Beschreibung der Studie

Schwerkranke Patienten entwickeln regelmäßig ein Mehrorganversagen. Die Leberdysfunktion wird routinemäßig mit Laborparametern bestimmt, die keine verlässliche Aussage über das Ausmaß der Dysfunktion geben können. Die Antibiotikatherapie kritisch kranker Patienten ist eine besondere Herausforderung für den Intensivmediziner. Die bereits initial optimale Dosierung wird umso wichtiger, je kränker der Patient ist. Bei Patienten mit Blutvergiftung (Sepsis) ist, neben der Fokussanierung, eine schnelle und wirksame Antibiotikatherapie die wichtigste Intervention auf der Intensivstation. Da für die meisten Antibiotika keine regelmäßigen Medikamentenspiegel gemessen werden, ist die Dosierung hepatisch abgebauter Medikamente unklar und wird in der Regel vom behandelnden Arzt subjektiv festgelegt. Dadurch können die Medikamente über- oder unterdosiert werden und ihre toxische Wirkung entfalten oder an Wirksamkeit verlieren. Der Maximal Liver Function Capacity Test (LiMAx-Test) ist ein Leberfunktionstest, der die Leberfunktion quantitativ bestimmen kann. Der LiMAx-Test bei Patienten nach Leberresektion und -transplantation gut untersucht. Auch die Daten bei septischen Patienten zeigen, dass der LiMAx-Test die Leberdysfunktion zuverlässig beschreiben kann Ziel der Studie ist es, über eine quantitative Messung der Leberfunktion mit dem LiMAx-Test und einer parallelen Bestimmung der Serumspiegel hepatisch abgebauter Antibiotika einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Leberdysfunktion und den Medikamentenspiegeln herzustellen. Folgende Hypothese wird formuliert: 1. Das Ausmaß der Leberdysfunktion, gemessen mit dem LiMAx-Test, korreliert mit den Serumspiegeln der Medikamente. Primärer Endpunkt: Korrelation zwischen LiMAx-Test und Serumspiegeln Die Ergebnisse der Studie können helfen, eine mögliche Toxizität der verabreichten Medikamente zu verhindern. Auch eine Unterdosierung und damit eine verminderte Wirksamkeit könnte schneller erkannt werden.

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Studiendetails

Studienziel Korrelation zwischen quantitativer Leberfunktion, gemessen mittels LiMAx-Test und Medikamentenspiegel (Meropenem, Linezolid oder Tigecyclin) im Serum nach Erreichen eines konstanten Wirkstoffspiegels (>36h nach Beginn der Antibiotikatherapie)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 420
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Charité Campus Virchow-Klinikum

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Vorhandensein einer vermuteten Leberdysfunktion und Indikation einer Therapie mit Meropenem, Linezolid oder Tigecyclin.
  • Alter >18J, <90J
  • Vorliegende Einwilligung (Patient oder gesetzl. Betreuer)
  • Kontrollgruppe:
  • Indikation einer Therapie mit Meropenem, Linezolid oder Tigecyclin und keine Leberdysfunktion

Ausschlusskriterien

  • Eine bekannte Allergie gegen Methacin.
  • Alter <18, >90J
  • Schwangerschaft, stillende Frauen
  • fehlende Einwilligung
  • Faktoren, die die Fähigkeit des Patienten einschränken, während der Studie zu kooperieren (z.B. mentale Funktion oder Drogenmissbrauch)

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Kritisch kranke Patienten auf der Intensivstation haben ein hohes Risiko eine nosokomiale Infektion zu entwickeln. Neben einer frühen und adäquaten Antibiotikatherapie sind für die sichere Erregerelimination auch adäquat hohe Wirkstoffspiegel von großer Bedeutung. Intensivpatienten entwickeln häufig Organdysfunktionen, die, zusammen mit Medikamenteninteraktionen und anderen therapeutischen Interventionen, zu einer veränderten Pharmakokinetik der Antibiotika führen können. Ein Nierenversagen ist mit der endogenen Kreatinin-Clearance gut definiert und die Antibiotikadosis kann entsprechend angepasst werden. Zur Einschätzung der Leberfunktion existierte bisher kein valider Test. Mit dem Maximal Liver Function Capacity Test (LiMAx-Test) steht erstmals ein Testverfahren zur Verfügung, mit dem die Leberfunktion quantifiziert werden kann. Ziel dieser Studie ist es einen Zusammenhang zwischen den Medikamentenspiegeln von Antibiotika im Serum und einer Leberdysfunktion herzustellen. Dafür werden drei Antibiotika, die teilweise hepatisch eliminiert und im intensivmedizinischen Setting eingesetzt werden, untersucht (Meropenem, Linezolid, Tigecyclin). Pro Wirkstoff werden 105 Patienten, bei denen die Indikation für den Einsatz des Antibiotikums besteht und die eine vermutete Leberdysfunktion haben, sowie 35 Patienten mit einer normalen Leberfunktion, prospektiv untersucht. Die Leberfunktion wird mittels LiMAx-Test quantifiziert. Die Nierenfunktion wird mit der endogenen Kreatinin-Clearance bestimmt und die renale Wirkstoffelimination durch Messung der Spiegel im Spot- und Sammelurin berechnet. Ist ein kontinuierliches Dialyseverfahren indiziert, wird zusätzlich die Elimination der Wirkstoffe über die Dialyse berechnet. Somit kann der Wirkstoffspiegel nicht nur als Absolut-Wert bestimmt werden, sondern es kann ein Zusammenhang zwischen renaler Clearance, nicht renaler Clearance, Dialyse-Clearance und Gesamtwirkstoff-Clearance hergestellt werden. Die Proben für die Wirkstoffspiegelmessung werden am Untersuchungstag an einem genau definierten Zeitpunkt abgenommen und nach Aufbereitung bei -80°C eingefroren. Der LiMAx-Test wird an demselben Tag durchgeführt. Die Messung der Wirkstoffspiegel erfolgt als Batch-Messung alle drei Monate mittels High-Performance-Liquid-Chromatographie (HPLC). Nach den Ergebnissen des LiMAx-Tests wird die Leberdysfunktion in drei Schweregrade (Gruppen) eingeteilt und zusätzlich die Normalfunktion definiert. Die Gruppen werden mittels geeigneter statistischer Testverfahren auf signifikante Unterschiede überprüft. Es gelten folgende Hypothesen: (i) Patienten mit einer Leberdysfunktion haben höhere Wirkstoffspiegel als Patienten mit einer normalen Leberfunktion. (ii) Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der Leberdysfunktion und der Höhe der Wirkstoffspiegel. Diese Studie könnte erstmals belegen, dass hepatisch abbaubare Antibiotika bei einer Leberdysfunktion kumulieren und der Leberfunktion angepasst werden sollten.

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