Beschreibung der Studie

Die Frage, ob Selbstkontrolle und Zeitpräferenzen durch Bildungsinterventionen im Kindesalter verbessert werden können, ist von grosser praktischer Relevanz und ihre Beantwortung könnte einen wichtigen Schritt in Richtung der Abschwächung fundamentaler sozioökonomischer und edukativer Probleme bedeuten. Wir beabsichtigen, ein Experiment durchzuführen, das auf die Steigerung der Selbstkontrollfähigkeit und die höhere Bewertung zeitlich verzögerter Belohnungen bei Kindern am Anfang ihrer schulischen Laufbahn abzielt. Die Forschungsidee beinhaltet zwei Interventionen, die auf Zweitklässler im schulischen Umfeld mehrerer Primarschulen angewandt werden sollen: ein Arbeitsgedächtnistraining und ein Training von Strategien zur Selbstregulation. Der erste Behandlungsfaktor in der verhaltenswissenschaftlichen Studie betrifft das Arbeitsgedächtnis, also die Fähigkeit, Information mental zu behalten und weiterzuverwenden. Das Training zur Kapazität des Arbeitsgedächtnisses wird innerhalb des Klassenraums mithilfe der Computer-Software RoboMemo erfolgen. Dabei handelt es sich um ein Programm, dass speziell für jüngere Kinder entwickelt wurde und bereits im Rahmen anderer veröffentlichter Studien verwendet wurde (Klingberg 2010). Das Ziel des zweiten Behandlungsfaktors ist die Förderung von Selbstregulationsfähigkeiten. Selbstregulation, oder Selbstkontrolle, kann als Kontrolle des Selbst durch das Selbst definiert werden. Diese Art von Training hat deshalb das Ziel, Einfluss auf die kindlichen Selbstregulationsfähigkeiten zu nehmen. Fähigkeiten zur Selbstregulation können mit einer etablierten Methode erfolgreich trainiert werden, der so genannten MCII-Methode (Mentale Kontrastierung mit Implementations-Intentionen), die aus zwei unabhängigen Strategien besteht. Mentale Kontrastierung (MC) ist eine Zielsetzungs-Strategie, während Implementations-Intentionen eine Zielerreichungs-Strategie darstellt. Es werden also vier Gruppen betrachtet: eine Gruppe, die ein Arbeitsgedächtnistraining am Computer absolviert, eine zweite Gruppe, die ein Standardlernprogramm am Computer absolviert (Kontrollgruppe); eine Gruppe, die die MCII-Methode erlernt und eine weitere Gruppe, die nur die MC-Instruktionen erhält. Das Ziel dieser Studie ist es, die Effekte dieser beiden Trainings auf die neuronalen Abläufe zu untersuchen, die den Fähigkeiten von Arbeitsgedächtnis und Selbstregulation zugrunde liegen. Zu diesem Zweck sollen mit einer Subgruppe der Kinder, die an der Kids-Win-Studie in den Schulen teilnehmen, vor und nach dem Training Experimente mittels neuronaler bildgebender Verfahren (fMRI) durchgeführt werden.

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Studiendetails

Studienziel Der Primäre Endpunkt der Studie wird die Änderung des BOLD (Blood-Oxygen-Level-Dependent)-Kontrasts während der verschiedenen Trainingsbedingungen sein sowie Messungen von T1 und Diffusions-Tensor-Aufnahmen, um Veränderungen im Volumen der grauen und weissen Substanz abzubilden. Die Messungen erfolgen zu einem Baseline-Punkt vor dem Beginn der Trainings-Periode und nach ihrem Ende (maximaler Abstand zwischen Ende der Trainings und Scans: 24 Monate).
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 250
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Placebo Ja
Kontrolle Standardtherapie
Finanzierungsquelle Universität Zürich

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alle Probanden sind bei physischer und psychischer Gesundheit und versichern dies in Standard-Interviews vor der Versuchsdurchführung.
  • Die Probanden sind zwischen 5 und 9 Jahre alt und haben alle bereits in der Schule an dem verhaltenswissenschaftlichen Teil der Kids-Win-Studie teilgenommen.
  • Zudem darf keines der Ausschlusskriterien auf die Probanden zutreffen.

Ausschlusskriterien

  • Alle Probanden müssen die Sicherheitsvorkehrungen für fMRI gemäss den etablierten Sicherheitsrichtlinien beachten. Kinder, in deren Körper sich elektronische oder metallische Objekte befinden (z.B. Zahnspange, Cochleaimplantat, medizinische Pumpe, Metallteile oder –splitter aufgrund von Unfällen bei Schweissarbeiten, Herzschrittmacher, Neurostimulator, etc.), werden von der Teilnahme ausgeschlossen. Dies gilt auch für Linkshänder und Kinder, bei denen Klaustrophobie, psychologische oder neurologische Störungen, ein Hirntraumata oder –verletzungen diagnostiziert wurden.

Adressen und Kontakt

Winthertur

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Häufig gestellte Fragen

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Die fMRi-Studie ist ein Teil der Verhaltens-Studie KIDS-WIN, die bereits an der Universität von Zürich durchgeführt wurde und hierfür auch bereits einer ethischen Prüfung durch das Human Subjects Committee der Universität Zürich unterzogen wurde. Die Studie zielt auf die Effekte von zwei Trainingsbausteinen ab, die die Arbeitsgedaechtniskapazitaet und Selbstregulationsfaehigkeiten von gesunden Kindern verbessern sollen. Die Studie wird mit Primaschulkindern durchgeführt und erstreckt sich mit 4 Erhebungswellen über einen Zeitraum von einem Jahr. Geringe Selbstkontrollfaehigkeiten werden wiederholt mit geringerem individuellen Bildungserfolg und niedrigerem Wohlstand in Verbindung gebracht. Es wurde bereits belegt, dass Gedächtnis- und Selbstregulationstrainings zur Verbesserung der eigenen Selbstkontrollfaehigkeiten führt. Daher ist es von großer Relevanz, dass Selbstkontrolle und Zeitpräferenzen durch gezieltes Training schon in der Kindheit wesentlich verbessert werden können. In der fMRi- Studie geht es darum die neuronalen Auswirkungen der Trainingsbausteine auf die Hirnaktivität der Kinder zu untersuchen, nachdem es die Arbeitsgedächtnis- und Selbstregulationstrainings der Kids-Win-Studie durchlaufen hat. Das konkrete Ziel ist die Beantwortung der Frage: Inwiefern spiegeln sich verhaltenstechnische Änderungen in Bezug auf Arbeitsgedächtnis und Selbstregulation in der Hirnaktivität wider?

Quelle

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