Beschreibung der Studie

Eine häufige Verletzung des Kniegelenks ist der Riss des vorderen Kreuzbandes, eines wesentlichen Stabilisators des Kniegelenks. Diese Verletzung tritt häufig bei sportlichen Aktivitäten auf. Die Betroffenen leiden nachfolgend häufig an Instabilitäten und es tritt eine verfrühte Abnutzung des Kniegelenks auf. Zur Stabilisierung des Kniegelenks und um sich wieder sportlich zu betätigen wird bei vielen Betroffenen eine Sehne für das gerissene Kreuzband eingesetzt. Hierfür werden heutzutage in der Regel Sehnen des menschlichen Körpers verwendet. Die am häufigsten verwendeten Sehnen sind die Sehnen von Muskeln der Oberschenkelrück- und innenseite (lateinisch: Musculus gracilis und Musculus semitendinosus). Bis Ende des letzten Jahrtausends war die Patellarsehne (Sehne, die von der Kniescheibe zum Schienbein zieht) die am meisten verwendete Sehne. Diese hat aber über die letzten 20 Jahre auf Grund von Entnahmeproblemen zunehmend an Bedeutung verloren. Bisher ist unbekannt, welchen Effekt die isolierte Entnahme dieser Muskeln auf das betroffene Knie und Bein hat. Die meisten, bisher veröffentlichten Studien verglichen die Entnahme der Patellarsehne mit der Entnahme der oben erwähnten Sehnen der Muskeln der Oberschenkelrück- und Innenseite (Musculi gracilis et semitendinous). Des Weiteren haben die bisherigen Studien den Effekt der Sehnenentnahme nur an Patienten untersucht, die zusätzlich auch einen Riss des vorderen Kreuzbandes, die Rekonstruktion und anschließend eine länger dauernde Nachbehandlung hatten. Von daher weiß man nicht genau, ob die gefundenen Ergebnisse wirklich auf die Sehnenentnahme oder auf Effekte des Unfalls, der Operation bzw. der Nachbehandlung zurückzuführen sind. Um dies zu klären, möchten wir den Einfluss der Sehnenentnahme auf Knie untersuchen, die bisher noch keine vordere Kreuzbandruptur erlitten haben. Deshalb werden in die Studie alle Patienten eingeschlossen deren chronische Instabilität am Akromioklavikulargelenk der Schulter mittels Gracilissehne stabilisiert wurde und die nicht am Knie voroperiert sind. Die Studie untersucht den Effekt der Sehnenentnahme des Musculus gracilis, die auch für Rekonstruktionen des vorderen Kreuzbandes verwendet wird, auf die Kinematik (Bewegungseigenschaften) des Kniegelenks während alltäglicher Tätigkeiten wie Gehen, Laufen und Treppensteigen und zusätzlich beim Anfersen. Die Kinematik des Kniegelenks wird während einer klassischen Ganganalyse mit Hautmarkern erfasst. Die Patienten werden dabei Gehen, Laufen und Treppen auf- und absteigen. Die Studie möchte auch den Effekt der Sehnenentnahme auf die Kraft des Oberschenkels untersuchen. Für diese Kraftmessung werden die Patienten nach Aufforderung viermal in sitzender Position und viermal in Bauchlage mit maximaler Kraft den Unterschenkel beugen und strecken. Danach werden sie viermal den Unterschenkel innenrotieren und am Ende noch viermal das Bein in der Hüfte adduzieren. Diese Bewegungen wurden ausgewählt, da sie die wichtigsten Funktionen der entnommenen Muskeln sind. Des Weiteren soll der mögliche Verschleiß des Kniegelenks und das Schicksal der Sehne inklusive des anhängenden Muskels untersucht werden. Der Verschleiß des Kniegelenks kann an der Abnutzung des Knorpels und der Menisken gesehen werden, welche bei einer Veränderung der Kniegelenkskinematik nach einer Sehnenentnahme am Oberschenkel möglich sind. Des Weiteren konnte bereits ein Nachwachsen der entnommenen Sehnen und Muskeln bildmorphologisch im Magnetresonanztomographen (MRT) und im Ultraschall nachgewiesen werden. Man weiß aber nicht, ob dieses nachgewachsene Gewebe auch die Funktion des entnommenen Muskels und seiner Sehne wiederherstellt. Aus diesem Grund möchten wir den Zusammenhang zwischen der Funktion der Muskulatur (Kraft, Kniegelenkskinematik) und dem möglichen Nachwachsen der Sehne und des Muskels untersuchen. Um beides, die Abnutzung des Kniegelenks, als auch das Nachwachsen der Sehne und des Muskels, untersuchen zu können, soll jeweils ein MRT vom Knie und ein MRT vom Oberschenkel durchgeführt werden. Als Referenz wird jeweils die gesunde gegenüberliegen Seite (Knie bzw. Oberschenkel) herangezogen. Des Weiteren möchten wir gerne erfahren, wie die Patienten persönlich ihr Knie einschätzen. Hierzu füllen die Patienten standardisierte Fragebögen aus und schließlich wird das Knie noch untersucht.

