Beschreibung der Studie

An den fünf baden-württembergischen akademischen "Comprehensive Cancer Centers" soll Patienten mit fortgeschrittenen metastasierten Tumoren erstmals routinemäßig eine frühe Integration von palliativmedizinischer Versorgung (Early Palliative Care) entsprechend den neuesten internationalen Behandlungsstandards geboten werden. Hierzu soll in jedem der fünf Zentren für den Zeitraum von 18 Monaten ein erfahrener Palliativmediziner (50%-Stelle) eingestellt werden, der in der Vorstudie die erforderlichen Strukturen für Early Palliative Care ausbaut. In der Hauptstudie soll Patienten mit metastasierten Tumorerkrankungen routinemäßig ein Beratungsgespräch mit dem Palliativmediziner innerhalb von acht Wochen nach der Primärdiagnose der Erkrankung angeboten werden. Primäres Ziel der Studie ist es, die Machbarkeit der Implementierung eines routinemäßigen Early Palliative Care Programms im Rahmen von Comprehensive Cancer Centers zu überprüfen. Darüber hinaus sollen (1) der Bedarf der Patienten für palliative Unterstützung dargestellt werden, (2) Informationen über die gesundheitsökonomischen Auswirkungen eines solchen Ansatzes gewonnen werden und (3) Verbesserungsmöglichkeiten und Hindernisse des Ansatzes erfasst werden. Langfristig werden hiermit nachhaltige Verbesserungen in der Behandlung unheilbar kranker Krebspatienten angestrebt.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Primäres Ziel der Studie ist es, die Machbarkeit der Implementierung eines routinemäßigen Early Palliative Care Programms im Rahmen von Comprehensive Cancer Centers zu überprüfen. Early Palliative Care wird als machbar eingestuft, wenn 75% aller in Frage kommenden Patienten zumindest einmal innerhalb der ersten acht Wochen nach Diagnosestellung an den Palliativmediziner des Zentrums überwiesen wurden. Zur Überprüfung wird auf die interne Dokumentation jedes teilnehmenden Zentrums zurückgegriffen.
Status Teilnahme nicht mehr möglich
Zahl teilnehmender Patienten 2000
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Robert-Bosch-Stiftung GmbH

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Erstdiagnose eines metastasierten und nicht heilbaren soliden Tumors (ICD 10 C 1‐80 plus ICD 10 C 78‐79) innerhalb der letzten acht Wochen, insbesondere
  • nicht-kleinzelliges Lungen-CA; ohne EGFR Mutationen: met. NSCLC Stad IV – ICD C34.[01239] + Metastasen-Code oder C34.8 (mehrere Teilbereiche) ggf. + z.B. M8012/3 (großzelliges Karzinom, o.n.A.)
  • met. Ös.Ca Stad IV – ICD C15.[123459] + Metastasen-Code oder C15.8 (mehrere Teilbereiche) ggf. + z.B. M8070/3 (Plattenepithelkarzinom, o.n.A.)
  • met. Magen CA Stad IV – ICD C16.[01234569] + Metastasen-Code oder C16.8 (mehrere Teilbereiche) ggf. + z.B. M8145/3 (Adenokarzinom, diffuser Typ)
  • nicht-endokrine Pankreaskarzinome Stad IV – ICD C25.[012379] + Metastasen-Code oder C25.8 (mehrere Teilbereiche) ggf. + z.B. M8971/3 (Pankreatoblastom)
  • Zentrumsspezifische Tumorentitäten
  • Alter ≥ 18 Jahre
  • Fähigkeit zum Verständnis schriftlicher und mündlicher Fragen in deutscher Sprache
  • Bereitschaft an der Studie teilzunehmen
  • Einverständniserklärung

Ausschlusskriterien

  • Andere hämatoonkologische Erkrankungen (z.B. Leukämie)
  • Demenz
  • Psychose / delirantes Syndrom
  • Major Depression

Adressen und Kontakt

Diese Studie ist geschlossen. Finden Sie jetzt eine aktuelle Möglichkeit.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Es handelt sich um eine multizentrische prospektive Kohortenstudie mit einem sequentiellen Kontrollgruppendesign. Die Studie ist ein Projekt des Kompetenzzentrums Palliativmedizin (KOMPACT), in dem die fünf baden-württembergischen akademischen Comprehensive Cancer Centers zusammengeschlossen sind. Die Studie ist in zwei Phasen (Vor- und Hauptstudie) unterteilt. In jedem der teilnehmenden fünf Comprehensive Cancer Centers soll für den Zeitraum von 18 Monaten ein erfahrener Palliativmediziner (50%-Stelle) eingestellt werden, der in der Vorstudie (Monate 1 bis 9) die erforderlichen Strukturen für early palliative care (EPC) ausbaut. In der Hauptstudie (Monate 10 bis 18) soll Patienten mit metastasierten Tumorerkrankungen routinemäßig ein Beratungsgespräch mit dem Palliativmediziner innerhalb von acht Wochen nach der Diagnose der Erkrankung sowie eventuelle Folgevisiten angeboten werden. Um die Machbarkeit der routinemäßigen Implementierung von EPC in Comprehensive Cancer Centers zu evaluieren, liegt der Studie ein konvergentes, paralleles Mixed Method Design zugrunde. Im quantitativen Arm werden sowohl in der Vor- als auch in der Hauptstudie Patienten zu drei Messzeitpunkten befragt (baseline sowie 12- und 24-Wochen follow up). Erhoben werden die gesundheitsbezogene Lebensqualität EORTC QLQ-C30), Symptombelastung (Palliative Outcome Scale – POS) und Depressivität (Hospital Anxiety and Depression Scale – HADS) der Patienten sowie die gesundheitsökonomischen Auswirkungen des EPC-Ansatzes (Kostentagebuch). Im Hinblick auf die Machbarkeit des EPC-Ansatzes exploriert der qualitative Arm anhand von vier Interviewstudien mit Palliativmedizinern, Onkologen/ Abteilungsleitern, Patienten sowie Angehörigen (1) die förderlichen und hinderlichen Kontext- und Bedingungsfaktoren einer frühen Integration von palliative care in die onkologische Standardbetreuung und (2) den Bedarf an palliativer Unterstützung der betroffenen Patienten und Angehörigen innerhalb der onkologischen Standard-Betreuung.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.