Beschreibung der Studie

Das Projekt untersucht die Rolle von Annäherungs- und Vermeidungsverhalten und damit einhergehende Lernprozesse bei chronischem Rückenschmerz. Ein spezieller Fokus liegt auf der differentiellen Rolle von schmerzbezogener (Schmerzreduktion) versus schmerzunabhängiger Belohnung. Wir erwarten bei chronischen Rückenschmerzpatienten ein reduziertes Annäherungsverhalten hinsichtlich positiver Reize und ein verstärktes Vermeidungsverhalten sowie reduzierte Lernprozesse bei Belohnung und Schmerzreduktion. Darüber hinaus erwarten wir eine geringere Aktivierung in Hirnregionen, die mit belohnungsbezogenen Prozessen im Sinne einer Schmerzreduktion assoziiert sind.

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Studiendetails

Studienziel Fragebögen zum Schmerzverhalten, Angst und Depression und Aufgaben (Konditionierung) werden für jeden Probanden einmalig, d.h. zu einem Messzeitpunkt, erhoben (dieser Messzetpunkt liegt im Zeitraum der Studie vom 01.01.2015 - 31.12.2016)
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft
Weitere Informationen Studienwebseite

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Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einschlusskriterien für chronische Rückenschmerzpatienten sind Schmerz lokalisiert am unteren Rücken, mit einer Intensität von mind. 4 (auf einer Skala von 0-10), Frequenz min. 3mal/Woche, Schmerz länger als 6 Monte.

Ausschlusskriterien

  • Ausschlusskriterien sind chronischer und aktueller Drogenkonsum, neurologische Erkrankungen, Linkshändigkeit, Schwangerschaft, Metall im Körper, und für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen zusätzlich Schmerz nach traumatischer Erfahrung/Unfall, Schmerzoperation, Schmerz aufgrund von körperlicher Gebrechlichkeit.

Adressen und Kontakt

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI), Mannheim

Ansprechpartner: PD Dr. rer. nat. Frauke Nees

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Häufig gestellte Fragen

Ziel des Projektes ist die Untersuchung von Annäherung und Vermeidung und damit einhergehende Pavlovsche und instrumentelle Konditionierungsprozesse bei chronischem Rückenschmerz und deren verhaltensbezogene, peripherphysiologische und neuronale Korrelate. Ein spezieller Fokus liegt auf der differentiellen Rolle von schmerzbezogener (Schmerzreduktion) versus schmerzunabhängiger (monetärer) Belohnung im Rahmen einer Pavlovschen und instrumentellen Konditionierung und deren Interaktion, als auch auf der Erfassung von Vorhersagefehlern und deren Bedeutung hinsichtlich der Schmerzreduktion. Fünfzig Rückenschmerzpatienten und 50 gesunde Kontrollpersonen durchlaufen eine schmerzbezogene Annäherungs-Vermeidungs-Aufgabe und eine Konditionierungsaufgabe bezüglich des Transfers von Pavlovschem zu instrumentellem Verhalten. Wir erwarten bei chronischen Rückenschmerzpatienten ein reduziertes appetitives Annäherungsverhalten und ein verstärktes Vermeidungsverhalten sowie eine reduzierte Pavlovsche und instrumentelle belohnungs- und schmerzreduktionsbezogene Konditionierung und einen verminderten Transfer von Pavlovschem zu instrumentellem Verhalten. Darüber hinaus erwarten wir eine geringere Aktivierung in Hirnregionen, die mit belohnungsbezogenen Vorhersagefehlern im Sinne einer Schmerzreduktion assoziiert sind.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien