Beschreibung der Studie

Gleichgewichtsstörungen sind sehr häufig nach Schlaganfall und beeinflussen den Rehabilitationsprozess, die Selbständigkeit und das Sturzrisiko negativ. Für Aktivität des täglichen Lebens ist insbesondere die Gleichgewichtkontrolle im Stand von großer Wichtigkeit. Patienten nach Schlaganfall zeigen häufig verzögerte Gleichgewichtsreaktionen, größere Körperschwankungen und eine reduzierte Gewichtsverlagerung auf das paretische Bein. Es wurden verschiedene physiotherapeutische Ansätze entwickelt, um das Gleichgewicht und die posturale Kontrolle im Stand bei Patienten nach Schlaganfall zu trainieren. Allerdings konnte bis jetzt nicht nachgewiesen werden, dass einer dieser Therapieansätze überlegen ist. Insbesondere bei Patienten mit schweren Gleichgewichtsstörungen gibt es kaum Therapiemethoden, mit denen das Gleichgewicht im Stand trainiert werden kann. Ein hilfreiches therapeutisches Mittel für Patienten mit schweren posturalen Defiziten und/ oder Angst zu stürzen, könnte der Spacecurl sein. Durch den gesicherten Stand in einem kardanisch aufgehängten 3D-System ist es auch für nicht frei stehfähige Patienten möglich, im aufrechten Stand und ohne Sturzgefahr sicher zu trainieren. In dem vorliegenden Projekt sollen die Durchführbarkeit und die Effekte eines Gleichgewichtstrainings mit dem Spacecurl bei Schlaganfallpatienten untersucht werden. Dazu werden die Patienten randosmisiert einem der folgenden drei Behandlungsarme zugeteilt: Standard Physiotherapie - Spacecurl-Therapie (3 Wochen), Spacecurl-Therapie (2 Wochen) - Standard Physiotherapie oder konventionelles Gleichgewichtstraining - Standard Physiotherapie.

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Studiendetails

Studienziel Das posturale Stabilität wird mittels Posturographie im bipedalen Stand gemessen (mittlere Geschwindigkeit, Fläche und Weglänge des Druckmittelpunktes). Messzeitpunkte: wöchentlich während Interventionsphase mit Follow-up Messungen eine und zwei Wochen nach Interventionsende; in Arm 1 zusätzlich multiple Baseline-Messungen zwei und eine Woche vor Interventionsstart.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 35
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Bildung und Forschung Dienstsitz Berlin

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Ischämischem oder hämorrhagischen Hirninfarkt (≤ 6 Monate);
  • Alter zwischen 18 und 90 Jahren;
  • Steh- oder Gehfähigkeit mit kontinuierlicher Unterstützung einer Person;
  • Passive Stehfähigkeit (mind. 30 Minuten) mit erhaltener Kopf- und Rumpfkontrolle.

Ausschlusskriterien

  • Bekannte Aneurysmen;
  • Bekannte Thrombosen;
  • Schwere Herz-Kreislaufstörungen;
  • Instabile, nicht belastbare Frakturen;
  • Instabile Wirbelsäule;
  • Psychosen;
  • Schwangerschaft;
  • Körpergröße < 145 cm und > 195 cm;
  • Körpergewicht > 130 kg;
  • Pallhypästhesie des nicht-paretischen Beines (Vibrationsempfinden <5/8);
  • Kraniektomie;
  • Dekubitus an den Füßen oder stark geschwollene Fußrücken;
  • Wiederholte epileptische Anfälle (>1 in den letzten 6 Monaten);
  • Dysexekutives Syndrom (Tower of London < 15%);
  • Fehlendes situatives Verständnis, kein gesicherter ja/nein-Code, fehlendes Verständnis auf Wortebene.

Adressen und Kontakt

Schön Klinik Bad Aibling, Bad Aibling

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Häufig gestellte Fragen

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Gleichgewichtsstörungen sind bei Patienten nach Schlaganfall häufig und resultieren in einer eingeschränkten Selbständigkeit mit Stürzen, Immobilität und Depression. Insbesondere schwere Gleichgewichtstörungen führen zur Abhängigkeit in den Alltagaktivitäten, zu potentiellen sturzbedingten Frakturen und zu einer bewegungsarmen Lebensweise. Länger anhaltende Inaktivität kann zu sekundären Komplikationen führen. Insbesondere die Gleichgewichtskontrolle im Stand ist wichtig für die Selbständigkeit in den Alltagsaktivitäten. Patienten mit Halbseitenlähmung nach Schlaganfall zeigen größere Körperschwankungen in der sagittalen und frontalen Ebene, eine asymmetrische Gewichtverteilung, sowie reduzierte Stabilitätslimits. Durch Training und Übung können Strategien der posturalen Kontrolle effizienter und effektiver werden. Eine schnelle und optimale Verbesserung der posturalen Kontrolle nach Schlaganfall ist wichtig für die Selbständigkeit, die soziale Teilhabe und die generelle Gesundheit. Basierend auf unterschiedlichen Ideen der Regeneration nach Schlaganfall wurden physiotherapeutische Maßnahmen entwickelt. Verschiedene Therapieansätze sind in einem Review von Pollock et al. (2007) zusammengefasst und verglichen. Die Autoren fanden für keinen der Therapieansätze eine Überlegenheit hinsichtlich Verbesserung des Gleichgewichts, der Beinkraft, der Gehgeschwindigkeit oder der Fähigkeit Alltagsaktivitäten durchzuführen. Im Speziellen sind für Patienten mit schweren Gleichgewichtsstörungen geeignete und effektive therapeutische Interventionen notwendig. Es ist wichtig, dass Patienten beim Gleichgewichtstraining begrenzte Instabilität erfahren und destabilisierende Aufgaben ausführen können. Dabei ist aber die Sicherheit von größter Wichtigkeit. Für Patienten, die nicht frei stehfähig sind oder Angst haben zu fallen, kann der Spacecurl daher ein hilfreiches therapeutisches Mittel sein, da dieses Therapiegerät ein Gleichgewichtstraining im gesicherten Stand ermöglicht. Übungen mit dem Spacecurl beinhalten verschiedene Aspekte, wie Kraft- und Gleichgewichtstraining, Bewegungskoordination oder räumliche Orientierung und Wahrnehmung. Der Spacecurl besteht aus 3 konzentrischen Ringen, die kardanisch aufgehängt sind. Die Ringe können einzeln fixiert werden, so dass sich die Person, die auf einer Plattform in der Mitte des Gerätes steht, isoliert in der sagittalen und frontalen Ebene bewegen kann, oder - durch Freigabe aller Ringe - im dreidimensionalen Raum. Die Person ist durch eine gepolsterte Fixierung auf Höhe des Beckens und an den Füßen gesichert. So ist es für nicht frei stehfähige Patienten möglich, aufrecht und ohne Sturzgefahr zu stehen. Außerdem können optional die Knie des Patienten fixiert werden, um eine höhere Stabilität, insbesondere bei schlaffer Beinlähmung, zu erreichen. Bisher wurde das Spacecurl als Therapiegerät bei Rückenschmerzen und Neuropathia vestibularis untersucht. Bei Patienten mit Defiziten der posturalen Kontrolle nach zentralen Läsionen gibt es noch wenig Erfahrung bzw. keine wissenschaftliche Evidenz zu den Effekten der Spacecurl®-Therapie. Ziel dieser Pilotstudie ist die Überprüfung der Durchführbarkeit und der Effektivität von Gleichgewichtstraining mit dem Spacecurl bei Patienten mit Gleichgewichtsstörungen nach Schlaganfall.

Quelle

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