Beschreibung der Studie

Konfrontationstherapie hat sich in der Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) bewährt. In einer Variante dieser Therapie werden in der Vorstellung traumatische Erfahrungen in allen Einzelheiten nachvollzogen. Dies soll Patienten bei der Verarbeitung des Geschehenen helfen. Häufig gehört zur Konfrontationstherapie auch das selbstständige Anhören dieses Traumanacherlebens. Unter erhöhtem Stresserleben kann es jedoch insbesondere bei Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zu dissoziativen Zuständen kommen (Unwirklichkeitserleben, Taubheitsgefühle, Verlust des Bezugs zum Hier und Jetzt). Dissoziatives Erleben hängt negativ mit geringerer Lernleistung und verringertem Therapieerfolg zusammen. Deshalb wurde ein Computerprogramm namens Morpheus entwickelt, das Patienten dabei unterstützt, die Audioaufnahme ihres Traumanacherlebens anzuhören. Morpheus bietet Skills (Fertigkeiten) zum Umgang mit Dissoziation an, die vor allem mit sensorischen Reizen einen Bezug zum Hier und Jetzt während der Konfrontation herstellen sollen. Die vorliegende Studie erfasst neben der Zufriedenheit von Patienten mit dem Programm auch die wahrgenommene Nützlichkeit von Morpheus. Darüber hinaus werden mit Hilfe des Programms Daten über traumabezogenes Erleben und Fühlen im Verlauf der Therapie gesammelt (z. B. Scham und Wut, Dissoziation) und an Therapeut und Patient zurückgemeldet. Mit Hilfe von Verlaufsdaten über Symptome der PTBS wird untersucht, welche dieser Gefühle und Erlebensweisen besonders bedeutend für das Gelingen der Konfrontationstherapie sind. Die Studienergebnisse dienen der Verbesserung der selbstgesteuerten Konfrontationstherapie. Teilnehmen können Patienten, die am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim eine stationäre Traumabehandlung erhalten.

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Studiendetails

Studienziel Symptome der PTBS werden in jeder Therapiesitzung (normalerweise wöchentlich) mit der Davidson Trauma Scale (DTS) erfasst. Die stationäre Behandlungsdauer umfasst üblicherweise einen Zeitraum von zehn bis 12 Wochen. Nach der Expositionsphase wird Morpheus mit Hilfe eines Fragebogens evaluiert, der die subjektive Nützlichkeit des Programms sowie die Zufriedenheit der Patienten mit Morpheus erfasst.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Zentralinstitut für Seelische Gesundheit

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • posttraumatische Belastungsstörung;
  • Teilnahme an stationärem Behandlungsprogramm der dialektisch behavioralen Therapie für die posttraumatische Belastungsstörung (DBT-PTSD) am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim

Ausschlusskriterien

  • Drogenmissbrauch

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Dissoziation ist ein unter erhöhter Stressbelastung häufiges Phänomen (Stiglmayr et al., 2008), das bei vielen Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) auftritt. Dissoziationsneigung ist mit geringerem Therapieerfolg sowie verringerter Leistung in einer emotionalen Lernaufgabe assoziiert (Ebner-Priemer et al., 2009; Kleindienst et al., 2011; Resick, Suvak, Johnides, Mitchell, & Iverson, 2012). Selbstgesteuerte in sensu-Expositionsübungen sind ein wesentlicher Bestandteil konfrontationsbezogener Traumatherapien wie der prolongierten Exposition (Foa, Rothbaum, Riggs, & Murdock, 1991). Um Patienten bei diesen Übungen zu unterstützen, wurde das Computerprogramm Morpheus entwickelt. Das Programm nutzt Methoden sensorischer Aktivierung, um Dissoziation zu verhindern. Zusätzlich werden mit Morpheus Verlaufsdaten über traumabezogene Gefühle und dissoziatives Erleben gesammelt, welche an Therapeuten und Patienten zurückgemeldet werden. Emotionen wie Scham und Ärger hängen mit der Symptombelastung sowie mit dem Therapieerfolg bei Patienten mit PTBS zusammen (Dorahy et al., 2013; Foa, Riggs, Massie, & Yarczower, 1995). Die Studie soll erforschen, welche Verlaufsmuster traumabezogener Emotionen mit Therapieerfolg assoziiert sind und nützlich für die Therapieplanung sein könnten. Das Forschungsprojekt soll zusätzlich die Akzeptanz des Computerprogramms Morpheus in der stationären Expositionstherapie von Traumapatienten untersuchen.

Quelle

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