Beschreibung der Studie

In den Jahren 1998- 2004 waren durchschnittlich 2,6 Kinder /Jahr mit NAS (= Neonatales Abstinenz Syndrom) stationär. Seit 2005 sind es durchschnittlich 7,5 Kinder/ Jahr die wegen NAS betreut werden. Die Kinder werden entsprechend dem internationalem Standard für das NAS mit Morphinlösung 0,04% behandelt. Von den betroffenen Kindern sollen im Laufe ihres postnatalen Krankenhausaufenthalts 4 Videoaufnahmen und noch zusätzlich eine Videoaufnahme 12 Wochen nach dem berechneten Geburtstermin durchgeführt werden. Anhand der Videos soll die Qualität der Spontanbewegungen nach Prechtl analysiert werden und dadurch eine Aussage über zu erwartende neurologische Defizite möglich werden. Des Weiteren soll durch diesen Ansatz geklärt werden ob die Analyse nach Prechtl in Zukunft auch für eine Evaluierung der medikamentösen Morphin-Therapie angewandt werden kann.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Verlaufsanalyse der Qualität der GM's (General Movements) der postnatalen durchgeführten 4 Videoaufnahmen und der Videoaufnahme 12 Wochen nach dem berechneten Geburtstermin.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 20
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Univ. Klinik für Kinder und Jugendheilkunde

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Neugeborene mit Neonatalem Abstinz Syndrome

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Maternaler Drogenkonsum während der Schwangerschaft geht oft mit einer postnatalen Entzugssymptomatik des Neugeborenen (neonatales Abstinenzsyndrom, NAS) einher, welches mit Hilfe des Finnegan-Scores evaluiert wird. Klassische Anzeichen für ein NAS sind Myoklonien in Ruhe und bei Störung, erhöhter Muskeltonus und Reflexe, Schwitzen, instabile Körpertemperatur, verstopfte Nase, anhaltendes schrilles Schreien, kurze Schlafphasen, in seltenen Fällen Krämpfe; des Weiteren kann es zu Tachypnoe und Apnoen kommen. Zudem zeigen viele Kinder gastrointestinale Symptome mit Erbrechen und wässrigen Durchfällen, so dass oft ein oraler Nahrungsaufbau nicht möglich ist. Zusammen mit den aus der Unruhe resultierenden Trinkproblemen kann im Extremfall eine Sondenernährung bzw. parenteralen Ernährung notwendig sein. Neben der gesamtgesellschaftlichen Betrachtung des Problems unter medikoökonomischen Aspekten ist die Frage nach der optimalen Therapie für betroffene Neugeborene ein Schwerpunkt der Forschung. Bereits eine Vielzahl von Studien beschäftigten sich mit der neonatalen Therapie des NAS; die Langzeitprognose in Abhängigkeit von mütterlicher und neonataler ¬Therapie wurde bisher kaum erforscht. Die Beurteilung der „General Movements (GMs)“ anhand von Videoanalysen nach Prechtl ist eine verlässliche Methode, um spätere neurologische Defizite bereits sehr früh (etwa 10-15 Wochen nach errechnetem Geburtstermin) zu erkennen. GMs sind endogen generierte Spontanbewegungen, die durch eine hohe Variabilität der Sequenz, Amplitude, Geschwindigkeit, Kraft und Intensität gekennzeichnet sind. Die qualitative Beurteilung der GMs ist für den Säugling in keinster Weise störend und kann daher auch während der Intensivbetreuung angewandt werden. Der große Vorteil, ein hohes Risiko für eine schwere neurologische Erkrankung so früh zu erkennen, liegt in der Möglichkeit der Frühintervention. Coyle et al. entwickelten für ihre Studie einen Score um das neonatale neurologische Verhalten von Kindern mit NAS zu beurteilen, wobei ein Unterpunkt des Scores die Beurteilung der Qualität der Bewegungen in einer ähnlichen Form wie die Analyse nach Prechtl war. Es konnte gezeigt werden, dass die Qualität der Bewegungen mit der Schwere des NAS korreliert. Frühtherapien könnten mit der Methode der qualitativen Beurteilung der GMs begleitet und so ihre Effektivität kontinuierlich evaluiert werden. Palchik et al. zeigten ein ungünstiges entwicklungsneurologisches Outcome bei Kindern nach mütterlichem Opiat-Abusus und mütterlicher HIV-Infektion, indem sie die Qualität der kindlichen GMs beurteilten. Wichtig wäre es jedoch, die Methode der GMs-Analyse bei Kindern mit NAS-Problematik ohne andere Einflussfaktoren anzuwenden, da fraglich ist, wie groß die Auswirkungen der mütterlichen HIV-Infektion auf die kindliche Entwicklung sind. Somit stellt die Problematik des neonatalen Drogenentzugssyndroms eine unverändert dringende medizinische sowie gesellschaftliche Aufgabe dar, bei der es notwendig ist, prospektive Untersuchungen in der perinatalen Periode mit einer langfristigen Analyse der Entwicklung betroffener Kinder zu kombinieren. Literatur: Prechtl HFR, Einspieler C, Cioni G, Bos AF, Ferrari F, Sontheimer D. Lancet 1997 An early marker for neurological deficiets after perinatal brain lesions. 33349: 1361-3. Prechtl HFR. Qualitative changes of spontaneous movements in fetus and preterm infant are a marker of neurological dysfunction. Early Hum Dev 1990; 23:151-8 Coyle MG, Salisbury AL, Lester BM, Jones HE, Lin H, Graf-Rohrmeister K, Fischer G. Neonatal neurobehavior effects following buprenorphine versus methadone exposure. Addiction. 2012 Nov;107 Suppl 1:63-73. Palchik AB, Einspieler C, Evstafeyeva IV, Talisa VB, Marschik PB. Intra-uterine exposure to maternal opiate abuse and HIV: the impact on the developing nervous system. Early Hum Dev. 2013 Apr;89(4):229-35.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.

Annotation headline

Annotation Synonyms

Annotation text

Weiterlesen Quelle: