Beschreibung der Studie

Der HER2-Status bei Brustkrebspatientinnen kann sich während des Krankheitsverlaufs ändern. Bei 30% der initial HER2-negativen Patientinnen mit zirkulierenden Tumorzellen (CTC) können HER2-positive CTCs in peripheren Blutproben entdeckt werden (1). Momentan ist unklar, ob eine auf dem HER2-Status der CTC basierende Therapie für diese Patientinnen einen klinischen Nutzen bietet. Die DETECT III-Studie vergleicht Lapatinib als HER2-gerichtete Therapie in Kombination mit Standardtherapie mit Standardtherapie alleine bei Patientinnen mit initial HER2-negativem metastasierendem Brustkrebs und HER2-positiven zirkulierenden Tumorzellen. Als eine der ersten interventionellen Studien basierend auf der Beurteilung von CTC-Phänotypen zielt die DETECT III-Studie auf die Beurteilung der Wirksamkeit einer HER2-gerichteten Therapie bei Patientinnen mit MBC (metastasierender Brustkrebs) und HER2-positiven CTCs sowie der Signifikanz von CTC als frühem prädiktivem Marker für ein Behandlungsansprechen.

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Studiendetails

Studienziel - Progressionsfreies Überleben (PFS); Zeitrahmen: 8-12 Wochen; Zeitintervall von Randomisierung bis zur Krankheitsprogression (PD) oder Tod jeglicher Ursache, je nach dem, was früher eintritt
Status Teilnahme möglich
Studienphase 3
Zahl teilnehmender Patienten 120
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Standardtherapie

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Schriftliche Einverständniserklärung zur Studienteilnahme.
  • Metastasierender Brustkrebs, der nicht durch alleinige Operation oder Radiotherapie behandelt werden kann. Der Primärtumor und/oder Biopsien von Metastasen oder lokoregionären Rezidiven müssen durch Histopathologie als Krebs bestätigt worden sein. Der Östrogenrezeptor (ER)-Status und der Progesteronrezeptor (PR)-Status müssen dokumentiert worden sein.
  • Primäres Tumorgewebe und/oder Biopsien von Metastasen oder lokoregionären Rezidiven wurden auf HER2-Status untersucht und alle Untersuchungen zeigten HER2-Negativität (d.h.: Immunhistochemie (ICH) Score 0-1+ oder 2+ und Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) negative oder nur FISH-negativ, je nachdem, was ausgeführt wurde).
  • Nachweis HER2-positiver CTCs. Nachweis wird angenommen, wenn Folgendes der Fall ist:
  • Mindestens eine CTC konnte mittels CellSearch® Circulating Tumor Cell Kit (Veridex LLC) aus 7,5 ml Blut des Patienten extrahiert werden und
  • Mindestens eine der extrahierten CTCs war HER2-positiv. Der HER2-Status muss mittels IHC oder FISH beurteilt werden.
  • Indikation für eine Standard-Chemo- oder endokrine Therapie, deren Kombination mit Lapatinib entweder anerkannt ist (siehe Zusammenfassung der Produkteigenschaften (SPC) von Tyverb® 250 mg Tabletten) oder in früheren klinischen Studien untersucht wurde (siehe Tabellen in Abschnitt 8.2.1.).
  • Die Tumorbeurteilung wurde innerhalb von 6 Wochen vor Randomisierung durchgeführt und die Ergebnisse sind verfügbar.
  • Die Patientinnen müssen mindestens eine Läsion haben, die gemäß RECIST-Richtlinien Version 1.1 [Eisenhauer 2009] genau gemessen werden kann.
  • Alter ≥ 18 Jahre.
  • ECOG-Score < 2
  • Adäquate Organfunktion innerhalb 7 Tagen vor Randomisierung, nachgewiesen durch die folgenden untenstehenden Laborwert:
  • Absolute Neutrophilenzahl ≥ 1500/µl,
  • Thrombozytenzahl ≥ 100000/ µl,
  • Hämoglobin ≥ 9 g/dl,
  • ALT (SGPT) ≤ 2,5 x ULN,
  • AST (SGOT) ≤ 2,5 x ULN,
  • Alkalische Phosphatase im Serum ≤ 2,5 x ULN, (die alkalische Phosphatase im Serum kann nur > 2,5 x ULN sein, wenn Knochenmetastasen vorhanden sind und AST (SGOT) und ALT (SGPT) < 1,5 x ULN sind)
  • Kreatinin ≤ 2,0 mg/dl oder 177 µmol/l
  • INR (international normalized ratio) und aktivierte partielle Thromboplastinzeit oder partielle Thromboplastinzeit (aPTT oder PTT) ≤ 1,5 x ULN. Bitte beachten: Diese Laborkriterien beziehen sich nur auf eine Therapie mit Lapatinib; Im Hinblick auf die Standard-Antikrebstherapie müssen zusätzlich die relevanten Zusammenfassungen der Produkteigenschaften (SPCs) beachtet werden.
  • Linksventrikuläre kardiale Auswurffraktion (LVEF) ≥ 50%, im Falle einer geplanten Standard-Chemotherapie mit Anthrazyklinen ≥ 55% und in jedem Fall innerhalb der normalen Grenzen des Instituts gemessen mittels Echokardiogramm
  • Im Falle von Patienten im gebärfähigen Alter:
  • Negativer Schwangerschaftstest (Mindestsensitivität 25 IU/l oder äquivalente Einheiten von HCG) innerhalb von 7 Tagen vor Randomisierung,
  • Verhütung durch eine verlässliche Methode (d.h. nicht-hormonelle Verhütung, IUD, eine Doppelbarrieremethode, Vasektomie des Sexualpartners, vollständige sexuelle Abstinenz). Der Patient muss einwilligen, eine solche Verhütung bis 28 Tage nach Beendigung der Studienbehandlung beizubehalten.

