Beschreibung der Studie

Zur perspektivischen klinischen Anwendung einer Tonsillotomie bei chronischer Mandelentzündung soll diese Studie die feingewebliche topografische Grundlage einer Mandel liefern, d.h. wenn ein kapselnaher Rand der Mandel belassen wird, verbleiben dann gleichzeitig Gewebsreste, die für die chronische Entzündung mitverantwortlich sind? Denn eine Tonsillotomie reduziert das Nachblutungsrisiko und die Schmerzen postoperativ wesentlich.

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Studiendetails

Studienziel chronisch-rezidivierende oder chronische Tonsillitis bei erwachsenen Patienten Deskription der topografischen Histopathologie der entnommenen Tonsillen, Gradeinteilung und Relation von Entzündungszeichen oder Zeichen stattgehabter Entzündungen in der Tonsille (Rand/Hauptparenchym)
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf-Hals und plastische Gesichtschirurgie, Kliniken Leipziger Land

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • chronisch-rezidivierende oder chronische Tonsillitis bei erwachsenen Patienten

Ausschlusskriterien

  • akutes Entzündungsereignis der Tonsillen oder bösartige Erkrankung sowie Peritonsillarabszess in der Krankengeschichte

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Die Tonsillektomie ist in Deutschland der am häufigsten durchgeführte Eingriff der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Der Eingriff geht jedoch mit einem nicht unerheblichen Nachblutungsrisiko in 1%-6% der Fälle einher. In Deutschland gibt es jährlich etwa acht bis zehn Todesfälle aufgrund von postoperativen Komplikationen nach Tonsillektomie. Vermehrt wird, insbesondere bei Kindern auch aufgrund der signifikant geringeren Rate an postoperativen Komplikationen (postoperative Nachblutungen in 0,15% der Fälle), die Tonsillotomie favorisiert. Etablierte Indikationen für die Tonsillotomie stellen hierbei insbesondere die Tonsillenhyperplasie mit Schlafapnoe-Syndrom bei Kindern dar. Bisher nicht eindeutig geklärt ist die Indikation zur Tonsillotomie bei chronisch-rezidivierender Tonsillitis, welche die vorwiegende Indikation zur Tonsillektomie bei Jugendlichen und Erwachsenen darstellt. Bei der Tonsillotomie bleibt im Gegensatz zur Tonsillektomie ein Teil des Tonsillengewebes erhalten, was nach gültiger Lehrmeinung als Kontraindikation bei chronisch-rezidivierenden Tonsillitiden gilt. Eine schwedische Arbeitsgruppe (Wireklint S, Eur Arch Otorhinolaryngol. 2012 Aug;269(8):1951-8) hat in einer prospektiv-randomisierten Studie junge Erwachsene nach Tonsillektomie und Tonsillotomie über einen Zeitraum von sechs Jahren nach Operation befragt und herausgefunden, dass es bei den tonsillotomierten Patienten keine signifikant erhöhte Rate an Infektionen im HNO-Bereich gab - neben den bereits in einigen Studien erwähnten deutlich geringeren unmittelbar postoperativen Komplikationen - im Vergleich zu Patienten mit einer Tonsillektomie. Hieraus ergibt sich die Frage, ob im mittleren oder randständigen Bereich einer Tonsille überhaupt ein histopathologisches Korrelat nachweisbar ist, das für die Klinik einer chronischen oder chronisch-rezidivierenden Tonsillitis eine Rolle spielt? Tonsillenpräparate im Rahmen von Tonsillektomien werden routinemäßig zur histologischen Untersuchung abgegeben. Ziel dieser Studie ist also die erweiterte histologische Untersuchung der Tonsillenpräparate mit topografischer Zuordnung histopathologischer Prozesse, was beispielhaft bedeutet, dass das Tonsillenpräparat in einen Kapsel-/Randbereich, mittleren Anteil und einen medialen, zum Rachenlumen gerichteten Anteil aufgeteilt wird. Diese drei Bereiche sollen hinsichtlich histopathologischer Veränderungen untersucht werden, die auf Prozesse hindeuten, welche bei chronischer oder chronisch-rezidivierender Tonsillitis eine Rolle spielen. Es kommt hierbei also zu keiner zusätzlichen Intervention am Patienten, lediglich die histologische Untersuchung der routinemäßig entnommenen Tonsillenpräparate soll differenzierter gestaltet und im Rahmen dieser Studie an 100 Patienten (200 Präparate) untersucht und ausgewertet werden.

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