Beschreibung der Studie

Verkalkungen (Plaques) der Hauptschlagader (Aorta) sind seit 20 Jahren als relevante Schlaganfallursache bekannt, da sie zur Ausbildung von Blutgerinnseln führen, welche durch den Blutstrom in das Gehirn verschleppt werden können (Embolisation). Dennoch ist nach wie vor unklar, warum sie an einigen Stellen des Gefäßes besonders häufig auftreten, welchen Einfluss der Blutfluss innerhalb des Gefäßes auf Entstehung und Wachstum hat und inwieweit auch Plaques in der absteigenden Aorta aufgrund einer Umkehr des Blutflusses am Ende eines Herzzyklus als Schlaganfallursache in Frage kommen. Ziel dieses Projektes ist die Anwendung eines neuen Untersuchungsverfahrens basierend auf der Kernspintomographie (MRT). Dabei wird die Aorta in verschiedenen Kontrasten in 3D dargestellt, damit Plaques erkannt und hinsichtlich ihrer Zusammensetzung beurteilt werden können. Mithilfe eines funktionellen MRT-Verfahrens kann der Blutfluss im Gefäß dargestellt werden, um das individuelle Risiko einer Verschleppung von Gerinnseln in das Gehirn abzuschätzen. Die Untersuchungen werden an Schlaganfallpatienten und Kontrollen durchgeführt.

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Studiendetails

Studienziel Quantitative Analyse der Häufigkeit der retrograden Embolisierung von komplexen Plaques der Aorta descendens in die supraaortalen Arterien bei Patienten mit Schlaganfällen ungeklärter und geklärter Ursache und Kontrollen zur Etablierung als neue Hochrisikoquelle für Schlaganfälle.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Schlaganfallpatienten: männliche und weibliche stationäre Patienten, >49 Jahre, akute zerebrale Ischämie mit nach abgeschlossener Rotuinediagnostik (ohne TEE) kryptogener Ätiologie, nachweisbare Ischämie in der cerebralen Bildgebung.
  • Patienten der Kontrollgruppe: männliche und weibliche stationäre Patienten, >49 Jahre, Patienten der Kontrollgruppe dürfen anamnestisch bislang keine zerebrale oder retinale Ischämie erlitten haben

Ausschlusskriterien

  • Kontraindikationen für die Durchführung einer MRT-Untersuchung (ferromagnetische Prothesen, Herzschrittmacher, Implantierte Kardioverter-Defibrillatoren, Insulinpumpen, großflächige Tätowierungen mit metallhaltigem Farbpigment, künstliche Herzklappen, Schwangerschaft, Chochlea-Implantate, Kupferspiralen, metallische Zahnspangen, nicht entfernbare Piercings, Granatsplitter oder sonstige metallische Einbringungen im Körper); Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern, Bigeminus, häufige supraventrikuläre und ventrikuläre Extrasystolen, AV-Block zweiten oder dritten Grades); schlechter Allgemeinzustand und notwendige intensivmedizinische Versorgung; fehlende Aufklärbarkeit; starke Klaustrophobie; Körpergewicht über 130 kg; Ablehnung der Untersuchung durch den Patienten

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Plaques der Aorta sind seit 20 Jahren als relevante Schlaganfallursache bekannt. Dennoch ist unklar, warum sie an Prädilektionsstellen auftreten, welche hämodynamischen Parameter ihrer Entstehung, Progression und Ruptur zugrunde liegen und inwieweit Plaques der Aorta descendens durch einen diastolischen Blutrückstrom Hirninfarkte auslösen können. Ziel dieses Projektes ist die Anwendung einer neu entwickelten integrierten Untersuchungstechnik in Kombination eines funktionellen MRT- mit einem modernen Bildanalyseverfahren und die Untersuchung und Evaluation des Infarktrisikos durch Plaques der Aorta descendens anhand von Messungen in einer repräsentativen Schlaganfallkohorte und Kontrollen. Mithilfe eines multiparametrischen 3D/4D MRT-Protokoll sollen Aortenatherome zuverlässig detektiert und hinsichtlich Ihrer Zusammensetzung charakterisiert werden. Die Plaquelage kann dann direkt mit der lokalen Wandschubspannung und Elastizität korreliert werden, die mit der Fluss-sensitiven 4D MRT quantitativ erfasst werden. So soll bestimmt werden, inwieweit die veränderte lokale Hämodynamik ein Prädiktor für das Auftreten und die Ruptur vulnerabler Plaques ist. Zudem sollen individuelle Embolisierungswege visualisiert und die kausale Verbindung von Aortenatheromen und zerebralem Infarktareal mittels Konnektivitätskarten quantifiziert werden. So könnte insbesondere die Relevanz der bislang unbeachteten aber sehr häufigen Plaques der Aorta descendens als Hochrisikoemboliequelle für Schlaganfälle überprüft und die zukünftige Sekundärprävention optimiert werden.

Quelle

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