Beschreibung der Studie

Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper ist bei übergewichtigen Personen mit und ohne Essstörung sehr häufig und geht oftmals mit einem hohen Leidensdruck einher. Da eine hohe Körperunzufriedenheit die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken kann, ist die Behandlung der Körperunzufriedenheit wichtig. In diesem Zusammenhang belegen erste Studien eindrucksvoll die Wirksamkeit sogenannter „Körperkonfrontationstrainings“ für die Verbesserung der Körperzufriedenheit. Ziel dieser Studie ist es, die Wirkmechanismen des Körperkonfrontationstrainings bei übergewichtigen Frauen mit Binge Eating Störung mit Hilfe funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) zu untersuchen.

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Studiendetails

Studienziel Aktivierung in extrastriatalen und fusiformen Body Areas und limbischen Bereichen beim Ansehen des Selbst-Körpers (gemessen mit fMRT vor und innerhalb von zwei Wochen nach Spiegelkonfrontation/Wartezeit)
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • BES (Binge Eating Störung)-Diagnose nach DSM-V als primäre Diagnose;
  • BMI zwischen 25 und 45;
  • Fähigkeit und Willen für informierte Zustimmung zur Studienteilnahme

Ausschlusskriterien

  • Hohes Suizidrisiko; Gleichzeitig bestehende psychotische oder bipolare Erkrankung, Alkohol-/Substanzabhängigkeit in den letzten 6 Monaten und/oder Borderline Persönlichkeitsstörung; Med. Erkrankung, die Gewicht und/oder Fähigkeit zur Teilnahme beeinflusst; Nicht ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache; Gegenwärtige Teilnahme an psychotherapeutischer Behandlung außer im Rahmen der Studie; Gegenwärtige Teilnahme an einem Gewichtskontrollprogramm; Medikation, die das Gewicht beeinflusst; Schwangerschaft; Vorgeschichte von Metall/Metallfragmenten im Körper (z.B. durch Unfall oder Verletzung); Nicht entfernbare med. Geräte (z.B. Herzschrittmacher, Cochleaimplantat); Operation am Kopf oder Herz; Vorgeschichte nicht behandelter Klaustrophobie oder Panikattacken in engen Räumen; Nicht entfernbares Metall am Körper (z.B. Piercings); Großflächiges Tattoo im Kopf- oder Halsbereich und/oder Tattoo, bei dem die Benutzung metallhaltiger Farbe nicht ausgeschlossen werden kann; Kein Einverständnis zur Information über Zufallsbefunde

Adressen und Kontakt

Universität, Tübingen

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Häufig gestellte Fragen

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Mit der fünften Auflage des Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen (DSM-5; American Psychiatric Association [APA], 2013) im Mai 2013 wurde die Binge Eating Störung (BES) von einer DSM-IV Forschungskategorie zu einer eigenen diagnostischen Störung erhoben. BES wird charakterisiert durch wiederholte Essanfälle bei Abwesenheit kompensatorischer Maßnahmen. Mit einer Prävalenz von 2% bis 5% (Hudson et al., 2007) ist BES die prävalenteste Essstörung, und ist mit Übergewicht und Adipositas verknüpft (Yanovski, 2003). Darüberhinaus ist BES mit einem hohen Maß an komorbiden psychischen Erkrankungen sowie substantiellen medizinischen, psychologischen und psychosozialen Auswirkungen (Husdon et al., 2007), reduzierter gesundheitsbezogener Lebensqualität (De Zwaan et al., 2002; Rieger et al., 2005) und einem erhöhten Mortalitätsrisiko (Fichter et al., 2008) assoziiert. Empirische Befunde legen nahe, dass schemagetriebene Prozesse die Überbewertung von Körperform und Gewicht bei BES aufrechterhalten könnten (Svaldi et al., 2011, 2012). Die zugrundeliegende funktionelle Neuroanatomie der Überbewertung von Körperform und Gewicht und der damit zusammenhängenden Körperunzufriedenheit ist allerdings noch nicht verstanden. Tatsächlich hat bisher keine Studie direkt überprüft, ob die Überbewertung von Körperform und Gewicht auf dysfunktionalen körperbildverarbeitenden Gehirnnetzwerken beruht. Die Charakterisierung dieser neuronalen Untermauerung könnte zu einem besseren Verständnis der Ätiologie von BES beitragen, und könnte einen Biomarker zur besseren diagnostischen Unterscheidung zwischen Störungen desselben Clusters oder zwischen Subgruppen der gleichen Störung liefern. Indirekte erste Belege, dass Körperbildstörungen bei BES mit dysfunktionalen körperbildverarbeitenden Netzwerken im Gehirn zusammenhängen könnten, stammt von funktionellen Magnetresonanz- (fMRT-) Studien mit Patienten mit Anorexia Nervosa (AN; z.B. Friederich et al., 2010; Mohr et al., 2010; Uher et al., 2005; Wagner et al., 2003) und Bulimia nervosa (BN; z.B. Mohr et al., 2011; Vocks et al., 2010). Da die funktionellen neuronalen Korrelate der Körperbildstörung zwischen AN und BN allerdings unterschiedlich zu sein scheinen, hat das Wissen über diese beiden Essstörungen nur eingeschränkte Validität für BES und Neuroimaging-Forschung für diese Störung ist dringend vonnöten. Wir werden etablierte Methoden zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge verwenden: Zuerst werden wir zwei etablierte fMRT-Paradigmen einsetzen, um neuronale Unterschiede bei der Verarbeitung des Selbst- und eines gewichtsgematchten Kontrollkörpers bei Frauen mit BES und gewichtsgematchten Frauen ohne BES zu untersuchen. Vergleiche werden (a) Aktivierungen in Körperbild verarbeitenden neuronalen Arealen (extrastriatäre und fusiforme body areas) und (b) durch das Körperbild verursachte Aktivierung in emotionsverarbeitenden Netzwerken (einschl. Amygdala, Insula, medialem Präfrontalkortex) sowie Korrelationen zwischen diesen Aktivierungen und erhobenen Fragebogenwerten beinhalten. Zum Zweiten werden innerhalb der BES-Gruppe die Hälfte der Teilnehmer zufällig einer wiederholten Spiegelkonfrontation (4 Sitzungen) zugeordnet, die andere Hälfte einer Wartekontrollgruppe. Gruppen- und Zeitvergleiche werden kognitive und affektive Veränderungen in Bezug auf die über Fragebögen erhobene Körperwahrnehmung untersuchen. Drittens werden die bereits erwähnten fMRT-Paradigmen mit der BES-Gruppe ein zweites Mal durchgeführt werden. Vergleiche werden hierbei (a) die Modifizierung neuronaler Verarbeitung beim Ansehen des Selbst- versus Fremdkörpers nach der Spiegelkonfrontation und (b) Unterschiede in Bezug auf neuronale Prozesse beim Ansehen des Selbst- versus Fremdkörpers zwischen BES-Patienten in der Spiegelkonfrontationsgruppe und der Wartelistenkontrollgruppe umfassen.

Quelle

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