Beschreibung der Studie

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine tiefgreifende psychische Störung, welche durch starke emotionale Reaktionen, dysfunktionale Emotions-Regulation, sowie Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen gekennzeichnet ist. Bisherige Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Wahrnehmung von sozialen Interaktionspartnern bei Patienten mit BPS verändert ist. Dies ist möglicherweise auf fehlerhafte/ungenaue Emotions-Erkennung zurückzuführen. Als Konsequenz daraus zeigen BPD Patienten reduziertes Vertrauen in andere Menschen sowie Kooperationsprobleme, was zu Problemen in engen Beziehungen führen kann. Basierend auf dem theoretischen Hintergrund der sozialen Informations-Verarbeitung untersuchen die Studien dieses Projektes verschiedene Aspekte sozialer Kognition (z.B. komplexe Emotionserkennung, Persönlichkeitswahrnehmung, verschiedene Funktionen des Langzeit Gedächtnisses) bei BPS Patienten verglichen mit gesunden Personen und Patienten, die an einer sozialen Angststörung leiden. Es wird angenommen, dass sich aus den Ergebnissen wichtige Schlussfolgerungen für psychotherapeutische Ansätze ergeben, die sich bisher zwar als erfolgreich in der Behandlung von Suizidalität und Selbstverletzung erwiesen haben, jedoch noch nicht zufriedenstellend sind in Bezug auf eine Verbesserung der Sozialen Beziehungen von BPD Patienten.

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Studiendetails

Studienziel Anzahl korrekter Antworten
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 168
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Einschlusskriterien für alle Teilnehmer: Weibliches Geschlecht, Einverständniserklärung zur Mitarbeit.
  • Zusätzliche Einschlusskriterien für Patienten mit BPS: Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung nach DSM-5.
  • Zusätzliche Einschlusskriterien für Patienten mit Sozialer Angststörung (SAD): Diagnose einer Sozialen Angststörung (ehemals Soziale Phobie) nach DSM-5.

Ausschlusskriterien

  • Ausschluss-Kriterien für alle Teilnehmer: Lebenszeit – Diagnose einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis oder einer Bipolaren Störung, Substanzabhängigkeit während der letzten 6 Monate; Organische Hirnerkrankung; Einnahme psychotroper Substanzen oder Medikation innerhalb der letzten 4 Wochen.
  • Zusätzliche Ausschlusskriterien für die gesunde Kontrollgruppe: Alle psychischen Erkrankungen, mehr als zwei Kriterien der BPS nach DSM-5 erfüllt.
  • Zusätzliche Ausschlusskriterien für Patientinnen mit BPS: Vorliegen einer SAD nach DSM-5.
  • Zusätzliche Ausschlusskriterien für Patientinnen mit SAD: Mehr als zwei Kriterien der BPS nach DSM-5 erfüllt.

Adressen und Kontakt

ZI Mannheim, Mannheim

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Häufig gestellte Fragen

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Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist charakterisiert durch ein Muster von Instabilität in der Emotionsregulation, Impulskontrolle, im Selbstbild und in interindividuellen Beziehungen. Obwohl die meisten BPS Patienten (85%) über eine Zeitspanne von zehn Jahren Episoden symptomatischer Remission gemessen an den diagnostischen Kriterien zeigen, sind es nur 35% der Patienten, die eine Remission mit guter sozialer Funktionsfähigkeit über den Zeitraum von 10 Jahren aufweisen. Daraus folgt, dass die Instabilität in zwischenmenschlichen/interpersonellen Beziehungen eines der stabilsten Symptome der BPS zu sein scheint. Dysfunktionale Verhaltensweisen wie selbstverletzendes Verhalten oder Suizidversuche häufen sich ebenfalls im Zusammenhang mit zwischenmenschlichen Problemen. Dies hat manche Autoren zu der Annahme geführt, die interpersonelle Sensitivität könnte ein kausaler Faktor für emotionale Instabilität sein. Alternativ könnte jedoch argumentiert werden, dass interpersonelle Probleme bei der BPS durch eine dysfunktionale Emotionsverarbeitung aufgrund von limbischer Hyperreakivität bedingt sind. Die aktuellen Behandlungsansätze für die BPS haben sich als sehr effizient hinsichtlich der Reduktion von Problemverhalten wie Selbstverletzung, Dissoziation oder Suizidversuchen gezeigt. Die erzielten Verbesserungen der sozialen Funktionsfähigkeit hingegen sind jedoch vergleichsweise gering ausgeprägt. Daher erscheint es für die Entwicklung weiterer effektiver therapeutischer Interventionen als äußerst wichtig, die grundlegenden Mechanismen sozialer Probleme im Rahmen der BPS noch besser zu verstehen. Neuste Forschungsergebnisse zu Sozialer Interaktion bei der BPS legen nahe, dass Beeinträchtigungen in zwischenmenschlichen Beziehungen mit Defiziten bezüglich Vertrauen und der Bereitschaft zur Kooperation zusammenhängen. Zwei unserer bisherigen Studien untersuchten die Beziehung zwischen Borderline-Merkmalen und dispositioneller Kooperation (Hepp et al., 2014, Thielmann et al., 2014). Wir konnten zeigen, dass Borderline-Merkmale mit geringen Verträglichkeits-Werten verbunden sind, was darauf hinweist, dass es bei Personen mit starken Borderline-Merkmalen eine verstärkte Tendenz gibt, sich rächen zu wollen und nachtragender zu sein als Personen mit wenigen Borderline-Merkmalen. Außerdem konnten wir diese Ergebnisse auf das Verhalten in Kooperations-Aufgaben ausweiten und zeigen, dass beeinträchtigte reaktive Kooperation (z.B. mehr Vergeltung) mit einem hohen Maß mit Borderline-Eigenschaften zusammenhing, was mediiert wurde durch geringe dispositionelle Verträglichkeit. Über eine geringe dispositionelle Verträglichkeit hinaus führen Defizite in der sozialen Informationsverarbeitung eventuell zu einer Beeinträchtigung des prosozialen Verhaltens, woraus ebenfalls zwischenmenschliche Probleme resultieren können. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes sollen zugrundeliegende Prozesse sozialer Kognition untersucht werden, die möglicherweise in Kooperationsschwierigkeiten bei BPS resultieren. Basierend auf dem theoretischen Hintergrund der sozialen Informations-Verarbeitung untersuchen die einzelnen Studien verschiedene Aspekte sozialer Kognition (z.B. komplexe Emotionserkennung, Persönlichkeitswahrnehmung, Enkodierung sowie Abruf im Langzeit-Gedächtnis) bei BPS Patienten verglichen mit gesunden Personen und Patienten, die an einer sozialen Angststörung leiden.

Quelle

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