Beschreibung der Studie

Neben dem Rückgang der kognitiven Leistungsfähigkeit stehen besonders Verhaltensstörungen (Kreischen und Schreien, Umherwandern oder auch Aggressivität gegenüber den Mitmenschen) im Vordergrund der Demenzerkrankung. Besonders im fortgeschrittenen Stadium treten diese Symptome bei nahezu allen Patienten auf und stellen eine große Belastung für Pflegende und Angehörige, aber auch für den Betroffenen selbst dar. Laut Studienlage hat körperliche Aktivierung bei diesen Patienten einen positiven Einfluss auf diese Verhaltenssymptome. Ein eigens entwickeltes Trainingskonzept (Trainingskarussell), das sich bei den Trainingszeitpunkten an der Tagestruktur und der Teilnahmebereitschaft der Patienten orientiert, ist ein neuer Ansatz, um eine bessere Versorgung von an Demenz erkrankten Patienten zu erreichen. Den Demenz-Patienten einer gerontopsychiatrischen Klinik wird in einem Zeitraum von zwei Wochen für dreimal pro Woche je viermal am Tag ein Programm zur körperlichen Aktivierung angeboten. Über den Tag verteilt ergeben sich somit mehrere kurze Trainingseinheiten, die sowohl Kraft- als auch Ausdauertraining einbeziehen. Ziel dieses Projektes ist es zu untersuchen, in wie fern die Teilnahme an dem Trainingsprogramm im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die ein Programm zur sozialen Stimulation erhält, dazu beitragen kann, die Verhaltenssymptome dieser Patienten zu lindern. Neben Beobachtungsskalen zur Erfassung der Verhaltenssymptome werden Bewegungssensoren eingesetzt sowie Speichel- und Blutprobenproben analysiert.

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Studiendetails

Studienziel neuropsychiatrische Verhaltenssymptome (erfasst mittels standardisiertem Interview mit dem Bezugspfleger): - Neuropsychiatric Inventory (vor und nach zweiwöchiger Intervention) - Cohen-Mansfield-Agitation Inventory (vor und nach zweiwöchiger Intervention) - ADCS-CGIC (Alzheimer-Cohort-Study clinical global impression of change) (nach zweiwöchiger Intervention)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 80
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Sporthochschule KölnInstitut für Bewegungs- und Sportgerontologie

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Demenz Diagnose (ICD-10)
  • Einschluss mindestens eine Woche nach Aufnahme (Gewöhnung an Versorgungsstufe)
  • Delir-Ausschluss (Confusion-Assessment Method)
  • Fähigkeit den Timed-Up and Go-Test ohne menschliche Hilfe durchzuführen
  • schriftliche Einverständniserklärung zur Teilnahme durch die gesetzliche Betreuung

Ausschlusskriterien

  • akute kardiale Instabilität, die keine körperliche Aktivierung zulässt
  • keine Gruppenfähigkeit aufgrund eigen- oder fremdaggressivem Verhalten

Adressen und Kontakt

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Neben dem Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit stehen bei Personen mit Demenzerkrankung nicht-kognitive Verhaltenssymptome im Vordergrund. Zu diesem Symptomkomplex werden affektive Störungen mit Depression und Angststörungen, psychotische Merkmale mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen, Hyperaktivität inklusive Irritierbarkeit, sowie Aggressivitäts- und Euphoriezustände gezählt. Das Auftreten dieser Verhaltenssymptome wird seitens des Umfeldes und des Patienten belastender wahrgenommen als die kognitiven Einschränkungen. Aus Beobachtungsstudien wird ein Zusammenhang zwischen der körperlichen Inaktivität und den nicht-kognitiven Verhaltenssymptomen beschrieben. Demnach wird dringend gefordert, besonders die agitierten Verhaltenssymptome von Patienten mit Demenzerkrankung nicht mittels mechanischer und medikamentöser Ruhigstellung zu behandeln, sondern diese Patienten im Gegensatz körperlich zu aktivieren. Diese Forderung greift das Projekt "Trainingskarussell bei Demenzerkrankung" auf und versucht die Verbindung zwischen körperlicher Aktivität der Patienten und den Verhaltenssymptomen in die klinische Versorgung zu übertragen. Zusätzlich zu der Regelversorgung wird die Interventionsgruppe ein zwei-wöchiges Trainingsprogramm durchführen. Dabei wird den Patienten jeweils dreimal pro Woche die Teilnahme an viermal am Tag stattfindenden Traningseinheiten angeboten. Auf eine 20-minütige-Trainingseinheit folgt eine Ruhepause von einer Stunde, bevor die nächste Trainingseinheit durchgeführt wird - aufgrund der Schaffung von wiederkehrenden Ruhe- und Aktivitätszyklen wird dieses Trainingsprogramm als Trainingskarussell bezeichnet. Jeweils zwei Trainingseinheiten eines Tages beinhalten Krafttraining der Arme und Beine mittels Gewichtsmanschetten, an den anderen zwei Trainingseinheiten wird ein aerobes Ausdauertraining an Sitzergometern durchgeführt. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe erhalten zusätzlich zur Regelversorgung ein Programm zur sozialen Stimulation. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe werden die Effekte auf die nicht-kognitiven Verhaltenssymptome, das Bewegungsverhalten, die Tagesstruktur und neuroprotektive Wirkmechanismen untersucht. Im Rahmen dieser Untersuchung wird angenommen, dass eine strukturierte körperliche Aktivierung zu einer Linderung der nicht-kognitiven Verhaltenssymptome führt und die circadianen Rhythmen des Bewegungsverhalten und des Stresslevels der Patienten stabilisiert werden.

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