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Studiendetails

Studienziel Primärer Endpunkt dieser Studie ist es Rückschlüsse auf die Morbidität des Spenderkniegelenks nach isolierter Entnahme der Sehne des M. gracilis zu ziehen. Dafür soll ein einziges Mal bei den Patienten die Kniegelenkskinematik mittels Ganganalyse und die Kraftmessung der Flexion, Extension, Innenrotation im Kniegelenk sowie Adduktion in der Hüfte bestimmt werden. Außerdem wird ein MRT vom Oberschenkel und Kniegelenk durchgeführt um Zeichen der Kniegelenksdegeneration sowie die mögliche Entwicklung eines Sehnenregenerats zu untersuchen. Das subjektive Outcome wird duch die Fragebögen IKDC-2000, KOOS, Lysholm Score bestimmt, das Aktivitätslevels über den Marx Score und das Allgemeinwohl des Patienten über den SF-36 erfasst werden. Außerdem wird das Knie basierend auf dem IKDC-2000 Score untersucht. Als Vergleichsgruppe wird die unverletzte kontralaterale Seite mitgetestet.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 34
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Charité Campus Virchow-Klinikum

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten, bei denen in den letzten 7 Jahren auf Grund einer chronischen Instabilität des Akromioklavikulargelenks die Sehne des M. gracilis an unserer Klinik entnommen wurde.
  • Alter: 18-60 Jahre

Ausschlusskriterien

  • An einem oder beiden Knien: Voroperationen, frühere Knieverletzungen (Kollateralbandinsuffizienz zum Studienzeitpunkt, HKB-/VKB-Verletzungen, symptomatische III° oder IV° Verletzungen der Menisci, Tibia- oder Femurfrakturen), Unfähigkeit die Übungen für die Ganganalyse, Kraftmessung oder das MRT (z.B. Platzangst) ausführen zu können.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Gelenkerkrankung-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Die Sehne des M. gracilis gehört zu den am meisten verwendeten autologen Sehnentransplantaten in der Orthopädie und Unfallchirurgie. Bisherige Studien haben vorrangig den Einfluss der Sehnenentnahme des M. gracilis und/oder M. semitendinosus nach Ruptur und Plastik des vorderen Kreuzbandes sowie dessen Rehabilitation untersucht, wobei diese drei Ereignisse das Kniegelenk und sein Outcome - zusätzlich zur eigentlichen Sehnenentnahme - maßgeblich beeinflussen. In der vorliegenden Studie sollen die Folgen der isolierten Entnahme der Sehne des M. gracilis am unverletzten Knie evaluiert werden. Es sollen alle Probanden in diese Pilotstudie eingeschlossen werden, denen in den letzten sieben Jahren in unserer Klinik im Rahmen der Stabilisierung ihres Acromioklavikulargelenks die Sehne des M. gracilis entnommen wurde. Die Möglichkeit, auf dieses rare Probandenklientel ohne vorangegangene Knieverletzungen zugreifen zu können, bringt entscheidende Vorteile gegenüber bisherigen Studien, welche nur Patienten mit stattgehabten Verletzungen, Operationen oder Rehabilitation an den untersuchten Kniegelenken eingeschlossen haben. Es ist geplant die in vivo Kniegelenkskinematik mittels VICON System über Hautmarker während alltäglicher Belastungen wie Gehen, Laufen und Treppensteigen sowie beim Anfersen zu untersuchen. Die Flexions- und Innenrotationskraft des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel, sowie die Adduktionskraft des Oberschenkels wird mit einem Biodex-Kraftmessgerät ermittelt. Die Kniegelenksdegeneration (v.a. Knorpel- und Meniskusläsionen) und die mögliche Entwicklung eines Sehnen- und Muskelregenerats wird mittels MRT untersucht. Als Kontrollgruppe dient jeweils die unverletzte Gegenseite. Des Weiteren soll das subjektive Outcome über Fragebögen erfasst werden. Im Speziellen soll die subjektive Einschätzung des Knies mittels IKDC-2000, KOOS, Lysholm Score erfolgen, das Aktivitätslevels über den Marx Score und das Allgemeinwohl des Patienten über den SF-36 erfasst werden. Des Weiteren sollen die Knie basierend auf dem IKDC-2000 Score untersucht werden. Die Auswertung der Ergebnisse aller durchgeführten Untersuchungen soll Rückschlüsse auf die Morbidität des Spenderkniegelenks nach isolierter Entnahme der Sehne des M. gracilis zulassen.

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