Beschreibung der Studie

Teilnehmer unserer Studie sind Patienten, die aufgrund einer schweren Atemstörung unterschiedlicher Ursache auch zuhause eine mechanische Atemunterstützung in Form einer invasiven Langzeitbeatmung über eine Trachealkanüle erhalten. Um die Atemmuskulatur zu trainieren und die invasive Langzeitbeatmung langfristig zu beenden, werden bei diesen Patienten während des stationären Aufenthaltes regelmäßige Spontanatemphasen durchgeführt.Diese sind bisher unzureichend untersucht. In dieser Studie soll hierzu der Zeitraum der Spontanatmung von Beginn an bis zu 120 Minuten analysiert werden. Die folgenden Parameter werden gemessen und protokolliert: Atemfrequenz, Atemzugvolumen, der daraus errechnete Quotient RSBI (Rapid shallow breathing index), Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt des Blutes, pH-Wert, Blutdruck und Puls sowie die subjektive Atemnot. Für jeden dieser Parameter wurden Grenzwerte festgelegt, bei deren Überschreitung der Spontanatmungsversuch abgebrochen wird, bzw. gar nicht erst begonnen werden kann. Die Messungen erfolgen mittels 3 kapillärer Blutgasanalysen, EKG-Monitoring, Blutdruckmessung, transkutaner CO2-Messung, mit einem Pneumotachographen (Messung des Atemflusses über einen Sensor an der Trachealkanüle) sowie einer visuellen Skala zur Erfragung der Luftnot. Bei Patienten, die 120 min spontan atmen können ohne die Abbruchkriterien zu erreichen, wird das Spontanatmungsintervall unter klinischer Kontrolle fortgesetzt. Unser Ziel ist es, Schlüsse aus unseren Beobachtungen und Messungen darüber zu ziehen, was dieses spezielle Patientenkollektiv nach einer gewissen Zeit dazu bringt, die Spontanatmung zu beenden und die Benutzung des Beatmungsgerätes notwendig macht. Im Gegensatz zum unkomplizierteren intensivmedizinischen Patientenkollektiv, bei dem Studien zufolge bereits nach einer halben Stunde Spontanatmung die Indikation zur Extubation sicher gestellt werden kann. Wir erhoffen uns hierdurch eine angepasstere Analyse speziell dieser langzeitbeatmeten Patientengruppe mithilfe derer Diagnostik und Therapie optimiert werden könnten. Hierbei steht immer das Ziel im Vordergrund, den Patienten möglichst schnell von der maschinellen Beatmung zu entwöhnen und so weitere Krankheitsrisiken zu minimieren und seine Lebensqualität zu verbessern.

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Studiendetails

Studienziel Rapid Shallow Breathing Index (RSBI, entspricht Atemfrequenz/Tidalvolumen); kontinuierliche Messung durch einen Pneumotachographen; Start bei Diskonnektion vom Beatmungsgerät, Ende bei Abbruch oder nach 120 Minuten
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 20
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Lungenklinik MerheimPneumologie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Unterschriebene Einverständniserklärung
  • Patientenalter ≥ 18 Jahre
  • Intermittierende invasive Beatmungstherapie über ein Tracheostoma
  • Außerklinische invasive Beatmungstherapie ≥ 2 Monate
  • Stabile Erkrankungsphase (keinen Beschwerdeverschlechterung in den letzten 2 Wochen, kein Hinweis für Atemwegsinfektion)
  • Erfüllen der Kriterien zur Weaningbereitschaft

Ausschlusskriterien

  • Patientenalter < 18 Jahre
  • Kontinuierliche invasive Beatmungstherapie
  • Beschwerdeverschlechterung in den letzten 2 Wochen, Hinweis für Atemwegsinfektion (Mind. 2 Kriterien: purulentes Sputum, Fieber, Infiltration im Röntgen-Thorax, Leukozyten > 10.000/L)
  • Nicht-Erfüllen der Kriterien zur Weaningbereitschaft

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Ziel der Studie ist die systematische Untersuchung des Spontanatmungsversuches bei Patienten in der Weaningkategorie 3c (entspricht erfolglosem Weaning mit invasiver Beatmung via Tracheostoma) mit intermittierender invasiver Heimbeatmung seit mindestens zwei Monaten. Im Vergleich zu den diagnostischen Spontanatmungsversuchen im einfachen und schwierigen Weaning (Gruppe 1+2) haben hingegen im prolongierten Weaning (Gruppe 3) die Spontanatmungsphasen einen therapeutischen Ansatz und dienen im Wechsel mit Beatmungsphasen der Rekonditionierung der Atempumpe. Die Dauer der Spontanatmungsphasen geht regelhaft über den beschriebenen Zeitraum von 30 Minuten hinaus. Formal können somit die Kriterien eines erfolgreichen Spontanatmungsversuchs erfüllt sein. Eine Extubation bzw. hier Dekanülierung ist jedoch bei dieser speziellen Patientengruppe gewöhnlich nicht möglich. Welche Dauer der Spontanatmungsphase in diesem Zusammenhang im prolongierten Weaning zu fordern ist, wurde bisher nicht systematisch untersucht; publizierte Daten geben Zeiträume von bis zu 18 Stunden an. Bisher gibt es keine eindeutige Empfehlung, welche Abbruchkriterien für intermittierende Spontanatmung im prolongierten Weaning heranzuziehen sind. Patienten, die nicht vom Respirator entwöhnt werden können, setzen die Beatmung nach stationärer Entlassung im außerklinischen Umfeld fort. Die Beatmung kann kontinuierlich oder intermittierend notwendig sein. Mögliche Spontanatmungsphasen werden vor einer Entlassung unter stationärer Kontrolle etabliert und für die außerklinische Anwendung der Beatmungstherapie vom Arzt festgelegt. Entsprechend der deutschen Leitlinien sind regelmäßige Kontrollen der Beatmungstherapie unter stationären Bedingungen indiziert. Hierbei werden neben den Beatmungsphasen auch die Spontanatmungsphasen beurteilt, unter anderem mit der Fragestellung ob Potential für eine langfristige Entwöhnung vom Beatmungsgerät besteht. Bisher gibt es keine genauen Informationen, wie sich Atemmuster und physiologische Parameter während solcher Spontanatmungsphasen verhalten. Diesen im klinischen Alltag regelmäßig durchgeführten Spontanatemversuch möchten wir nun nutzen, um Atemmuster und weitere physiologische Parameter wie Herzfrequenz und Blutdruck während der stationär durchgeführten Spontanatmungsphasen bei etablierter intermittierender außerklinischer Beatmungstherapie systematisch zu untersuchen. Es soll ein Zeitraum der Spontanatmung von Beginn an bis zu 120 Minuten analysiert werden. In Anlehnung an den im leichten und schwierigen Weaning etablierten SBT (Spontaneous Breathing Triael) werden vor Beginn die Kriterien zur Weaningbereitschaft geprüft. Es werden kontinuierlich mittels Pneumotahograph Atemfrequenz, Tidalvolumen und RSBI (Rapid shallow breathing index) gemessen, bzw. berechnet. Außerdem wird u.a. mit Hilfe von Blutgasanalysen und transkutaner CO2-Messung untersucht, wie sich Gasaustausch (SpO2, PtcCO2, PaO2, PaCO2. pH-Wert), Vitalparameter (Blutdruck, Herzfrequenz) und subjektives Dyspnoempfinden (Borg-Dyspnoe-Scala) während dieser Spontanatmung verhalten. Gründe für den Abbruch von intermittierender Spontanatmung werden festgehalten. Abbruchkriterien wurden in Anlehnung an die bestehenden Empfehlungen zu Spontanatmungsversuchen zur Beurteilung der Extubationsfähigkeit definiert. Bei Patienten, die 120 Minuten spontan atmen können ohne die Abbruchkriterien zu erreichen, wird das Spontanatmungsintervall unter klinischer Kontrolle fortgesetzt. Die Zeit bis zum Abbruch und Grund hierfür werden dokumentiert. Durch unsere systematische Analyse erhoffen wir uns die Möglichkeit einer Optimierung der Diagnostik und Therapie, angepasst auf dieses spezielle Patientenkollektiv, das sich schon insofern vom durchschnittlichen intensivmedizinischen Patientenkollektiv unterscheidet, dass hier nicht nach einer 30-minütigen erfolgreichen Spontanatmungsphase die Indikation zur Extubation gestellt werden kann.

Quelle

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