Beschreibung der Studie

Bei dem in der Studie untersuchten Training handelt es sich um ein innovatives Schmerzbewältigungstraining speziell für Migränepatienten, welches im deutschen Sprachraum nun erstmals vom Universitätsklinikum Freiburg bewertet wird. In der Studie soll eine auf MigränikerInnen angepasste Variante der achtsamkeitsbasierten kognitiven Therapie (engl. MBCT) mit einer Wartekontrollgruppe (ein Patientengruppe, die den Kurs zu einem späteren Zeitpunkt besucht) verglichen werden. In dem Kurs wird primär ein achtsamkeitsbasierter Ansatz in Kombination mit bewährten Techniken aus dem kognitiv-verhaltenstherapeutischen Bereich angewendet. Bausteine sind unter anderem geleitete Meditationen, Körperübungen, schulende Einheiten zum Thema Stress- und Schmerzbewältigung sowie ein hoher Anteil an Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern und der Kursleitung. Übungen für das persönliche Vertiefen zu Hause runden den Ansatz ab. Das primäre Untersuchungsziel ist der Grad der Beeinträchtigung durch die Migräne gemessen an einem Kopfschmerztagebuch, das vier Wochen vor und nach der Intervention von den Teilnehmenden geführt wird.

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Studiendetails

Studienziel Beeinträchtigung durch Migräne, erhoben zu 3 Messzeitpunkten durch ein 4-wöchiges Schmerztagebuch (Interventionsgruppe: prä, post, 9-Monats-Follow-Up von Baseline; Kontrollgruppe: prä und post zur Wartezeit und post2 zur sich anschließenden Intervention) mittels einer elfstufigen numerischen Analogskala (keine Beeinträchtigung - völlige Beeinträchtigung)
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 52
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Sektion Komplementärmedizinische Evaluationsforschung,Zentrum für Psychische Erkrankungen, Klinik für Psychosomatische

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Vorliegen der Migräneerkrankung seit mind. sechs Monaten
  • Durchschnittliche Häufigkeit von mind. zwei Migräneattacken pro Monat, von denen mind. eine Attacke länger als einen Tag andauert
  • dreimonatige Konstanthaltung einer medikamentösen Prophylaxe (i.e. von der DMKG klassifizierte Mittel erster Wahl Propanolol, Metoprolol,
  • Topiramat und Flunarizin) vor Studienstart
  • Bereitschaft, sich auf die Erfordernisse des Interventionsprogramms einzulassen

Ausschlusskriterien

  • Weiterhin wurden die folgenden Ausschlusskriterien definiert:
  • Vorliegen einer lebensbedrohlichen Krankheit sowie Vorliegen von schweren psychiatrischen und/oder Suchterkrankungen, die den
  • zwischenmenschlichen Kontakt schwer behindern
  • bergebrauch von akuter Schmerzmedikation, die das Risiko eines schmerzmittelinduzierten
  • Kopfschmerzes birgt (d.h. die Einnahme
  • von Triptanen an mehr als 10 Tagen pro Monat bzw. von einfachen Analgetika an mehr als 15 Tagen pro Monat)
  • Vorsatz innerhalb der Studienzeit ein weiteres Behandlungsverfahren oder eine Psychotherapie zu beginnen oder an anderen klinischen Studien teilzunehmen
  • Regelmäßige Praxis in Meditation (> 1x pro Woche) oder Yoga (> 2x pro Woche) sowie vorherige
  • Teilnahme an einem MBSR- oder
  • MBCT-Kurs

Adressen und Kontakt

Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Freiburg im Breisgau

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Erstens soll eine schmerzspezifische Version der Achtsamkeitsbasierten Kognitiven Therapie (Mindfulness-Based Cognitive Therapy, MBCT) an einer Stichprobe von N = 52 Migränepatienten/innen auf ihre Wirksamkeit als Prophylaxe-Behandlung in einem randomisierten kontrollierten Trial evaluiert werden. Damit ist die geplante Studie nach unserem derzeitigen Erkenntnisstand das erste Vorhaben, welches eine schmerzspezifische Adaption der in der Depressionstherapie etablierten MBCT-Intervention verwendet und diese an einer Stichprobe von Migränepatienten evaluiert. Konkret soll die Hypothese überprüft werden, dass sich die achtwöchige MBCT-Intervention gegenüber einer Wartelisten-Kontrollgruppe in den untersuchten Outcomes zum Post- und Follow-Up Messzeitpunkt als statistisch überlegen zeigt. Erhoben werden direkte Migräneparameter (i.e. Beeinträchtigung, Häufigkeit, Intensität, Medikation) sowie Variablen der psychischen Befindlichkeit (i.e. wahrgenommener Stress, Depressivität, Ängstlichkeit). Die primäre Zielvariable stellt die durchschnittliche migränebedingte Beeinträchtigung erhoben mittels einer zehnstufigen numerischen Analogskala dar. Zweitens wird das Ziel verfolgt im Sinne einer grundlagenorientierten Forschung ein tieferes Verständnis für die dem MBCT-Training zu Grunde liegenden Einflussgrößen zu gewinnen. Die für den Depressionsbereich bereits aufgedeckten Wirkmechanismen von MBCT- Interventionen sollen hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf den Schmerzbereich überprüft werden. Mittels einer Mediatoranalyse soll ermittelt werden, ob die für die Rückfallprophylaxe depressiver Episoden vorgefundenen Wirkvariablen (i.e. Rumination, emotionale Reaktivität, selbstberichtete Achtsamkeit und Self-Compassion) eine Reduzierung des Stresserlebens und der migränebedingten Beeinträchtigung mediieren. Weiterhin werden als mögliche Mediatorvarialben "Katastrophisieren" und "schmerzbedingte Selbstwirksamkeit" aufgenommen und überprüft.

Quelle

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