Beschreibung der Studie

Der evidenzbasierte Aufbau von medizinisch-beruflich orientierter Rehabilitation (MBOR) hat vor dem Hintergrund bedarfs- und bedürfnisgerechter Versorgung sowie Qualitätssicherungsaspekten eine hohe Relevanz für das klinische Setting innerhalb der rehabilitativen Versorgungspraxis. MBOR-Konzepte müssen von den von der Deutschen Rentenversicherung belegten Reha-Einrichtungen flächendeckend vorgehalten werden. Es existieren zahlreiche gute Praxisbeispiele, die der interessierten (Fach-)Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. In dem heterogenen Feld der Versorgung mit Rehabilitationsleistungen sind gut funktionierende Konzepte jedoch nicht problemlos zwischen den Einrichtungen übertragbar. Es mangelt an Informationen und Arbeitshilfen zur konkreten Konzeptentwicklung und Implementierung. Die Darstellung eines Weges („aus der Praxis, für die Praxis“), der von Reha-Einrichtungen zur bedarfsgerechten, standardisierten und wirtschaftlichen Versorgung von Patienten mit besonderen beruflichen Problemlagen verfolgt werden kann, fehlt. Das nachfolgend skizzierte Forschungsvorhaben setzt in diesem Spannungsfeld an, unter Berücksichtigung von Vorgaben und Rahmenbedingungen mit den vorhandenen Ressourcen einer Rehaklinik eine bedarfsadäquate und wirksame MBOR anzubieten. Das Vorhaben zielt auf die Konzipierung, Implementierung und Evaluierung eines klinikübergreifend-integrierten MBOR-Konzeptes einschließlich des Aufbaus von MBOR-Behandlungspfaden als Instrumentarium zur Versorgung orthopädischer Patienten mit besonderen beruflichen Problemlagen und der Identifikation fördernder und hemmender Faktoren in diesem Prozess (Identifikation und Dokumentation von Kriterien „Guter Praxis“ – Good Practice).

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Studiendetails

Studienziel Funktionsfähigkeit im Beruf (Messinstrument: IRES-3 Dimensionswert; Bührlen et al. 2005) Messzeitpunkte: 3- und 6-Monats-Katamnese
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 454
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Verein zur Förderung der Rehabilitationsforschung e. V., Norderney

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Orthopädische Patientinnen und Patienten der Salzetalklinik und der Klinik am Lietholz, Vorliegen einer besonderen beruflichen Problemlage (Screening-Instrument: SIMBO-C), informiertes Einverständnis zur Studienteilnahme (schriftlich)

Ausschlusskriterien

  • Akuterkrankung und Anschlussheilbehandlung, kognitive Beeinträchtigungen oder Verständnisschwierigkeiten (bspw. unzureichende Deutschkenntnisse), unzureichende Belastbarkeit und/oder Motivation, Rentenantragstellung bzw. laufendes Rentenverfahren

Adressen und Kontakt

Salzetalklinik und Klinik am Lietholz, Bad Salzuflen

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Häufig gestellte Fragen

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Zur Verbesserung von Qualität, Bedarfs- und Bedürfnisgerechtigkeit der rehabilitativen Versorgung führt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) für Menschen mit besonderen beruflichen Problemlagen (BBPL) medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) durch, deren Wirksamkeit und Nachhaltigkeit für die Zielgruppe in den vergangenen Jahren hinlänglich belegt werden konnte. Insbesondere bieten MBOR-Maßnahmen für die Betroffenen erheblich verbesserte Reintegrations- und Teilhabechancen. Es existieren zahlreiche gute Praxisbeispiele, die der interessierten (Fach-)Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. In dem heterogenen Feld der Versorgung mit Rehabilitationsleistungen sind gut funktionierende Konzepte jedoch nicht problemlos zwischen den Einrichtungen übertragbar. Vor allem nicht vor dem Hintergrund der notwendigen allokativen Ressourcenentscheidungen für den MBOR-(Mehr-)Aufwand und den teils unterschiedlichen strukturellen Bedingungen. Die Rehabilitationseinrichtungen sind seitens der Träger jedoch dazu angehalten, MBOR-Konzepte vorzulegen und zu implementieren. Problematisch wird dieser Vorgang, wenn das Know-how für die Konzeption und Implementierung fehlt, um qualitativen Standards zu genügen und bedarfsadäquat zu behandeln. An dieser Stelle setzt das OptiPro-Projekt an: Entwickelt werden soll ein klinikübergreifend-integriertes, orthopädisches MBOR-Konzept, bei welchem der Ablauf des MBOR-Behandlungsprozesses (Zugang, Diagnostik, Therapie, Übergang) über klinische Behandlungspfade gesteuert wird. Das am Ende der Studie auf Wirksamkeit überprüfte und manualisierte Konzept wird wichtige Hinweise zu Qualitäts- und Standardisierungsindikatoren liefern, die sich auch auf andere Rahmenbedingungen übertragen lassen. Dies geschieht mit Hilfe des Good Practice-Ansatzes, der ein pragmatisches, praxisnahes und flexibles Qualitätsindikatoren-System ermöglicht, welches sich neben den geläufigen Indikatoren – Struktur, Prozess und Ergebnis – vor allem mit dem Konzept und dem Implementierungsvorgang beschäftigt. Zielsetzung ist es, Handlungsempfehlungen und Implementierungshilfen zu generieren, die anschließend für andere Rehabilitationseinrichtungen nutzbar sind. Das OptiPro-Konzept leistet somit einen Beitrag zum flächendeckenden und bedarfsadäquaten Auf- und Ausbau von MBOR für Patienten mit BBPL sowie zur Weiterentwicklung von Prozess-Standardisierung und MBOR-Qualitätssicherung. Die Studie setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Mittels der formativen Evaluation (Teil A) wird das klinikübergreifend-integrierte OptiPro-Behandlungskonzept einschließlich der klinischen MBOR-Behandlungspfade entwickelt. Um die Wirksamkeit zu überprüfen, wird eine summative Evaluation (Teil B) durchgeführt. Zielgrößen sind die Funktionsfähigkeit im Beruf, der Gesundheitszustand, die körperliche Funktions- und Leistungsfähigkeit sowie der Reintegrationsstatus. Als Forschungsdesign wird ein sequenzielles Kontrollgruppendesign mit vier Messzeitpunkten (Prä, Post, Follow-up nach 3 und 6 Monaten) gewählt. Zunächst wird die Kontrollgruppe erhoben. Nach der Konzeptentwicklung und -implementierung wird die Interventionsgruppe befragt. Die Auswertung erfolgt mittels qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden.

Quelle

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