Beschreibung der Studie

Eine infantile Zerebralparese (IZP) entsteht durch eine frühkindliche Hirnschädigung. In der Folge kommt es u.a. zu spastischen Lähmungen und muskulären Kontrakturen. Der sog. Spitzfuß zählt zu den häufigsten Deformitäten. Die schwache, steife und verkürzte Wadenmuskulatur erschwert das Gehen maßgeblich. Dehnen ist ein weit verbreiteter Bestandteil der Physiotherapie. Ob und wie sich die Muskeln mittelfristig anpassen, wird kontrovers diskutiert. Erkenntnisse über die Anpassung der spastischen Muskeln sind elementar für die Optimierung therapeutischer Maßnahmen. Training, bei dem Dehnreize mit aktiver Anspannung kombiniert werden, scheint grundsätzlich positiv für das Wachstum und die Dehnfähigkeit der Wade zu sein. Geneigtes Rückwärtsgehen auf dem Laufband bietet eventuell eine funktionelle Methode, die repetitives, Dehnen der Wade unter muskulärer Anspannung ermöglicht und gleichzeitig die Motorik fördert. Im Rahmen dieser Studie sollen die Effekte von physiotherapeutischem Dehnen und Laufbandtherapie auf Muskelarchitektur und Funktion der Wade von Kindern und Jugendlichen (n=12) mit IZP beim Gehen verglichen werden. Jeder Teilnehmer wird in zwei aufeinanderfolgenden Perioden mit manueller Dehntherapie oder mit Laufbandtraining therapiert (je 9 Wo. / 3x pro Wo.). Diese Studie soll Erkenntnisse liefern, ob muskuläre Anpassungen ausgelöst werden, von denen der Patient auch während des Gehens profitiert. Die Muskelarchitektur und - dehnbarkeit wird dabei vor und nach der Therapie mittels Ultraschall visualisiert, während die Bewegungen des Gehens mit Hilfe von infrarot-basierten Kameras und Kraftmessplatten gemessen, und die funktionelle Motorik mit standardisierten therapeutischen Tests beurteilt wird. Es wird erwartet, dass sich sowohl das Dehnprogramm als auch das Laufbandtraining positiv auswirken, letzteres aber den größeren Benefit bringt.

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Studiendetails

Studienziel Vor und nach jedem Therapieblock, Insgesamt 4 Messzeitpunkte: 1) Passive Beweglichkeit (Dorsalextension); 2) Morphologie des medialen Gastrocnemius (Muskellänge, -dicke und Faszikellänge / Ultraschall); 3) passiver Dehnungswiderstand und isometrische Kraft (handgehaltener Kraftsensor); 4) Sprung- und Kniegelenkskinematik und Kinetik (3D Ganganalyse) Alle Messungen finden im Ganglabor statt.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 12
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Behandlungszentrum Aschau GmbH nonprofit Organisation

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • spastische IZP;
  • Alter: 6-18 Jahre;
  • Gross Motor Function Classification System I-II

Ausschlusskriterien

  • Unfähigkeit verbalen Anweisungen zu folgen; 2) Spitzfuß mit fehlender passiver DE < - 10°; 3) Tonus auf modifizierter Asworth Skala >3,
  • Lagerungsorthesen, bzw. -gips < 3 Monate; 5) Botulinum Toxin Injektion < 6 Monate;
  • Sehnen- oder Weichteil OP am Unterschenkel;
  • sonstige orthopädische OPs < 12 Monate.

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Infantile Zerebralparese-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Der spastische Spitzfuß zählt zu den häufigsten muskuloskeletalen Deformitäten bei infantiler Zerebralparese (IZP). Die steife und atrophierte Wade beschränkt die Gelenkexkursion und erschwert das Gehen maßgeblich. Aktiv und passiv statisches Dehnen ist ein weit verbreiteter Bestandteil der Physiotherapie. Ob und wie die Muskeln reagieren, wird kontrovers diskutiert. Erkenntnisse über die Adaptation des spastischen Muskelsehnen-komplexes sind elementar. Exzentrische Muskelkontraktionen bei großen Muskellängen scheinen positiv für longitudinales Muskelwachstum und -dehnfähigkeit zu sein. Geneigtes Rückwärtsgehen auf dem Laufband ist eventuell eine funktionelle Methode, die repetitive exzentrische Kontraktionen ermöglicht und gleichzeitig die Motorik fördert. Im Rahmen dieser Studie sollen die Effekte von physiotherapeutischem Dehnen und Laufbandtherapie auf Muskelarchitektur und Funktion des M. Gastrocnemius medialis von Kindern und Jugendlichen (n=12, 6-18 Jahre, GMFCS I-II) mit IZP verglichen werden. Jeder Teilnehmer wird im Rahmen einer Cross-Over Studie in zwei konsekutiven Perioden mit Dehntherapie oder mit Laufbandtraining therapiert (je 9 Wo. / 3x pro Wo.). Dazwischen erfolgt ein 4-wöchiger Wash-Out. Primäre Outcomes sind: 1) Passive Dorsalextension; 2) Morphologie des medialen Gastrocnemius (Muskellänge und Faszikellänge/ Ultraschall); 3) passiver Dehnungswiderstand (handgehaltener Kraftsensor); 4) Sprung- und Kniegelenkskinematik und -kinetik (3D Ganganalyse). Sekundäre Outcomes sind: 1) modifizieter Timed up and Go; 2) 1-Minuten Geh-Test; 3) GMFM-66 (Dimension D&E); 4) Mobques47. Es wird erwartet, dass sich sowohl das Dehnprogramm als auch das Laufbandtraining positiv auswirken, letzteres aber den größeren Benefit bringt.

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