Beschreibung der Studie

Menschen mit Binge-Eating-Störung leiden unter regelmäßigen Essanfällen, denen sie sich ausgeliefert fühlen. Häufig sind die Betroffenen sehr unzufrieden mit dem eigenen Körper, fühlen sich schuldig und ekeln sich vor sich selbst. Diese starken negativen Gefühle gegenüber dem eigenen Körper lösen in vielen Fällen neue Essanfälle aus. Auch übergewichtige Menschen ohne Binge-Eating-Störung sind oftmals unzufrieden mit ihrem Körper, was wiederum mit vermehrtem Essen in Verbindung gebracht wurde. Daher kann es im Hinblick auf eine Gewichtsreduktion auch für körperunzufriedene Personen mit Übergewicht sinnvoll sein, die Körperzufriedenheit zu verbessern. Das Körperbild und die Gefühle gegenüber dem eigenen Körper spielen bei der Aufrechterhaltung der Binge-Eating-Störung und des Übergewichts eine große Rolle, weswegen eine Verbesserung der Körperzufriedenheit sinnvoll und notwendig ist. Deshalb soll im Rahmen einer Studie die Wirksamkeit eines Trainings zur Verbesserung der Körperzufriedenheit untersucht werden. Dieses Training wird im Rahmen der Studie sowohl für Menschen mit Binge-Eating-Störung als auch für übergewichtige Menschen ohne Binge-Eating-Störung angeboten. Die Teilnehmer werden zufällig einer Trainingsgruppe, die das Körperbildtraining sofort erhält und einer Wartegruppe, die das Training nach 3 Monaten erhält zugeteilt. Zur Überprüfung der Wirksamkeit des Körperbildtrainings werden unterschiedliche Methoden angewandt. Dazu zählen Interviews und Fragebögen, mit deren Hilfe wir uns einen Eindruck von der Ess- und Körperbildproblematik machen wollen. Darüber hinaus kommen die Methode des Lauten Denkens und unterschiedliche Aufgaben am Computer mit Messung der Pupillenveränderung zum Einsatz.

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Studiendetails

Studienziel Erhebung zu zwei Zeitpunkten - prä und post (vor und nach dem Körperbildtraining): Eyetracking: Dauer und Häufigkeit der Blicke auf schöne und hässliche Körperzonen. Dauer und Häufigkeit auf das Selbst- und Fremdbild. Sakkadenlatenz. Think Aloud-Methode: Stimmfrequenz und Herzrate.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 200
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • BES-Gruppe: BMI zwischen 25 und 45 + objektive Essanfälle.
  • Adipositas-Gruppe: BMI zwischen 25 und 45 + keine objektiven Essanfälle
  • Gesamt:
  • Weibliches Geschlecht
  • Normale oder korrigierte Sehfähigkeit

Ausschlusskriterien

  • Unzureichende Kenntnis der deutschen Sprache, schwerwiegende körperliche Erkrankungen (z. B. Krebs), aktuelle Schwangerschaft oder Stillzeit, Farbfehlsichtigkeit oder schwere Augenerkrankung, aktuelle Alkohol- oder Substanzabhängigkeit, aktuell Vorliegen von Wahnideen bzw. Halluzinationen, aktuelle manische Episode, Borderline-Persönlichkeitsstörung, aktuelle Suizidalität, Bulimia Nervosa, aktuelle Teilnahme an anderen Therapiestudien, aktuelle Teilnahme an Gewichtsreduktionsprogrammen.

Adressen und Kontakt

Universität, Tübingen

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Häufig gestellte Fragen

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Die Überbewertung von Figur und Gewicht in Bezug auf den Selbstwert und die damit einhergehende Körperunzufriedenheit stellt ein Kernmerkmal der Binge Eating Störung (BES) (Wilfley, Schwartz, Spurrell, & Fairburn, 2000a) und einen Prädiktor für einen schlechteren Behandlungserfolg dar (Masheb & Grilo, 2008). Schematheoretischen Konzeptionen zufolge (Williamson, White, York-Crowe, & Stewart, 2004) ist die Körperunzufriedenheit Ausdruck der im Körperschema repräsentierten und aus früheren (negativen) Erfahrungen entstandenen Überzeugungen zum eigenen Körper. Diese können über saliente Reize wie z.B. den Anblick des eigenen oder eines fremden Körpers aktiviert werden und Gedächtnis-, Beurteilungs- und Aufmerksamkeitsprozesse in Bezug auf körperbezogene Inhalte (selektiv) beeinflussen (Wilson, Fairburn, Agras, Walsh, & Kraemer, 2002). Es wird ferner angenommen, dass das daraus resultierende pathologische Verhalten wie z. B. stark ausgeprägtes körperbezogenes Kontrollverhalten (Body Checking) und/oder körperbezogenes Vermeidungsverhalten (Body Avoidance) wiederum zur Aufrechterhaltung und Verstärkung der negativen körperbezogenen Schemata beiträgt. Erste empirische Studien legen nahe, dass Frauen mit stark ausgeprägter Essstörungssymptomatik durch eine verstärkte Aufmerksamkeitszuwendung auf den eigenen im Vergleich zu einem fremden Körper (Blechert, Ansorge, & Tuschen-Caffier, 2010) und auf subjektiv hässliche im Vergleich zu subjektiv schönen Körperteilen (Jansen, Nederkoorn, & Mulkens, 2005) gekennzeichnet sind. Eigene Vorarbeiten bestätigen diese Befunde auch für Frauen mit BES (Svaldi, Caffier, & Tuschen-Caffier, 2011a, 2011b). Nach dem aktuellen Forschungsstand ist allerdings unklar, (a) ob diese Mechanismen veränderbar sind, (b) eine Veränderung der beschriebenen Aufmerksamkeitsprozesse auch zu einer Verbesserung der Körperunzufriedenheit führt. Daher plant das aktuelle Forschungsprojekt Aufmerksamkeitsprozesse bei der Körperbildbetrachtung im Rahmen zweier experimenteller Paradigmen vor und nach einem Körperbildexpositionstraining zu erfassen, das Körperunzufriedenheit effektiv reduziert (Trentowska, Bender, & Tuschen-Caffier, accepted).

Quelle

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