Ausschlusskriterien

  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf Präparate ähnlicher chemischer oder biologischer Zusammensetzung wie Lapatinib in der Anamnese.
  • > 3 Chemotherapie-Linien für metastasierende Erkrankung (eine Chemotherapie-Linie ist definiert als jede neue Chemotherapie und jede Modifizierung eines bestehenden Chemotherapie-Dosierungsschemas ungeachtet des Änderungsgrundes) in der Anamnese.
  • Behandlung mit jeglichem Prüfpräparat oder Antikrebs-Behandlung während der Studie oder innerhalb von 4 Wochen vor Randomisierung und 6 Wochen im Falle von Nitrosoharnstoff oder Mitomycin C.
  • Unerwünschte Ereignisse aufgrund früherer Chemotherapie, die zum Zeitpunkt der Randomisierung > Grad 1 (NCI CTCAE) sind.
  • Antiretrovirale Therapie aufgrund von HIV-Infektion.
  • Momentan aktive Leber- oder Gallenerkrankung (ausgenommen sind Patienten mit Gilbert-Syndrom, asymptomatischen Gallensteinen, Lebermetastasen oder stabiler chronischer Lebererkrankung nach Beurteilung des Prüfarztes).
  • Begleiterkrankung oder Begleitzustand, der die genaue Beurteilung oder Evaluation der Studiendaten stören könnte oder jegliche medizinische Störung, die die Teilnahme des Patienten unverhältnismäßig gefährlich machen würde.
  • Andere maligne Erkrankungen in den letzten 3 Jahren außer CIN (Carcinoma in situ) der Zervix und Basaliom der Haut.
  • Erkrankung oder Zustand, der die Fähigkeit, orale Medikamente einzunehmen und zu absorbieren beeinträchtigen könnte. Dies schließt Malabsorptionssyndrom, Bedarf für intravenöse (IV) Ernährung, frühere chirurgische Maßnahmen, die die Absorption beeinflussen (z.B. Resektion des Dünndarms oder Magens), unkontrollierte entzündliche gastrointestinale (GI) Erkrankung (z.B. Morbus Crohn) ein sowie jede andere Erkrankung, die die gastrointestinale Funktion signifikant beeinflusst sowie die Unfähigkeit aus jedem anderen Grund, orale Medikamente zu schlucken und beizubehalten.
  • Aktive kardiale Erkrankung, definiert als:
  • Unkontrollierte oder symptomatische Angina in der Anamnese,
  • Arrhythmien, die Medikamente erfordern oder klinisch signifikant sind in der Anamnese mit Ausnahme von asymptomatischem Vorhofflimmern, das Antikoagulation erfordert,
  • Myokardinfarkt innerhalb von weniger als 6 Monaten vor Studieneinschluss,
  • Unkontrollierte oder symptomatische dekompensierte Herzinsuffizienz,
  • Auswurffraktion unterhalb der Normgrenze des Instituts,
  • Jeder andere kardiale Zustand, der dieses Protokoll nach Ansicht des behandelnden Arztes unverhältnismäßig gefährlich für den Patienten machen würde.
  • Demenz, veränderter mentaler Status oder jeder psychiatrische oder soziale Zustand, der das Verständnis oder die Gabe der Einverständniserklärung verhindern würde oder der die Einhaltung des Protokolls durch den Patienten beeinträchtigen könnte.
  • Lebenserwartung < 3 Monate.
  • Männlich Patienten.
  • Schwangerschaft oder Stillzeit.
  • Primärtumor oder Biopsien von Metastasen oder lokoregionären Rezidiven zeigen HER2-Positivität.
  • Jegliche vorherige Behandlung mit einer Anti-HER2-gerichteten Therapie

