Beschreibung der Studie

Selbst bei adäquater medikamentöser und psychotherapeutischer Anschlussbehandlung stellen Rückfälle und Rehospitalisierungen nach stationärer Depressionsbehandlung ein häufiges Problem dar, weswegen ergänzende Maßnahmen zur weiteren Reduktion von Rückfällen benötigt werden. Diesbezügliche - bisher lediglich unsystematisch beforschte - Maßnahmen stellen psychoedukative Angehörigengruppen dar. Im Rahmen des vorliegenden Projektes wird mittels einer zweiarmigen multizentrischen randomisiert-kontrollierten Studie der Effekt einer psychoedukativen Gruppenkurzintervention für Angehörige auf den Krankheitsverlauf der zugehörigen Patienten mit depressiven Störungen an sieben Studienzentren untersucht. Die psychoedukative Gruppenkurzintervention wird nach Entlassung des Patienten aus der stationären Depressionsbehandlung durchgeführt, umfasst vier Gruppensitzungen zu jeweils ca. 90 bis 120 Minuten im zweiwöchigen Rhythmus und schließt pro Gruppe drei bis fünf Angehörige ein. In jeder Gruppensitzung wird der erste Teil der Zeit auf die Vermittlung krankheits- und behandlungsrelevanter Informationen verwendet. In der restlichen Zeit wird ein Problemlösetraining mit Schwerpunkt auf schwierigen Angehörigen-Patient-Interaktionen durchgeführt. Insgesamt werden 180 Patienten-Angehörigen-Tandems (90 Interventions-, 90 Kontrollgruppe) in die Studie eingeschlossen, welche jeweils zu fünf Messzeitpunkten innerhalb eines Jahres nach Entlassung des Patienten aus der stationären Depressionsbehandlung mittels postalisch versandter Fragebögen befragt werden. Der Effekt der Intervention auf den Krankheitsverlauf der Patienten wird über die geschätzte Anzahl der depressionsfreien Tage innerhalb dieses Zeitraumes gemessen. Zudem wird der Effekt der Intervention auf die Belastung der Angehörigen untersucht sowie gesundheitsökonomische Analysen durchgeführt.

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Studiendetails

Studienziel Geschätzte Anzahl symptomfreier Tage (DFDs) in den ersten zwölf Monaten nach stationärer Entlassung gemessen anhand des Patient Health Questionnaire (PHQ-9) zu fünf Messzeitpunkten (T0 = bei stationärer Entlassung, T1 = 3; T2 = 6; T3 = 9 und T4 = 12 Monate nach stationärer Entlassung).
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up läuft noch
Zahl teilnehmender Patienten 180
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Else Kröner-Fresenius-Stiftung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten:
  • Primärer Behandlungsanlass: Diagnose einer akuten depressiven Episode nach ICD-10 F32.xx oder F33.xx; 18tes Lebensjahr vollendet; durch Indexpatienten benannter Angehöriger ist zur Teilnahme an Studie bereit
  • Angehörige:
  • Benennung durch Indexpatienten, der o.g. Kriterien erfüllt; 18tes Lebensjahr vollendet; ausreichende Deutschkenntnisse, um die Fragebögen auszufüllen und um an der Psychoedukativen Gruppenkurzintervention teilzunehmen; fester Wohnsitz in der Nähe des jeweiligen Studienzentrums (die Teilnahme an der Psychoedukativen Gruppenkurzintervention muss praktikabel sein).

Ausschlusskriterien

  • Patienten mit folgenden komorbiden Erkrankungen werden von der Studienteilnahme ausgeschlossen:
  • Demenzielles Syndrom (F00.xx, F01.xx, F02.xx, F03.xx); Borderline Persönlichkeitsstörung (F60.31); Schizoaffektive Störung (F25.xx); Schizophrenie (F20.xx); Bipolare Erkrankung (F31.xx); Substanzabhängigkeit (F10.2, F11.2, F12.2, F13.2, F14.2, F15.2, F16.2, F17.2, F18.2, F19.2).

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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In Deutschland ist die stationäre Depressionsbehandlung eine wichtige Komponente der Versorgung depressiver Störungen, wobei hohe Rückfall- und Rehospitalisierungsraten nach stationärer Entlassung ein zentrales Versorgungsproblem darstellen. Da jeder Rückfall das Risiko für weitere Rückfälle erhöht, ist die Rückfallprophylaxe eines der zentralen Ziele der Depressionsbehandlung. Obwohl eine medikamentöse und/oder psychotherapeutische Erhaltungstherapie die Rückfallwahrscheinlichkeit senken kann, werden ergänzende Maßnahmen mit inkrementeller Wirksamkeit zur weiteren Reduzierung der Rückfallwahrscheinlichkeit dringend benötigt. In der „S3-Leitlinie/Nationale Versorgungsleitlinie unipolare Depression“ wird der Einbezug von Angehörigen in die Depressionsbehandlung im Rahmen psychoedukativer Maßnahmen als sinnvolle Ergänzung der Gesamtbehandlungsstrategie empfohlen. Hierbei wird allerdings nur der Empfehlungsgrad „B“ (Sollte-Empfehlung) ausgesprochen, da qualitativ hochwertige Untersuchungen zur Wirkung psychoedukativer Maßnahmen für Angehörige auf den Krankheitsverlauf von Patienten mit depressiven Störungen zum Zeitpunkt der Leitlinienerstellung noch ausstanden . Das Projekt untersucht an sieben Studienzentren mittels einer zweiarmigen randomisiert-kontrollierten multizentrischen Studie mit fünf Messzeitpunkten den Effekt einer psychoedukativen Gruppenkurzintervention für Angehörige von Depressionspatienten auf den Krankheitsverlauf der assoziierten Patienten (N = 180 Patienten-Angehörigen-Tandems; 90 Interventions- und 90 Kontrollgruppe) innerhalb eines Jahres nach Entlassung der Patienten aus der stationären Depressionsbehandlung. Die zu untersuchende Gruppenkurzintervention besteht aus vier 90 bis 120 minütigen Sitzungen und findet in zweiwöchigem Rhythmus statt. Die Sitzungen bestehen jeweils aus zwei Teilen, im ersten Teil werden den Angehörigen Informationen über wichtige krankheits- und behandlungsbezogene Aspekte vermittelt. Im zweiten Teil wird ein Problemlösetraining durchgeführt, das sich mit der Vermittlung einer Technik befasst, anhand derer Probleme individuell gelöst werden können. Primäres Outcome der Studie ist der Krankheitsverlauf, gemessen über die geschätzte Anzahl depressionsfreier Tage (Depression-Free-Days) innerhalb eines Jahres nach Entlassung aus stationärer Behandlung. Als weitere zentrale sekundäre Outcomes werden Rehospitalisierungen und die Zeit bis zum Eintritt der Rehospitalisierungen, die Effekte auf die Belastung der Angehörigen sowie in gesundheitsökonomischen Analysen das Kosten-Nutzen-Verhältnis untersucht. Somit werden die Interventionseffekte umfassend evaluiert und ein Beitrag zur Schließung einer wichtigen Evidenzlücke geleistet.

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