Beschreibung der Studie

Die Säuglingsproktokolitis (=Dickdarmentzündung) äußert sich durch blutige Stuhlbeimengungen im frühen Säuglingsalter, ein sowohl für Eltern als auch Ärzte beunruhigendes Symptom. Derzeit wird als Ursache der Erkrankung eine Allergie auf Kuhmilchproteine angenommen, diese Erklärung gilt jedoch als umstritten. Unsere Voruntersuchungen zeigten, dass ein Bakterium namens Klebsiella oxytoca in auffallender Häufigkeit bei diesen Säuglingen nachweisbar ist. Ausgehend von dieser Beobachtung stellen wir die Überlegung an, dass eine krankhafte Veränderung der Zusammensetzung der Darmbakterien für die Entstehung dieser Erkrankung verantwortlich ist. In dieser Studie sollen anhand von bakteriellen und molekularbiologischen Untersuchungen an Stuhlproben von Patienten mit Säuglingsproktokolitis im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe die Veränderungen der Darmflora gezeigt werden, die laut unsere Hypothese für die Entzündung des Dick- und Enddarmes verantwortlich sind.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Deskriptive Analyse enterales Mikrobiom Stuhlproben zum Zeitpunkt 0, 4 und 8 Wochen Mikrobiomanalyse (16s-rRNA, Metagenom)
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle FWF Der Wissenschaftsfond

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Blutig-schleimige Stühle, ansonsten klinisch gesunder Säugling
  • Positiver Hämoccult-Test
  • Gastrointestinale Infektiologie negativ
  • Abdomensonographie unaufällig
  • BBD, CRP, Skin-Prick-Test bereits vorhanden

Ausschlusskriterien

  • Zurückliegende anaphylaktische (Typ1) Reaktion auf Nahrungsproteine
  • Antibiotische Therapie

Adressen und Kontakt

Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich

Erhalten Sie die Kontaktdaten

Vielen Dank! Wir haben Ihnen die angeforderten Kontaktdaten aus Graz, Österreich via E-Mail verschickt.

Bitte überprüfen Sie auch Ihren SPAM Ordner.

Wenn Sie weitere Fragen haben sollten, helfen wir Ihnen gerne. Unsere E-Mail-Adresse lautet kontakt@viomedo.de. Schreiben Sie uns Ihre Anregungen, Fragen und Tipps – auch Kritik und Probleme können Sie gerne äußern.

Erhalten Sie die Kontaktdaten

Wir senden Ihnen die Kontaktdaten der Klinik und Informationen über mögliche nächste Schritte auf Ihre E-Mail-Adresse

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Durch das Absenden erkläre ich mich ausdrücklich damit einverstanden, dass Viomedo meine Daten, einschließlich Gesundheitsdaten, verarbeitet, um mir die Kontaktdaten der Studie zuzusenden und um mir Informationen (z.B. über klinische Studien) per E-Mail zuzusenden. Mein Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Die Datenschutzerklärung, insbesondere die Hinweise zum Anfordern von Kontaktdaten und zum Studienberater, habe ich zur Kenntnis genommen.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Die kuhmilchprotein-assoziierte Säuglingsproktokolitis geht mit einer Entzündung des distalen Kolons und Rektums und daraus resultierenden blutigen Stuhlbeimengungen im frühen Säuglingsalter einher. Als Ursache dieser Entzündung gilt derzeit eine allergische Reaktion vom verzögertem Typ (Typ 4) in der Kolon-Schleimhaut auf durch die Ernährung zugeführte Kuhmilchproteine. Die Therapie dieser Patienten gelingt meist erfolgreich über eine Nahrungsumstellung auf protein-hydrolisierte Formula-Nahrung. Das derzeitige pathophysiologische Erklärungsmodell der Proteinallergie als Ursache der Schleimhautentzündung im distalen Kolon wird jedoch zunehmend in Frage gestellt. Unsere Voruntersuchungen zeigten, dass bei Säuglingen mit Säuglingsproktokolitis im Vergleich zu gesunden Säuglingen signifikant vermehrt Klebsiella oxytoxa nachweisbar ist. Dieser Darmkeim kann Toxin-vermittelt eine hämorrhagische Kolitis auslösen. Wir interpretieren diese Ergebnisse als einen Surrogatmarker für eine krankhaft veränderte Zusammensetzung der Darmbakterien (“Dysbiose”) im Kolon als Ursache der distalen Kolitis bei der Säuglingsproktokolitis. Unsere Hypothese lautet, dass die mikrobielle Dysbiose im Dickdarm die eigentliche Ursache der hämorrhagischen Schleimhautentzündung bei der Säuglingsproktokolitis darstellt. Für eine Reihe von Erkrankungen (z.B. C. difficile Kolitis, CED, antibiotika-assoziierte hämorrhagische Kolitis) konnte gezeigt werden, dass die mikrobielle Dysbiose im Dickdarm zur Schleimhautentzündung führt. Weiters wurde der tiefgreifende Einfluss von Ernährungsumstellungen auf das enterale Mikrobiom belegt. Die Umstellung auf eine extensiv hydrolisierte Formula-Nahrung bei Kindern mit Säuglingsproktolitis kann daher über diesen Einfluss auf die enterale bakterielle Zusammensetzung zur Besserung der Erkrankung führen. Wir planen eine prospektive Untersuchung des Darm-Mikrobioms bei Kindern mit Säuglingsproktokolitis. In einer longitudinalen Untersuchung über den gesamten Krankheitsverlauf hinweg sollen mittels 16s-rRNA-und Metagenomanalyse aus Stuhlproben die dysbiotischen Veränderung des enteralen Mikrobioms dieser Patienten im Vergleich zu einer gesunden Kontroll-Gruppe charakterisiert werden. Weiters wird der Einfluss der therapeutischen Ernährungsumstellung (extensiv hydrolisierte Formular-Nahrung) auf das Darmmikrobiom untersucht. Die bei diesen Patienten und bei gesunden Kontrollen isolierten Klebsiella oxytoca-Stämme werden hinsichtlich ihrer Pathogenität (Toxinproduktion) und ihrer phylogenetischen Herkunft (MLST-Analyse) analysiert. Diese Studie könnte zu einem Paradigmenwechsel im pathophysiologischen Erklärungsmodell und im klinischen Management der Säuglingsproktokolitis führen.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.