Beschreibung der Studie

In dieser Studie soll überprüft werden, ob sich Gedächtnisprobleme bei Jungen mit einer ADHS durch eine akustische Verstärkung des Tiefschlafs aufheben lassen können. Gesunde Kinder und Erwachsene können sich besser an zuvor Gelerntes erinnern, wenn sie zwischen dem Lernen und dem Abruf eine Nacht geschlafen haben. Hierfür ist vor allem der Tiefschlaf verantwortlich. Hingegen scheinen Kinder mit einer ADHS nicht vom Tiefschlaf zu profitieren und zeigen schlechtere Gedächtnisleistungen nach dem Schlaf. An gesunden Erwachsenen konnte bereits gezeigt werden, dass mit Hilfe von leisen, kurzen Tönen während des Tiefschlafs die Gedächtnisleistungen verbessert werden können. Dies kann damit erklärt werden, dass diese Töne den Tiefschlaf verstärken. In der geplanten Studie soll nun mit Hilfe der Darbietung von leisen, kurzen Tönen der Tiefschlaf bei Jungen mit und ohne ADHS zu verstärkt werden, um somit die Gedächtnisleistungen bei Jungen mit ADHS nach dem Schlaf zu bessern. Es sollen 20 Jungen im Alter von 9-12 Jahren mit einer ADHS sowie 20 gleichaltrige gesunde Kinder als Kontrollgruppe untersucht werden. Für eine Studienteilnahme werden ein mindestens durchschnittlicher IQ, eine mindestens durchschnittliche Gedächtniskapazität, ein gesunder Schlaf und auch sonst keine über die ADHS-hinausgehenden psychischen Auffälligkeiten vorausgesetzt. In der hier geplanten Studie verbringen die Kinder insgesamt drei Nächte im Schlaflabor (bestehend aus einer Eingewöhnungsnacht, einer Stimulationsnacht und einer Kontrollnacht ohne Töne). In allen drei Nächten wird ein Schlaf-EEG abgeleitet. An den Abenden der zweiten und dritten Nacht werden zwei Aufgaben durchgeführt: bei der einen Aufgabe sollen Kombinationen von Wortpaaren erlernt werden, die andere Aufgabe stellt eine motorische Geschicklichkeitsaufgabe dar. In einer der beiden Nächte erfolgt die Unterstützung des Tiefschlafs durch das Einspielen der Töne, in der anderen Nacht wird die Schlaftiefe nicht beeinflusst. An den Morgen soll überprüft werden, wie gut sich die Kinder an die Wortpaare erinnern können, und es wird erneut die motorische Geschicklichkeitsaufgabe durchgeführt. Wir erwarten, dass sich durch die Darbietung von Tönen im Schlaf die Gedächtnisleistungen der ADHS-Patienten an die Leistungen der gesunden Kinder ohne Stimulation angleichen.

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Studiendetails

Studienziel Gedächtnisleistung in deklarativer und prozeduraler Lernaufgabe (deklaratives Gedächtnisparadigma (Wortpaarassoziationen)/motorisches Gedächtnisparadigma (Serial-Reaction-Time-Task)), gemessen an Gedächtnisverlust oder -gewinn über die Nacht, jeweils pro Nacht und pro Proband. Vergleich zwischen den beiden Nächten (Stimulation und Kontrollnacht), alle Parameter auch im Vergleich zwischen den Probandengruppen
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Placebo
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Intelligenz im Normalbereich (IQ: 85-130)
  • keine Kurzzeitgedächtnisprobleme
  • keine chronischen Erkrankungen
  • Patienten: keine weiteren Diagnosen neben ADHS
  • Kontrollen: keine psychiatrischen Diagnosen nach ICD-10
  • keine Schlafstörungen

Ausschlusskriterien

  • unter- bzw weit überdurchschnittliche Intelligenz (IQ <85 oder >130)
  • Kurzzeitgedächtnisprobleme
  • chronischen Erkrankungen
  • Patienten: weiteren Diagnosen neben ADHS
  • Kontrollen: psychiatrischen Diagnosen nach ICD-10
  • Schlafstörungen