Adressen und Kontakt

University Hospital Ulm, Ulm, Baden-Württemberg

Ansprechpartner: Susanne Albrecht, MD

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Häufig gestellte Fragen

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Phase-3-Studien werden durchgeführt, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer neuen Behandlungsmethode nachzuweisen. Zu diesem Zweck wird in vielen Fällen nur ein Teil der Studienteilnehmer mit der neuen Methode behandelt. Die übrigen Teilnehmer erhalten, falls vorhanden, die bisher eingesetzte Methode. So ist ein direkter Vergleich zwischen neuer und alter Behandlungsmethode möglich. Diese Studien bilden den letzten Schritt auf dem Weg zur Marktzulassung der Behandlungsmethode durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). An Studien dieser Phase nehmen in der Regel mehrere hundert bis tausend Betroffenen teil. Sie dauern oft mehrere Monate oder Jahre. Vor der Phase-3-Studie wurden Studien der Phase 1 und Phase 2 durchgeführt. Dabei haben in der Regel bereits über hundert Menschen die Behandlung erhalten.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Damit man sich auf Studienergebnisse verlassen kann, müssen Studien möglichst vor äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, die zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen könnten. Zu den Einflussfaktoren gehören zum Beispiel das Alter oder der Schweregrad einer Erkrankung. Eine wichtige Methode, um die Auswirkung solcher Einflussfaktoren zu minimieren, ist die Randomisierung. Darunter versteht man, dass die Zuteilung zu den verschiedenen Teilnehmergruppen zufällig erfolgt. Das heißt, dass weder die Teilnehmer noch der Arzt einen Einfluss darauf haben, welcher Gruppe ein Teilnehmer zugeordnet wird. Durch die zufällige Zuteilung wird dafür gesorgt, dass sich die Einflussfaktoren gleichermaßen auf die Gruppen auswirken. So wird zum Beispiel verhindert, dass einer Gruppe nur die weniger stark betroffenen zugeteilt werden. In diesem Fall wäre es nicht möglich, die beiden Gruppen zuverlässig miteinander zu vergleichen.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien