooperation und Kommunikation zwischen den beteiligten Berufsgruppen und durch die Etablierung einer strukturierten Dokumentation und Überprüfung der Medikation der Altenheimbewohner. Das Projekt InTherAKT erfasst mögliche Veränderungen in der Kooperation zwischen den teilnehmenden Berufsgruppen einerseits. Andererseits soll überprüft werden ob die Angemessenheit der Verordnungen der Medikamente bei den teilnehmenden Heimbewohnern verbessert werden kann.

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Studiendetails

Studienziel - Quantitativer Teil: Angemessenheit der erfassten Arzneimitteltherapie bei den Bewohnern zu t0 (Baseline, d.h. vor Beginn der Intervention), t1 (nach 7 Monaten) und t2 (nach 13 Monaten) gemessen mittels des Medication Appropriateness Index (MAI) (Hanlon, 1992). - Qualitativer Teil: Veränderungen in der interprofessionellen Kommunikation und Kooperation zwischen den teilnehmenden Berufsgruppen, qualitativ erhoben anhand von Gruppeninterviews zu t0 und zu t2
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 300
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Grünenthal GmbH
Weitere Informationen Studienwebseite

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Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Bewohner: Einverständnis zur Teilnahme, Alter > 64 Jahre, medikamentöse Therapie.
  • Berufsgruppen: Hausärzte, dreijährig examinierte Altenpfleger, dreijährig examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger, Apotheker, Ausbildung zum Pharmazeutisch technischen Assistenten, Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten.

Ausschlusskriterien

  • Bewohner: Fehlende Einwilligungserklärung des Bewohners, fehlende Einwilligungserklärung des gesetzlichen Betreuers, es liegt keine ausreichende kognitive Leistungsfähigkeit zur selbständigen Entscheidung vor und auch kein gesetzlicher Betreuer, Alter < 65 Jahre, akute lebensbedrohliche Situation, Isolierung wegen akuter Infektionen oder multiresistenter Keime.
  • Berufsgruppen: Pflegende: fehlende dreijährige Ausbildung in der Pflege.

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: Die Verordnung und Überwachung der Medikation ist ein zentraler therapeutischer Aspekt in der Allgemeinmedizin. Vor allem bei gleichzeitiger Anwendung mehrerer Medikamente steigt das Risiko für potentielle unerwünschte Arzneimittelereignisse. Dies betrifft vor allem ältere Menschen, die einerseits eine veränderte Pharmakokinetik und -dynamik und andererseits ein höheres Risiko für Multimorbidität und einen entsprechend höheren Arzneimittelgebrauch aufweisen. Eine besondere Herausforderung stellt die Arzneimittelüberwachung bei Bewohnern von Pflegeheimen dar, die aufgrund häufiger körperlicher und kognitiver Einschränkungen als besonders vulnerable Population anzusehen sind. Zugleich ist die ärztliche Versorgung und regelmäßige interprofessionelle Abstimmung zwischen Ärzten, Apothekern und Pflegenden häufig unzureichend. Durch das Projekt InTherAKT soll die Arzneimitteltherapiesicherheit in Altenpflegeheimen durch eine Optimierung der interprofessionellen Kooperation und Kommunikation zwischen den an der Gesundheitsversorgung beteiligten Berufsgruppen und durch die Etablierung einer strukturierten Dokumentation und Reflexion der Medikation der Altenheimbewohner verbessert werden. Forschungsfragen: - Lassen sich durch die kombinierte Intervention InTherAKT Veränderungen in der interprofessionellen Kooperation zwischen den teilnehmenden Berufsgruppen, qualitativ erhoben anhand von Gruppeninterviews, feststellen? - Primärer Endpunkt: Kann durch die kombinierte Intervention InTherAKT die Angemessenheit der erfassten Medikation, gemessen am Medication Appropriateness Index (MAI), bei den teilnehmenden Heimbewohnern verbessert werden? - Sekundäre Endpunkte: Kann durch die kombinierte Intervention InTherAKT die kognitive Leistungsfähigkeit und die Mobilität der inkludierten Heimbewohner verbessert werden bzw. die Wahrscheinlichkeit der inkludierten Heimbewohner ein Delir zu entwickeln, die Agitation von kognitiv Beeinträchtigten, die Anzahl an potentiell gefährlichen Medikamenteninteraktionen reduziert werden und die Gesamtzahl der verordneten Medikamente, sowie die Angemessenheit der erfassten Analgetika beeinflusst werden? Studiendesign: Unkontrollierte Studie mit komplexer Intervention Setting und Population: Die Studie wird mit Mitgliedern der an der medikamentösen Versorgung beteiligten Berufsgruppen (Hausärzte, Pflegende, heimversorgende Apotheker) und Bewohnerinnen und Bewohnern von Altenpflegeheimen in Münster (Nordrhein- Westfalen, Deutschland) durchgeführt. Intervention: Die Intervention ist teilstandardisiert und besteht zum einen aus einem professionsübergreifenden, problem-orientierten Lernkonzept zur Wissenserweiterung, das die Teilnehmer im Rahmen von zwei Präsenz- und einem professionsspezifischen online-learning Angebot durchlaufen. Zum anderen steht nach der Schulung die eigens für die beteiligten Berufsgruppen entwickelte InTherAKT online-Plattform (I-oP) zum systematischen online- Austausch zwischen den Berufsgruppen bereit. Hiermit findet der Therapie Check statt, eine systematische Erfassung, Überprüfung und Anpassung der Medikation durch die beteiligten Berufsgruppen mit anschließender Therapiebeobachtung und bei Bedarf interprofessionellen Fallkonferenzen. Datenerhebung und Auswertung: - Standardisierte Datenerhebung der Endpunkte: MAI, bewohnerbezogene Endpunkte (Erhebung durch geschulte Studienassistenten, Auswertung Pharmazeut und Projektteam) - Therapie Check (Erfassung und Beurteilung durch beteiligte Berufsgruppen) - Qualitative Erhebung Berufsgruppen: Gruppeninterviews (Durchführung und Auswertung durch Projektteam) - Quantitative Erhebung Berufsgruppen (Erhebung und Auswertung durch Projektteam) - Strukturdaten (Erhebung und Auswertung Projektteam) Die Daten für den Therapie Check werden über die I-oP gesammelt, für die Erhebung der Endpunkte wird ein Erhebungstool auf Tablet-PCs erstellt. Die über die Tablet-PCs erhobenen Daten werden pseudonymisiert und mittels des Statistik-Programms IBM©SPSS ausgewertet. Die Gruppeninterviews werden digital aufgezeichnet, transkribiert und mit MAX QDA ausgewertet. Relevanz: Das Projekt soll dazu beitragen, eine strukturierte Erfassung und Überwachung der Medikation in Altenpflegeheimen sowie eine verbesserte Kommunikation zwischen den Berufsgruppen dauerhaft zu etablieren. Mit der I-oP wird dieser Austausch systematisiert und der Informationsfluss verbessert. Die Rolle des Hausarztes als zentrale Person in der Therapieentscheidung wird mittels dieser Plattform gefestigt.

Quelle

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