Beschreibung der Studie

Die von uns geplante Studie ist eine Begleitstudie zum Waldunterricht, der an einem Heidelberger Gymnasium seit dem letzten Schuljahr für die 5. Klassen angeboten wird. Wir möchten untersuchen, ob ein solcher Unterricht, der eine größere Naturnähe und Bewegungsintensität beinhaltet, für die gesundheitliche Entwicklung und die Lernmotivation von Schülerinnen und Schülern förderlich ist. Wir wissen seit langem, dass zu viel Stress zu negativen gesundheitlichen Konsequenzen, insbesondere im Bereich psychischer Erkrankungen, führt. Da wir Menschen aber in unserem Leben nicht immer Stress aus dem Weg gehen können, ist es wichtig zu erforschen, wie unser Organismus, und insbesondere unser Gehirn gestärkt werden kann, um mit aufkommendem Stress besser umgehen zu können. Diese Widerstandkraft wird auch als Stress-Resilienz bezeichnet. Neurowissenschaftliche Studien in den letzten Jahren haben Hinweise darauf gegeben, dass das Aufwachsen auf dem Land aber auch viel Bewegung, eine solche Stress-Resilienz fördernde Wirkung haben könnten. Allerdings wurde diese Frage bisher nicht prospektiv, d.h. in die Zukunft gerichtet untersucht sondern nur retrospektiv aus Befragungen über die Vergangenheit erschlossen. In diesem Projekt möchten wir nun aber untersuchen, ob die Teilnahme an einem Unterricht, der solche Merkmale, also Naturnähe und Bewegungsreichtum aufweist, nach einem Schuljahr, also in der Zukunft, eine Stärkung von Gehirnsystemen bewirkt, von denen man weiß, dass sie bei Stress-Resilienz eine wichtige Rolle spielen. Außerdem würden wir gerne wissen, ob Schülerinnen und Schüler, die an diesem Unterricht teilnehmen geringere Stressreaktionen und eine höhere Lernmotivation während des Unterrichts zeigen und ob dies mit der Veränderung der Gehirnsysteme nach dem Schuljahr in Zusammenhang steht. Dazu vergleichen wir Kinder, die die Waldklassen besuchen, mit solchen Kindern, die ausschließlich an dem regulären Unterricht im Schulgebäude teilnehmen.

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Studiendetails

Studienziel Veränderung der Hirnstruktur in Regionen, die Stress modulierengemessen mittel strukturellem MRT und diffussionsgewichteter Bildgebung (DTI) nach einem Schuljahr.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Dietmar-Hopp-Stiftung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Schüler an einem Gymnasium in Heidelberg

Ausschlusskriterien

  • Kontraindikation für MRT

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Stress und Stress-assoziierte Erkrankungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Insbesondere psychische Erkrankungen wie Depression aber auch die Schizophrenie werden als Folge von chronischem oder akutem Stress angesehen. Zur Vorbeugung solcher Erkrankungen erscheint es daher sinnvoll, die Resilienz gegenüber Stressoren zu fördern um damit zu verhindern, dass Menschen in, häufig nicht zu vermeidenden Stress-Situationen, zu schnell psychisch dekompensieren. Wir haben kürzlich zeigen können, dass die neuronale Reaktion auf akuten sozialen Stress ganz offensichtlich nicht unerheblich dadurch beeinflusst wird, wo ein Kind aufwächst (Lederbogen, Kirsch, Haddad et al., 2011, Nature). Dabei scheint das Aufwachsen auf dem Land die Stress-Resilienz gegenüber akutem sozialen Stress im Erwachsenenalter zu stärken. Dies könnte u.a. an einer besseren Ausreifung der stressverarbeitenden Hirnsysteme liegen, wie wir in einer Anschluss-Studie zeigen konnten. (Haddad et al., 2014, Schiz Bull). Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass massiver Stress in der Kindheit zu einer Schwächung von Stress-Systemen im Erwachsenenalter führt (Heim et al., 2000, JAMA; Lupien et al., 29009, Nat Rev Neurosci). Es ist daher also sinnvoll anzunehmen, dass die Kindheit und Jugend eine wichtige Phase zur Stärkung von Stress-Resilienz darstellt, was ja auch dadurch plausibel erscheint, dass in dieser Phase hoch-kritische Hirnreifungs-Prozesse stattfinden, die für die Funktion des zentralen Nervensystems in der weiteren Lebensphase von entscheidender Bedeutung sind. Eine weiterer interessanter Ansatzpunkt für die Untersuchung von Stress-Resilienz stellen Studien dar, die zeigen konnten, dass aerobes körperliches Training zu einer Zunahme von Hirnstrukturen wie dem Hippocampus führt, von denen bekannt ist, dass sie unter Stress und bei stress-assoziierten psychischen Erkrankungen eine Reduktion erfahren. Diese Befunde zeigen sich sowohl im Tiermodell (van Praag et al., 1999, PNAS) als auch beim Menschen (Erickson et al., 2011, PNAS, Demiraczka et al., 2013, World J Biol Psych). Interessanter Weise konnte kürzlich gezeigt werden, dass diese Neuroplasizität, durch die unterschiedliche Expression von BDNF vermittelt wird und dass dies sich durch Stress modulieren lässt (Fang et al., 2013, Neurosci Bes) . Während unter chronischem Stress BDNF reduziert ist, führt physisches Training sowohl unter Stress als auch ohne Stress zu einer Zunahme der BDNF Expression. Es ist somit naheliegend anzunehmen, dass physische Aktivität, die mit einer Anregung des BDNF und einer Zunahme an Stress-assoziierten Hirnregionen einhergeht, ebenfalls zu einer Förderung von Stress-Resilienz führen sollte. Leider liegen bisher für die Kindheit keine prospektiven Studien vor, die untersuchen, inwieweit die Art des Aufwachsens die Resilienz gegen Stress und seine neurobiologischen Grundlagen beeinflusst. Sowohl unsere eigenen Untersuchungen zur Wirkung der Urbanizität als auch die Studien zur Auswirkung von Kindheits-Traumata sind retrospektiv. Interessant wäre es aber, prospektiv zu untersuchen, inwieweit die Veränderung des Lebensstils zu einer Stärkung neurobiologischer Systeme, die mit Stress-Resilienz verbunden sind, führt. Die in diesem Antrag beschriebene Studie versucht diesen Ansatz zu verfolgen. Wir planen zu untersuchen, wie ein bewegungsreicher und naturnaher Unterricht, der also die oben beschriebenen Faktoren Naturnähe und Bewegungsreichtum beinhaltet, zu einer Zunahme von Hirnstrukturen führt, die etwas mit Stress-Resilienz zu tun haben. Darüber hinaus soll untersucht werden, inwieweit dieser Unterricht auch die Stress-Reaktivität in der Schule beeinflusst und inwieweit es zu einer Verbesserung von Lernleistung und Lernmotivation kommt.

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