Beschreibung der Studie

Aggressives Verhalten scheint besonders häufig während der Körperpflege aufzutreten, da sich die demenzkranken Menschen in dieser Situation bedrängt fühlen (Jackson et al., 1997; Beck et al., 1998, zit. in Halek & Barholomeyczik, 2006, S. 46). Herausforderndes Verhalten ist nicht nur für die demenzkranke Person selbst eine Belastung, sondern auch für das Umfeld. Der dadurch verursachte Stress führt häufig zu Gefühlen der Unzulänglichkeit und Demoralisierung bei Pflegefachpersonen. In Bezug auf die körperliche Aktivität und die Interaktion könnten kinästhetische Ansätze einen Lösungsansatz bieten. Hierbei geht es darum, durch gezielte Bewegungsunterstützung während der Lebensaktivitäten die Wahrnehmung zu fördern und somit auch Selbstkontrolle über das Geschehen zu ermöglichen (Suter, Marty-Teuber, Knobel & Marty-Teuber, 2010). Das Ziel der Studie ist herauszuarbeiten welche Faktoren bei der Anwendung von Kinaesthetics von Bedeutung sind, um herausforderndes Verhalten bei Menschen mit Demenz zu vermindern, bei der Unterstützung von Lebensaktivitäten. Das Vorgehen der Studie gliedert sich in vier Phasen: Systematischer Review um das bestehende Wissen zum Thema zu identifizieren. Anschliessend Fokusgruppeninterviews mit KinaestheticstrainerInnen und Pflegefachpersonen mit Ziel zu erfassen, welche Faktoren bei der Anwendung von Kinaesthetics aus Sicht der jeweiligen Gruppe von Bedeutung sind. Mit der anschliessenden Beobachtung sollen die bereits bestehenden Daten abglichen und erweitert werden. Nach diesem Vorgehen wird aus allen Daten ein Modell entwickelt, welches die verschiedenen Komponenten von der Anwendung von Kinaesthetics aufzeigen soll aber auch die Zusammenhänge der Komponenten untereinander.

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Studiendetails

Studienziel Wirkungsmodell von Kinaesthetics
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Schweizerische Alzheimervereinigung

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Fokusgruppeninterview:
  • Pflegefachpersonen, Kinaestheticstrainer
  • Beobachtung:
  • Pflegeheimbewohner mit mittelschwerer und schwerer Demenz
  • Pflegefachpersonen
  • Kinaestheticstrainer
  • Informierte Zustimmung aller Beteiligten

Ausschlusskriterien

  • Bewohner in einer kritischen Krankheitssituation
  • Pflegefachpersonen welche die Heimbewohner nicht kennen

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Hintergrund: In der Betreuung von Personen mit Demenz kommt es bei der Unterstützung ihrer Lebensaktivitäten oft zu herausforderndem Verhalten, was eine bedarfsgerechte Versorgung erschwert, teilweise unmöglich macht und die Lebensqualität der Betroffenen massgeblich beeinflusst. Kinaesthetics als Konzept zur Förderung der Bewegungswahrnehmung und der Selbstkontrolle bietet durch eine gezielte und angepasste Interaktion einen möglichen Lösungsansatz. Das Konzept wird seit Jahren in der Pflege demenzkranker Menschen angewendet. Bis dato gibt es keine Studien, inwieweit sich Kinaesthetics auf herausforderndes Verhalten während der Unterstützung der Lebensaktivitäten auswirkt. Ziel: Entwicklung eines Wirkungsmodells (Intervention, Kontext, Prozess, Outcome) zur Verminderung herausfordernden Verhaltens während der Unterstützung der Lebensaktivitäten bei Menschen mit Demenz. Das Forschungsprojekt orientiert sich entsprechend den Richtlinien des Medical Research Council für komplexe Interventionen anhand drei Phasen: 1. Evidenzlage zur Wirkungsweise von Kinaesthetics bei Menschen mit Demenz und herausforderndem Verhalten beschreiben 2. Komponenten der Kinaesthetics-Intervention und deren Zusammenhänge identifizieren 3. Entwicklung und Testung des Kinaesthetics-Wirkungsmodells Methode: Exploratives sequenzielles Mixed-Methods-Design 1. Systematischen Review 2. Vier Fokusgruppeninterviews mit Kinaesthetics-ExpertInnen, Pflegefachpersonen in zwei verschiedenen Institutionen 3. Videoaufzeichnungen während der Unterstützung der Lebensaktivitäten bei 5-8 Personen pro Institution, über 10 Tage (morgens und abends). Ergebnisse: Durch die Studie werden neue Erkenntnisse zur Bedeutung der Interaktion von Kinaesthetics bei herausforderndem Verhalten bei Menschen mit Demenz gewonnen und daraus ein Wirkungsmodell entwickelt. Projektfinanzierung: - Alzheimervereinigung Schweiz - Ebnet Stiftung - Schweizer Berufsverband Pflegefachfrauen/Pflegefachmänner.

Quelle

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