Beschreibung der Studie

Menschen nehmen täglich in der üblichen Nahrung in mehr oder weniger hohem Umfang biogene Amine auf. Weiterhin werden diese Substanzen im Darm von Darmbakterien sowie im endogenen Stoffwechsel gebildet. Diese biogenen Amine können vielfältige Wirkungen auf Körper und Psyche des gesunden oder kranken Menschen haben. Es ist aus vorliegenden biochemischen Daten sehr naheliegend zu vermuten, dass die Aufnahme biogener Amine aus der Nahrung, deren Verweildauer im Körper und deren Wirkungen von erblichen Varianten abhängen. Im Rahmen der Probandenstudie erhalten 100 gesunde Probanden beiderlei Geschlechtes 400 mg Tyramin. Davor und innerhalb von 6 Stunden danach werden Blutkonzentrationen der biogenen Amine gemessen und es werden einige Kreislaufparameter (Herzfrequenz, Blutdruck) sowie Parameter der Aktivierung des adrenergen Nervensystems gemessen. Ergebnisse dieser Studie könnten für individualisierte Ernährungsempfehlungen bei Gesunden und bei kranken Menschen Bedeutung bekommen. Ergebnisse dieser Studie könnten aber auch Bedeutung bekommen für Fragen im Zusammenhang mit Deklarationen und zukünftige Festsetzungen von Grenzwerten für derartige Substanzen in Nahrungsstoffen. Darüber hinaus könnten die Ergebnisse zum Verständnis (evolutions-)biologischer Ursachen und Konsequenzen genetischer Polymorphismen beitragen.

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Studiendetails

Studienziel Fläche unter der Plasma Konzentrations-Zeit-Kurve von Tyramin für die ersten 6 Stunden nach oraler Einnahme von 400 mg Tyramin in Abhängigkeit von angeborenen genetischen Varianten mit Bedeutung für Transportproteine, metabolisierende Enzyme und Komponenten der für die Wirkungen der biogenen Amine relevanten Signalwege.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Forschungsgemeinschaft (DFG)

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einwilligungsfähige Probandinnen und Probanden im Alter zwischen 18 und 50 Jahren. Körpergewicht zwischen 50 und 100 kg und zugleich body mass index zwischen 18 und 30.

Ausschlusskriterien

  • Jede bekannte chronische Erkrankung, die das kardiovaskuläre Risikoprofil signifikant erhöht. Dies sind insbesondere ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Diabetes mellitus, Arterielle Hypertonie, Herzinsuffizienz, Z. n. Myokardinfarkt, Z.n. Bypass OP oder perkutaner transluminaler Angioplastie, Z. n. Schlaganfall, Renovaskuläre Erkrankungen. Bekannte Unverträglichkeit gegenüber Tyramin.
  • Notwendigkeit jeglicher regelmäßiger Medikamenteneinnahme mit Ausnahme von oralen Kontrazeptiva.

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Die Substanzgruppe biogener Amine umfasst eine Vielzahl von Substanzen, die in menschlichen und tierischen Organismen sowie in Mikroorganismen als Signalmoleküle, als Zwischenprodukte des Zellstoffwechsels oder als Abbauprodukte gebildet werden. Gemeinsames Merkmal dieser Verbindungen sind aliphatische primäre Aminogruppen. Viele biogene Amine sind auf Grund ihrer Ladungseigenschaften nicht gut in der Lage, biologische Membranen zu passieren und müssen daher mittels spezifischer Transportproteine transportiert werden. Viele dieser Substanzen müssen im Körper metabolisiert werden, um eine Schädigung durch Vergiftung bzw. De-Regulation von Signalwegen zu verhindern. Wichtige Stoffwechselwege biogener Amine und die daran beteiligten Enzyme sind bereits vor Jahrzehnten aufgeklärt worden und sind in entsprechenden Lehrbüchern der Biochemie und Ernährungswissenschaften dargestellt. Erstaunlicherweise gibt es jedoch bislang kaum Studien am Menschen, die der Frage nachgehen, wie die Aufnahme, Verteilung und Ausscheidung von biogenen Aminen, die im menschlichen Körper nach Aufnahme entsprechender Nahrungsmittel sind, von genetischen Polymorphismen abhängen. So ist am Beispiel des hier exemplarisch in den Vordergrund gestellten Tyramins zwar schon vor mehr als 10 Jahren gezeigt worden, dass diese Substanz von dem Transportprotein OCT1 in die Leberzelle transportiert und dort dann weiter verstoffwechselt werden kann (Breidert, Spitzenberger et al. 1998). Diesen Zusammenhang konnten wir in Laborexperimenten in Zellkulturen, die mittels rekombinanter Gentechnik das Trans-portprotein OCT1 überexprimieren, bestätigen (Pereira et al., unveröffentlicht), aber nichtsdestotrotz bleiben Zweifel, ob beim lebenden Menschen tatsächlich OCT1 das für die Elimination entscheidende Transportprotein ist (Schömig, Lazar et al. 2006). Das ist nicht nur eine rein akademisch interessante Frage, denn es könnte z.B. erklären, warum einige Menschen nach Aufnahme von Nahrungsmitteln, die biogene Amine enthalten, mehr als andere gelegentlich oder sogar regelmäßig an Beschwerden leiden (je nach Art der biogenen Amine Kopfschmerzen, Übelkeit, Blutdruckveränderungen oder allergische Reaktionen). Darüber hinaus könnte es einen wichtigen Hinweis darauf geben, dass einige Menschen vermehrt bei entsprechenden Nahrungsstoffen durch Nahrungs-Arzneimittel-Wechselwirkungen belastet sein könnten. Das Ergebnis der Studie könnte Hinweise für Grenzwerte derartiger Substanzen in Nahrungsstoffen geben, die besser als bisherige Grenzwerte besondere individuelle Risiken berücksichtigen. Die primäre Fragestellung der Studie ist, ob sich die Blutkonzentrationen von Tyramin nach oraler Einnahme von 400 mg Tyramin zwischen verschiedenen Genotypen von OCT1 und anderen potentiellen Kandidaten statistisch signifikant unterscheiden. Weitere exploratorisch bearbeitete Fragestellungen betreffen entsprechende Unterschiede bei anderen biogenen Aminen, die zugleich gemessen werden können sowie weitere erblich polymorphe Enzyme, Transportproteine und Komponenten von Signalwegen, die hier für Tyramin ebenfalls eine Rolle spielen könnten.

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