Adressen und Kontakt

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Kiel

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Häufig gestellte Fragen

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In dieser Studie soll gezeigt werden, dass Defizite in der schlafgebundenen Gedächtniskonsolidierung bei Jungen mit einer ADHS durch akustisch verstärkte langsame Oszillationen während des Schlafs normalisiert werden können. Wie viele Studien belegen, unterstützt der Deltaschlaf bei gesunden Kindern und Erwachsenen die Festigung (Konsolidierung) deklarativer Gedächtnisinhalte. Der Deltaschlaf ist durch eine hohe neuronale Synchronizität und damit durch eine hochamplitudige, niederfrequente EEG-Aktivität (im Bereich <1Hz, Langsamer Oszillationen) charakterisiert. Mehrere Studien verweisen auf einen kausalen Zusammenhang zwischen der Amplitude der Langsamen Oszillationen und der schlafassoziierten Gedächtniskonsolidierung. So wurde beispielsweise mittels transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) bzw. mit phasengenauer Applikation akustischer Reize im Deltaschlaf die Amplitude Langsamer Oszillationen verstärkt, was gleichzeitig zu einer Steigerung schlafabhängiger Gedächtnisleistungen führte. Bei Kindern und Jugendlichen mit einer ADHS scheinen endogene langsame Oszillationen die Gedächtniskonsolidierung nicht zu unterstützen. Die Applikation von Langsamen Oszillationen mittels tDCS konnte jedoch die schlafassoziierte Gedächtniskonsolidierung bei Kindern mit einer ADHS normalisieren. Ziel der geplanten Studie ist es nun, mit Hilfe der gut verträglichen akustischen Stimulation endogene Langsamen Oszillationen zu stimulieren, um dadurch die Gedächtnisleistungen von Kindern mit einer ADHS auf das Niveau von gesunden Kindern anzuheben. Es sollen 20 Jungen (9-12 J.) mit einer ADHS und eine Kontrollgruppe (n=20) gleichen Alters in die Studie eingeschlossen werden. Ausschlusskriterien sind ein unterdurchschnittlicher Intelligenzquotient, grundlegende Gedächtnisdefizite, Schlafstörungen sowie weitere psychische Auffälligkeiten. Die Studie umfasst neben einer klinischen Diagnostik drei Nächte im Schlaflabor mit stationärer polysomnographischer Überwachung (bestehend aus einer Eingewöhnungsnacht, einer Stimulationsnacht und einer Kontrollnacht ohne Stimulation). Mittels online-Detektion Langsamer Oszillationen im Deltaschlaf werden phasengenau kurze Töne (55 dB, 50 ms Bursts von 1/f-Rauschen) über Kopfhörer appliziert, um die Langsamen Oszillationen in ihrer Amplitude zu verstärken. Die akustische Stimulation wird für die 210 Minuten angewendet. Als Gedächtnisaufgaben kommen ein deklaratives Gedächtnisparadigma (Wortpaarassoziationen) und als Kontrollaufgabe ein motorisches Gedächtnisparadigma (Serial-Reaction-Time-Task) zum Einsatz. Während die Encodierung vor dem Schlafengehen erfolgt, findet der Abruf am nächsten Morgen satt. Es wird erwartet, dass sich Patienten im Vergleich zu Kontrollen in der Sham-Bedingung schlechtere Konsolidierungsleistung (Δ Encodierung- Abrufleistung) aufweisen. Ferner wird erwartet, dass sich die Konsolidierungsleistungen in beiden Gruppen nach der Stimulation im Vergleich zur Shambedingung verbessern. Zudem wird erwartet, dass Patienten in der Stimulationsbedingung vergleichbare Konsolidierungsleistungen zeigen wie gesunde in der Shambedingung.

Quelle

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