Beschreibung der Studie

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit rückfälligem Hochrisiko- oder behandlungsresistentem Neuroblastom (rNB) stellen eine Patientengruppe mit trostloser Prognose dar, für die eine empfohlene Salvage Standardtherapie derzeit nicht vorhanden ist. Der multimodale, metronomische Ansatz, der molekular gerichtete Medikamente (Rapamycin und Dasatinib) mit konventioneller Chemotherapie (Irinotecan und Temozolomid) kombiniert, wird randomisiert als neue Behandlungsstrategie für Patienten mit rNB untersucht. Das Ziel hierbei ist es, den therapeutischen Nutzen molekular gerichteter Medikamente bei der Behandlung von rNB zu untersuchen. Die Kombination von Irinotecan und Temozolomid zeigte Effekte bei der Behandlung diverser Tumore solider Organe, Hirntumoren und Neuroblastomen. In einer Studie erhielten rNB Patienten eine mittlere Dosis von 5 Zyklen der Dauer von 5 Tagen Irinotecan und Temozolomid alle 3 bis 4 Wochen mit einer gesamten Dosis kleiner 35% als in dem RIST Design. 33% hatten einen Krankheitsrückgang mit 8% CR oder PR. Eine Phase II Studie zu rNB, die ebenfalls Irinotecan und Temozolomid mit einer wesentlich geringeren Intensität verwendete, zeigte eine Ansprechrate von 15%. Die Kombination eines mTOR-Inhibitors mit einem Multi-Kinase-Inhibitor zeigte in vorklinischen Studien einen synergistischen Effekt auf den Stillstand des Zellzyklus, Apoptose und die Sensibilisierung für Strahlen- und Chemotherapie. Es wird angenommen, dass diese Kombination von molekular gerichteten Medikamenten mit einer vertretbaren konventionellen Chemotherapie bestehen aus Irinotecan und Temolozomid das Endergebnis für diese Patientenpopulation erheblich verbessern kann. Eine Gruppe von 20 rNB Patienten, die mit dem RIST Therapieansatz als Compassionate Use behandelt wurden, zeigte ein Gesamtüberleben von 55% bei einem Durchschnitt von 80 Wochen mit einem vertretbaren Nebenwirkungsprofil.

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Studiendetails

Studienziel - Der primäre Endpunkt ist das progressionsfreie Überleben (PFS); Zeitrahmen: Zeitintervall vom Datum der Randomisierung bis zum Datum der ersten dokumentierten Progression oder dem Datum des Todes aufgrund jeglicher Ursachen, was auch immer zuerst eintritt, Untersuchung bis zu 52 Wochen; Das primäre Ziel dieser Studie ist die Evaluation des progressionsfreien Überlebens von rNB bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch Vergleich eines multimodalen Behandlungsschemas bestehend auch Temozolomid (T), Irinotecan (I), Rapamycin (R) und Dasatinib (S) gegenüber Irinotecan (I) und Temozolomid (T) (I/T) allein.
Status Teilnahme möglich
Studienphase 2
Zahl teilnehmender Patienten 114
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Standardtherapie
Finanzierungsquelle Bitte wenden Sie sich an den Sponsor / Please refer to primary sponsor

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit rezidiviertem Hochrisiko-Neuroblastom (Stadium IV und alle MYCN pos. Stadien) oder progressiver Krankheit während Erstbehandlung (=rNB) und die allen der folgenden Kriterien entsprechen werden für die Aufnahme in die klinische Studie in Erwägung gezogen:
  • Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren
  • Unterschriebene schriftliche Einverständniserklärung
  • Frauen im gebärfähigen Alter müssen einen negativen Urin-Schwangerschaftstest vor Beginn der Gabe des Studienmedikaments vorweisen. Der erste Schwangerschaftstest muss innerhalb von 10-14 Tagen vor dem Beginn der Studienmedikation, der zweite Schwangerschaftstest innerhalb von 24 Stunden vor der erstmaligen Verabreichung des Studienmedikaments erfolgen. Der Patientin darf kein Studienmedikament verabreicht werden, bis der Prüfarzt überprüft hat, dass das Ergebnis der Schwangerschaftstests negativ ist.
  • Frauen im gebärfähigen Alter müssen den Auflagen des institutionellen Empfängnisverhütungsstandards mit Pearl-Index <1% nachkommen. Empfängnisverhütung muss mindestens vier Wochen vor dem Start der sich in der Forschung befindlichen Behandlung begonnen werden.
  • Frauen im gebärfähigen Alter müssen einwilligen, vom Stillen für die Dauer der klinischen Studie und für mindestens 30 Tage nach Beendigung der klinischen Studie abzusehen.
  • Männer müssen einwilligen, kein Kind zu zeugen und Latexkondome während jeglichem sexuellen Kontakt mit Frauen im gebärfähigen Alter während der Therapie und für 6 Monate nach Therapieende oder –abbruch zu benutzen, selbst wenn sie sich einer erfolgreichen Vasektomie unterzogen haben.
  • Gewillt und in der Lage, alle Prozeduren der klinische Studie zu vollenden, wie es im Protokoll beschrieben wurde
  • Nichtraucher seit mindestens 3 Monaten vor Studienbeginn. Rauchen ist während der gesamten Studiendauer nicht gestattet
  • Verzicht auf Alkohol während der letzten 24 Stunden vor dem Screening und vor Aufnahme in das Forschungszentrum sowie während der gesamten klinischen Studie. Die normale tägliche Ethanol-Aufnahme muss weniger als 20g/Tag für wenigstens die letzten drei Monate betragen.
  • Patienten müssen eine absolute Neutrophilenanzahl (ANC) ≥ 500/µl, Hämoglobin ≥8g/dl (Transfusion erlaubt) und eine nicht unterstützte Thrombozytenanzahl ≥30000/µl aufweisen, außer:
  • Umfassende Beteiligung des Knochenmarks wurde dokumentiert
  • Patient ist früh nach der Erstbehandlung rezidiviert oder refraktär geworden

Ausschlusskriterien

  • Schwangerschaft, stillend
  • Patienten, die ein thrombotisches Ereignis erlitten haben und Antikoagulation benötigen (d.h. Coumadinderivate oder niedermolekulare Heparinderivate, LMWH)
  • Patienten mit Herzrhythmusstörungen, besonders verlängertes QT-Intervall
  • Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und/oder Darmverschluss
  • Patienten mit Bilirubinkonzentrationen im Serum 1,5fach über der oberen Normgrenze
  • Impfung mit einem Lebendimpfstoff gegen einen Virus während der klinischen Studie
  • Beeinträchtigte Leberfunktion und/oder beeinträchtigte Nierenfunktion (hepatischer und renaler Indexparameter zweifach über dem Normalbereich, siehe unten)
  • Potentiell unzuverlässige Patienten, Patienten, die wahrscheinlich keine Compliance zeigen und solche, die von dem Prüfarzt als ungeeignet für die Studie eingestuft wurden
  • Zweifel an der Kooperation des Patienten
  • Jegliche Kontraindikationen oder bekannte Hypersensibilität gegenüber den Prüfpräparaten oder sämtlichen anderen Komponenten: (siehe Fachinformationen, Appendix)
  • Bekannte allergische Reaktion auf die Medikamente der Behandlung
  • Patienten, die aufgrund jeglicher anderer onkologischer Kondition mit Strahlen- und/oder Chemotherapie behandelt wurden
  • Partizipation in jeglicher anderen Phase I bis III Studie
  • Sexuell aktive Patienten, die sich weigern, Verhütungsmittel gemäß den institutionellen Anforderungen zu verwenden
  • Patienten mit extrem schlechtem Allgemeinbefinden (Karnofsky oder Lansky Score <50%)
  • Neutrophilenanzahl (ANC) <500/µl, Hämoglobin <8g/dl (Transfusion erlaubt) und eine nicht unterstützte Thrombozytenanzahl <30 000/µl
  • 12-Kanal EKG mit QTc >500ms / QTc >60ms Baseline

Adressen und Kontakt

University Hospital Regensburg, Department of Pediatric Hematology and Oncology, Regensburg

Ansprechpartner: Selim Corbacioglu, MD

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Häufig gestellte Fragen

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Im Normalfall bekommen in Phase-2-Studien Betroffene zum ersten Mal die Möglichkeit, eine neue Behandlungsmethode zu erhalten. Vor der Phase-2-Studie wurde die neue Methode bereits in einer Studie der Phase 1 bei gesunden Menschen angewendet und auf ihre Sicherheit überprüft. Nur in Ausnahmefällen, wenn zum Beispiel keine wirksame Therapie vorhanden ist, haben bereits in der Phase-1-Studie Betroffene teilgenommen. Phase-2-Studien haben das Ziel, eine angemessene Dosierung für das Medikament zu finden und es auf Wirksamkeit und Sicherheit zu untersuchen. Die Studien laufen meist über Wochen bis Monate und umfassen zwischen 100 und 800 Patienten.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Damit man sich auf Studienergebnisse verlassen kann, müssen Studien möglichst vor äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, die zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen könnten. Zu den Einflussfaktoren gehören zum Beispiel das Alter oder der Schweregrad einer Erkrankung. Eine wichtige Methode, um die Auswirkung solcher Einflussfaktoren zu minimieren, ist die Randomisierung. Darunter versteht man, dass die Zuteilung zu den verschiedenen Teilnehmergruppen zufällig erfolgt. Das heißt, dass weder die Teilnehmer noch der Arzt einen Einfluss darauf haben, welcher Gruppe ein Teilnehmer zugeordnet wird. Durch die zufällige Zuteilung wird dafür gesorgt, dass sich die Einflussfaktoren gleichermaßen auf die Gruppen auswirken. So wird zum Beispiel verhindert, dass einer Gruppe nur die weniger stark betroffenen zugeteilt werden. In diesem Fall wäre es nicht möglich, die beiden Gruppen zuverlässig miteinander zu vergleichen.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien