Beschreibung der Studie

Im CORETH-Forschungprojekt geht es um die Blutwäsche (Hämodialyse) und die Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse). Wichtige Fragen zum Versorgungsgeschehen betreffen die persönlichen Bedürfnisse und das soziale Umfeld der Patienten: Wie beeinflusst das Dialyseverfahren ihre Lebensqualität? Welche körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Bedingungen führen zur Nutzung verschiedener Dialyseverfahren? Wir wollen auch etwas über das Bedürfnis von Patienten erfahren, Gesundheitsfragen selbständig zu entscheiden. Schließlich wird in dem Projekt auch eine wirtschaftliche Bewertung vorgenommen. Die Teilnahme jedes Einzelnen ist von besonderer Bedeutung, damit die Versorgung für Patienten und auch für andere Betroffene weiter verbessert werden kann.Obwohl jeder dritte Nierenkranke die Bauchfelldialyse wählen könnte, geschieht dies in weniger als 5 % der Fälle. Das CORETH-Forschungsprojekt möchte Ursachen dafür finden, warum die Bauchfelldialyse so selten zum Einsatz kommt. Unbekannt ist bisher, welche Rolle die körperliche, geistige und soziale Situation der Patienten dabei spielt. Mit CORETH sollen Erkenntnisse zur Gestaltung des Gesundheitswesens in Bezug auf die Dialyse sowie zum Austausch zwischen Arzt und Patient gewonnen werden.

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Studiendetails

Studienziel Vorhersagegüte eines multifaktoriellen Modells zur Erklärung der Entscheidungsfaktoren für oder gegen ein bestimmtes Dialyseverfahren aus Patientensicht
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 1600
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Dienstsitz Berlin
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Chronische Nierenkrankheit Stadium 5D (ICD: N18.5), Nierenersatztherapie seit 6-24 Monaten, Ausreichende Deutschkenntnisse für das Ausfüllen des Fragebogens, Lese- und Schreibfähigkeit (inkl. manueller und Sehfähigkeit) für das Ausfüllen des Fragebogens, Einwilligung in die Studienteilnahme nach Aufklärung

Ausschlusskriterien

  • Unfähigkeit der aktiven Einwilligung des Patienten nach Aufklärung, Fehlendes Einverständnis des Patienten, Lebensalter <18 Jahre, Akute psychiatrische Erkrankung

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Äquivalenzstudien zur Mortalität zeigen eine Gleichwertigkeit von Hämo (HD)- und Peritonealdialyse (PD). Trotzdem fällt die Wahl bei nur 5 % der Patienten, die aus medizinischer Sicht für beide Verfahren in Frage kommen, auf die PD als Heimverfahren. Zahlreiche vergleichende Arbeiten beschäftigen sich mit dem Einfluss des Dialyseverfahrens auf die Lebensqualität der Patienten, auf psychische (Depression, Angst) oder kognitive (Gedächtnis, Exekutivfunktionen, Aufmerksamkeit) Beeinträchtigungen, auf die Zufriedenheit mit dem Nierenersatzverfahren, auf sozioökonomische Faktoren sowie auf Kosten der Versorgung. Dabei wird die Behandlungsmodalität (HD vs. PD) implizit als feststehender Faktor angenommen, dessen Einfluss auf klinische Outcomes betrachtet wird. Dialysepatienten unterscheiden sich von anderen Patientenkollektiven aber gerade dadurch, dass sie in den meisten Fällen die Wahl in Bezug auf die Art ihrer Behandlung haben. Der Einfluss der psychosozialen Situation der Patienten auf die Entscheidung für ein bestimmtes Verfahren und damit eine invertierte Betrachtungsweise sind in der bisherigen Erforschung des ungleichen Verhältnisses HD vs. PD eher unterrepräsentiert. Mit vertiefendem Blick auf das soziale Netzwerk, die soziale Unterstützung und die soziale Rollenfunktion der Betroffenen wird die CORETH-Studie eruieren, wie diese Faktoren die Entscheidung für ein bestimmtes Dialyseverfahren beeinflussen. Im Rahmen einer multizentrischen Ein-Jahres-Verlaufsstudie sollen dazu in ca. 60 kooperierenden Dialysezentren in Deutschland bis zu 1200 Patienten (HD vs. PD) zu zwei Messzeitpunkten (T2 = Baseline T1 + 12 Monate) befragt werden. Neben psychosozialen Größen werden außerdem die kognitive Leistungsfähigkeit der Befragten, die gesundheitsbezogene Lebensqualität, das Shared Decision Making zwischen Arzt und Patient sowie ökonomische Konsequenzen des gewählten Dialyseverfahrens analysiert. Mit Hilfe von randomisierten Gruppenvergleichen, Propensity Score Matching und unter Kontrolle von Confoundern, wie z. B. Komorbidität und Geschlecht, wird der Varianzanteil bestimmt, den die Faktoren bei der Wahl des Nierenersatzverfahrens aufklären. Die Ergebnisse der CORETH-Studie sollen Anhaltspunkte dafür liefern, wie eine optimierte Verfahrenswahl für Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz unter Berücksichtigung individueller psychosozialer Randbedingungen realisiert werden kann.

Quelle

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