Beschreibung der Studie

Eine Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) wird in der Regel als intravenöse Anästhesie (Verabreichung des Narkosemittels über eine Vene) oder als Inhalationsanästhesie (Verabreichung des Narkosemittels über die Atemluft) durchgeführt. Zusätzlich wird jedem Patienten ein starkes Schmerzmittel verabreicht. Beide Anästhesieverfahren haben spezifische Vor- und Nachteile. Ein ideales Narkosemittel, welches allen Patienten gerecht wird und für jede klinische Situation geeignet ist, gibt es nicht. Zu den Vorteilen der intravenösen Anästhesie, die in der Regel mit dem Narkosemittel Propofol durchgeführt wird, gehören die Brechreiz-hemmende Wirkung und die geringe Rate an Übelkeit und Erbrechen nach der Operation, die gute Steuerbarkeit und die angenehme Aufwachphase. Dem stehen Nachteile gegenüber, wie häufiger Injektionsschmerz bei der Narkoseeinleitung, Gefahr des Blutdruckabfalls bei älteren oder herzkranken Patienten, ein unterschiedlicher individueller Bedarf sowie sehr seltene Wacherlebnisse während der Operation. Die Vorteile der Inhalationsanästhesie bestehen in der universellen Einsetzbarkeit und der hohen Herz-Kreislauf-Stabilität, vor allem bei Risikopatienten. Nachteile sind die Brechreiz-steigernde Wirkung sowie die gelegentlich auftretende Unruhe des Patienten in der Aufwachphase. Plötzliche Aufwachreaktionen während der Operation sind allerdings bei dieser Narkoseform seltener als bei der intravenösen Anästhesie. Um die Vorteile beider Verfahren zu nutzen und deren Nachteile zu minimieren, kombinieren viele Anästhesisten Propofol mit einem Inhalationsnarkotikum, allerdings sind die Auswirkungen dieser Kombinationsnarkose bislang nicht gut untersucht. Primäres Ziel dieser Studie ist der Nachweis, dass die Kombinationsnarkose im Vergleich mit der ausschließlich intravenösen Anästhesie mit keinem höheren Risiko für Übelkeit und Erbrechen verbunden ist. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob die Kombinations-narkose zu einer schnelleren Rekonvaleszenz führt. Außerdem wird die gesundheits-bezogene Lebensqualität anhand eines Fragebogens erfasst.

Passende Studie finden

Studiendetails

Studienziel Auftretenshäufigkeit und Schweregrad von PONV (ermittelt durch postoperativen Fragebogen, OP-Tag, 1. und 2. postoperativer Tag)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 686
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Park-Klinik WeissenseeAbteilung Anästhesiologie Intensivmedizin

Finden Sie die richtige Leistenbruch-Studie

Mithilfe unseres medizinischen Fragebogens finden Sie heraus, ob diese oder eine andere Studie eine Möglichkeit für Sie darstellt.

Richtige Studie finden

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Elektive operative Eingriffe in Allgemeinanästhesie
  • Intubationsnarkosen
  • Mindestalter 18 Jahre
  • ASA-Klassifikation I-III
  • OP-Dauer mindestens 30 Minuten

Ausschlusskriterien

  • fehlende Bereitschaft zur Speicherung und Weitergabe der pseudonymisierten Krankheitsdaten
  • Notfalleingriffe
  • Schwangerschaft
  • Allgemeinstatus: nicht operable nach ASA-Einstufung des Narkoserisikos
  • Kein Vorliegen der schriftlichen Einverständniserklärung nach schriftlicher und mündlicher Patientenaufklärung
  • Alter unter 18 Jahren
  • Teilnahme an einer anderen Studie innerhalb der letzten drei Monate
  • mentale Schwäche die es der Potenzellen Studienteilnehmerin unmöglich macht, die Natur, das Ziel und die möglichen Konsequenzen der Studienteilnahme zu bewerten
  • Kontraindikation für die in der Studie verabreichten Medikamente

Adressen und Kontakt

Diese Studie ist geschlossen.Finden Sie jetzt eine aktuelle Möglichkeit.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV) ist ein häufiges Phänomen nach Operationen in Allgemeinanästhesie. Die Angaben zur Häufigkeit von PONV in der Literatur schwanken jedoch sehr stark (< 5% bis > 70%). Dies erklärt sich durch heterogene Untersuchungsbedingungen, verursacht durch eine Vielzahl von Einflussfaktoren wie Geschlecht, operativer Eingriff, Anwendung opioidhaltiger Schmerzmittel, Einsatz von Regionalanästhesietechniken und Gabe von Antiemetika. Als gesichert gilt hingegen, dass die Totale intravenöse Anästhesie mit Propofol (TIVA) der Anwendung von gasförmigen Anästhetika wie Sevofluran (Inhalationsnarkose) in Bezug auf die PONV-Häufigkeit überlegen ist. Wird die Narkose mit einem Luft-Sauerstoffgemisch durchgeführt und wird auf den Einsatz des stark emetogenen Lachgases verzichtet, dann weist die Inhalationsnarkose im Vergleich zur TIVA eine um 20-25% höhere PONV-Rate auf. Durch den prophylaktischen Einsatz von antiemetischen Substanzen wie Dexamethason kann dieser Unterschied allerdings reduziert werden. Den Vorteilen der TIVA stehen jedoch auch Nachteile gegenüber. Dazu gehören häufiger auftretende Wacherlebnisse (Awareness) und Spontanbewegungen während der Operation sowie eine geringere hämodynamische Stabilität bei kardialen Risikopatienten. Die vorliegende Untersuchung basiert auf der Hypothese, dass sich bei der kombinierten Anwendung von Sevofluran und Propofol in niedriger Dosierung (low-dose) die Wirkungen beider Substanzen ergänzen, während gleichzeitig die Nebenwirkungen reduziert werden. Primäres Ziel unserer Studie ist der Nachweis, dass diese Kombinationsnarkose im Vergleich mit der TIVA mit keinem höheren PONV-Risiko verbunden ist. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob die Kombinationsnarkose, bei reduzierter Dosierung der einzelnen Substanzen zu einer höheren hämodynamischen Stabilität, sowie zu einer schnelleren Rekonvaleszenz führt.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: