Beschreibung der Studie

Die Magersucht ist eine schwerwiegende Erkrankung mit hoher Sterblichkeitsrate und einem oftmals chronischen Verlauf. Eine große Herausforderung in der klinischen Versorgung der Patienten stellt das insgesamt geringe Ansprechen auf jegliche Form der Behandlung dar. Neurobiologische und neurokognitive Auffälligkeiten scheinen zu diesem geringen Ansprechen auf die Therapie beizutragen. Insbesondere scheint dabei eine verringerte kognitive Flexibilität eine wichtige Rolle zu spielen. Zur gezielten Verbesserung der kognitiven Flexibilität wurde ein spezielles Behandlungsprogramm entwickelt, die sogenannte Kognitive Remediationstherapie. In einer ersten Studie konnten wir bereits nachweisen, dass ein solches Training zu Verbesserungen hinsichtlich kognitiver Flexibilität führt. Zudem zeigte sich seitens der Patienten eine gute Akzeptanz der Behandlung. In einem nächsten Schritt soll nun untersucht werden, ob die Einbeziehung eines solchen Trainings in die Standardbehandlung der Magersucht zu einem verbesserten Ansprechen auf die Therapie führt. Daher soll in der hier beschriebenen Studie Kognitive Remediation mit einer Kontrollbedingung (Kunsttherapie) verglichen werden, die sich in Bezug auf Format, Dosis und Frequenz nicht unterscheidet. Geprüft werden soll, inwiefern Patienten, die Kognitive Remediation erhalten, einen stärkeren bzw. schnelleren Rückgang der Essstörungssymptome sowie eine verbesserte kognitive Flexibilität zeigen.

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Studiendetails

Studienziel Body Mass Index, Gesamtwert im Eating Disorder Examination Questionnaire und Gesamtwert im Essener Lebensqualitäts-Index für Essstörungen 6 Monate nach Intervention
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 168
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Klinik Lüneburger Heide

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • DSM-V Diagnose Anorexie nervosa; Indikation für stationäre Behandlung

Ausschlusskriterien

  • Akut lebensbedrohliche Situationen; körperliche Instabilität; schwere psychiatrische Erkrankung (Schizophrenie, bipolare Störung, hirnorganische Erkrankung)

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Die Anorexia nervosa (AN) ist eine schwerwiegende Erkrankung mit hohen Morbiditäts- und Mortalitätsraten, einem hohen Chronifizierungsrisiko sowie erheblichen sozioökonomischen Kosten. Eine große Herausforderung in der klinischen Versorgung stellt das geringe Ansprechen auf jegliche Form der Behandlung dar. Neurobiologische und neurokognitive Auffälligkeiten scheinen zu diesem geringen Ansprechen auf die Therapie beizutragen. Insbesondere scheint dabei eine verringerte kognitive Flexibilität (set-shifting) eine wichtige Rolle zu spielen. Zur gezielten Verbesserung der kognitiven Flexibilität wurde ein spezifisches Behandlungsmodul entwickelt, die Kognitive Remediationstherapie für AN. In einer randomisiert-kontrollierten Pilotstudie konnten wir bereits nachweisen, dass ein solches Training zu Verbesserungen in kognitiver Flexibilität führt. Zudem zeigte sich seitens der Patienten eine gute Akzeptanz der Behandlung. In einem nächsten Schritt soll nun untersucht werden, ob die Implementierung eines solchen Moduls in die Standardbehandlung der AN zu einem verbesserten Ansprechen auf die Therapie führt. Daher soll in der hier beschriebenen Studie Kognitive Remediation mit einer Kontrollbedingung (Kunsttherapie) verglichen werden, die sich in Bezug auf Format, Dosis und Frequenz nicht von der Index-Intervention unterscheidet. Wir erwarten, dass Kognitive Remediation im Vergleich zur Kontrollbedingung zu einer stärkeren Reduktion der Essstörungssymptomatik und zu einer stärkeren Verbesserung der Essstörungsbezogenen Lebensqualität führt (Hauptzielkriterium). Wir erwarten zudem, dass Patienten in beiden Bedingungen eine ähnliche Behandlungsakzeptanz zeigen. Schließlich nehmen wir an, dass Kognitive Remediation zu einer stärkeren Verbesserung der kognitiven Flexibilität führt (Nebenzielkriterien).

Quelle

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