Beschreibung der Studie

Seit Jahrzehnten werden an Schulen Programme zur Suchtvorbeugung durchgeführt. Während die kurz- und mittelfristige Wirksamkeit einiger dieser Programme als hinreichend belegt gilt, ist sehr wenig darüber bekannt, ob derartige Maßnahmen auch langfristige Effekte haben. Mit dieser Studie sollen die langfristigen Effekte des schulischen Nichtraucherwettbewerbs „Be Smart – Don't Start“ sowie von „Aktion Glasklar“, einer Informationskampagne zum Thema Alkohol, auf den Zigaretten- und Alkoholkonsum bis ins junge Erwachsenenalter untersucht werden. Als Grundlage hierfür dienen zwei bereits im Jahr 2006 durchgeführte Studien, im Rahmen derer Jugendliche, die sich an einem der beiden Programme beteiligten, untersucht und mit Jugendlichen, die sich nicht an dem Programm beteiligten, verglichen wurden. Die Zuteilung der Klassen auf die beiden Gruppen („Programmteilnahme“ vs. „Keine Programmteilnahme“) erfolgte zufällig. Insgesamt konnten in beiden Studien 5.176 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 aus 289 Klassen von 114 öffentlichen Schulen mittels Fragebogen zu ihrem Substanzkonsum befragt werden. Die Ergebnisse deuten darauf, dass sich eine Teilnahme an „Be Smart - Don't Start“ bzw. „Aktion Glasklar“ zumindest kurzfristig positiv auf das Rauchen und den Alkoholkonsum auswirkt. Die damals befragten Stichproben sollen nun, neun Jahre später, wieder kontaktiert und zu ihrem aktuellen Konsumverhalten befragt werden. Dies soll Aussagen dazu ermöglichen, ob die Teilnahme an einem schulischen Präventionsprogramm im Allgemeinen und an „Be Smart - Don't Start“ und an „Aktion Glasklar“ im Speziellen nachhaltig den Konsum von Alkohol und Zigaretten im frühen Erwachsenenalter beeinflussen kann.

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Studiendetails

Studienziel Häufigkeit und Intensität des vergangenen und aktuellen Zigaretten- und Alkoholkonsums neun Jahre nach den Baseline-Erhebungen
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 1000
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Bonn

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Teilnahme an einer der Ursprungsstudien im Jahr 2006

Ausschlusskriterien

  • Keine Teilnahme an einer der Ursprungsstudien im Jahr 2006

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund und Ziele: Schulbasierte Suchtpräventionsprogramme, die die Förderung psychosozialer Kompetenzen beinhalten, haben sich in der Vorbeugung des jugendlichen Zigaretten- und Alkoholkonsums als besonders effektiv erwiesen (Cochrane Database Syst Rev. 2013;4:CD001293; Cochrane Database Syst Rev. 2011:CD009113). Befunde zur langfristigen Wirksamkeit dieser Programme liegen jedoch kaum vor bzw. erweisen sich als inkonsistent (Tob Induc Dis. 2009;5:7). Mit der aktuellen Studie soll ein Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke geleistet werden, indem die langfristigen Effekte zweier schulbasierter Präventionsprogramme neun Jahre nach deren Implementierung untersucht werden. Beschreibung der Interventionen: Bei diesen beiden Interventionen handelt es sich um den schulischen Nichtraucherwettbewerb „Be Smart - Don't Start“ und „Aktion Glasklar“, einer Informationskampagne zum Thema Alkohol. „Be Smart - Don't Start“ wendet sich an Schulklassen der Stufe 6 bis 8 und ist als Wettbewerb konzipiert. Teilnehmende Klassen entscheiden sich, ein halbes Jahr lang eine rauchfreie Klasse zu sein. Wöchentlich wird im Klassenverband der Rauchstatus der Schülerinnen und Schüler dokumentiert. Klassen, die bis zum Ende rauchfrei sind, können in einer Lotterie Preise gewinnen. Über die Teilnahme am Wettbewerb entscheidet die Klasse; sie ist nur möglich, wenn mindestens 90% der Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb teilnehmen wollen. „Aktion Glasklar“ ist eine Informations- und Sensibilisierungskampagne zum Thema Alkohol, die sich an Jugendliche richtet. Die Kampagne umfasst Broschüren für Schülerinnen, Schüler und Eltern, Anregungen für Lehrkräfte zur Gestaltung von Unterrichtseinheiten sowie ein Quiz. In den Unterrichtseinheiten werden Informationen zu gesetzlichen Regelungen, Werbung, Gruppendruck und sozialen Normen bezogen auf Alkohol vermittelt. Methode: Als Grundlage für die aktuelle Studie dienen zwei bereits zwischen 2006 und 2008 in Sachsen-Anhalt bzw. Schleswig-Holstein durchgeführte cluster-randomisierte Kontrollstudien mit jeweils zwei Armen. Die Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Interventionsgruppe nahmen entweder an „Be Smart - Don't Start“ (November 2006 – April 2007) oder an „Aktion Glasklar“ (März – Mai 2006) teil. Die Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Kontrollgruppe erhielten keine spezifische Intervention, sondern durchliefen das übliche Schul-Curriculum. Zur Baseline konnten in beiden Studien insgesamt 5.176 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 aus 289 Klassen von 114 öffentlichen Schulen mittels Fragebogen zu ihrem Substanzkonsum befragt werden. Die Ergebnisse der beiden Ursprungsstudien deuten auf einen kurzfristigen Präventionseffekt im Hinblick auf das Rauchen (J Epidemiol Community Health 2012;66:334-41) sowie auf den riskanten Alkoholkonsum, das sog. „Binge Drinking“, hin (Addiction 2009;104:402-12). Neun Jahre nach den Baseline-Datenerhebungen im Jahr 2006 sollen 2015 die damals im Rahmen der Ursprungsstudien befragten Stichproben wieder kontaktiert und zu ihrem aktuellen Konsumverhalten befragt werden. Die damaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ursprungsstudien sind nun junge Erwachsene im Alter von 20 bis 22 Jahren. Die erneute Kontaktierung der Probanden erfolgt über deren ehemaligen Schulen. Die Erfassung und Speicherung personenbezogener Daten der Schülerinnen, Schüler und Eltern ist in den Landesverordnungen bzw. Gesetzen zum Datenschutz der Länder Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein gesetzlich geregelt. Der für die Studiendurchführung verantwortlichen Institution lagen bereits zum Zeitpunkt der Ursprungsstudien keine Namen und Kontaktdaten vor. Die Befragung wird einmalig mittels Fragebogen (postalisch oder elektronisch) durchgeführt, den die Probanden selbständig ausfüllen. Alle hierfür nötigen Unterlagen wie Fragebogen und Instruktionen werden ihnen von ihren ehemaligen Schulen über die Eltern zugeschickt. Die Erhebung der Daten erfolgt vollständig anonym, d. h. an keiner Stelle wird der Name der Probanden erfragt. Um die Fragebögen der Baseline-Erhebung mit den Fragebögen der neunjährigen Follow-up-Erhebung miteinander zu verknüpfen, wird ein siebenstelliger Code eingesetzt, der von den Schülerinnen und Schülern seinerzeit in den Ursprungsstudien selbst generiert wurde und leicht wieder erstellt werden kann. Ein Rückschluss von dem Code auf personenbezogene Daten der Probanden ist nicht möglich. Die im Rahmen dieser Studie erhobenen Daten werden vertraulich behandelt. Die Daten werden mit Hilfe einer Computersoftware eingelesen, gesichert und ausgewertet. Beim Ausfüllen des Onlinefragebogens werden die Fragebogeneinträge verschlüsselt in eine Datenbank übertragen und dort gespeichert. Die Daten werden nicht auf individueller Ebene ausgewertet. Zudem können die Probanden zu jeder Zeit die Löschung der von ihnen erhobenen Daten verlangen.

Quelle

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