Beschreibung der Studie

Die Studie vergleicht mittels Ultraschalluntersuchung die Regulation der Hirndurchblutung von Kindern und jungen Erwachsenen nach interstitieller Gehirnbestrahlung auf Grund eines im Großhirn oder vom Sehnerv ausgehenden gutartigen Hirntumors (pilozytisches Astrozytom bzw. Optikusgliom). In unserer Studie untersuchen wir zwei Anpassungsmechanismen der Hirndurchblutung: Über die sogenannte zerebrale Autoregulation wird die Hirndurchblutung auch bei schwankenden systemischen Blutdruckwerten konstant gehalten. Die neurovaskuläre Kopplung führt zu einer verstärkten Durchblutung von besonders aktiven Gehirnregionen. Patienten mit einer Neurofibromatose Typ 1 haben ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines gutartigen Hirntumors insbesondere des Sehnervens. Auch sind Patienten mit dieser Grunderkrankung besonders anfällig für Strahlenschäden. Wir wollen daher auch untersuchen, ob sich die Regulation der Hirndurchblutung bei Patienten mit Neurofibromatose Typ 1 von Patienten ohne Neurofibromatose Typ 1 unterscheidet und ob sich die interstitielle Gehirnbestrahlung anders auf die Durchblutungsregulation auswirkt.

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Studiendetails

Studienziel Einzeitige dopplersonographische Ultraschalluntersuchung der zerebralen Autoregulation (Phase und Gain) und der neurovaskulären Kopplung (rate time, natural frequency, attenuation, gain) sowie basale Parameter der zerebralen Hämodynamik (pulsatility index, cerebral blood flow velocities of middle and posterior cerebral artery) bei Studieneinschluss
Status Teilnahme nicht mehr möglich
Zahl teilnehmender Patienten 32
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Abteilung für Neuropädiatrie und Muskelerkrankungen

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Kinder und junge Erwachsene (Alter 6-25 Jahre) mit (Patienten) bzw. ohne (Kontrollpersonen) nach interstitieller Gehirnbestrahlung ("Seed") im Kindesalter bei niedriggradigem Astrozytom oder Optikusgliom
  • Schriftliche Einwilligung zur Studienteilnahme durch den Patienten / Probanden bzw. einen
  • Sorgeberechtigten

Ausschlusskriterien

  • Fehlendes transtemporales Schallfenster für die transkranielle Dopplersonographie
  • Zustand nach externer Schädelbestrahlung

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Hirntumor-Studien.

Häufig gestellte Fragen

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Eine zerebrale Vaskulopathie ist eine häufig beobachtete Spätfolge nach Schädelbestrahlung (Bitzer et al. 1995, Morris et al. 2009). In besonderem Ausmaß scheinen hiervon Patienten mit einer Neurofibromatose Typ 1 betroffen (Grill 1999, Kortmann 2003). Dies gilt auch für Kinder, die mit einer direkt im Tumorbett applizierten Bestrahlung (Brachytherapie) behandelt wurden (Tacke et al. 2012), auch wenn die Inzidenz von radiogenen Schäden nach Brachytherapie insgesamt als sehr gering eingestuft wird (Kreth et al. 1997). Strahlenschäden an den Hirngefäßen äußern sich klinisch in unterschiedlichen Symptomen. Insbesondere besteht durch die entstehenden Gefäßverengungen sowohl ein erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall als auch für Gefäßneuaussprossungen; es werden aber auch andere Gefäßmalformationen und Einblutungen gehäuft beobachtet (Moya-Moya-Erkrankung; Omura 1997, Serdaroglu 2000, Liu 2009, Poussaint 1995). Die Diagnostik vaskulärer Veränderungen wird überwiegend mit Hilfe angiographischer Methoden (MR-Angiographie oder konventionelle Angiographie) gestellt. Gerade die neurovaskuläre Ultraschalluntersuchung erlaubt jedoch über die morphologische Darstellung hinaus eine funktionelle und nicht-invasive Beurteilung der zerebralen Durchblutungssituation, z.B. durch Beurteilung der zerebralen Autoregulation oder die Beurteilung der neurovaskulären Kopplung. Die zerebrale Autoregulation ist ein intrinsischer Schutzmechanismus der hirnversorgenden Gefäße mit dem Ziel, die zerebrale Durchblutung auch bei schwankenden systemischen Blutdruckwerten konstant zu halten. In Ruhe lassen sich langsame Oszillationen der zerebralen Durchblutung beobachten, die physiologischerweise etwas zeitversetzt zu den Schwankungen des systemischen Blutdrucks stattfinden, wobei diese Phasenverschiebung als Ausdruck einer funkionierenden zerebralen Autoregulation gesehen wird (Kuo et al. 2003). Bei der neurovaskulären Kopplung handelt es sich um eine Anpassungsmechanismus des Gehirns, bei dem es zu einer verstärkten Durchblutung von besonders aktiven Gehirnregionen kommt. So führt eine visuelle Stimulation regelhaft zu einem Ansteigen der Blutflussgeschwindigkeit in hinteren Hirnregionen. In unserer Studie möchten wir gerne die dynamische zerebrale Autoregulation und neurovaskuläre Kopplung nach visueller Stimulation bei Patienten mit suprasellär gelegenen niedriggradigen Astrozytomen und Optikusgliomen (mit und ohne Neurofibromatose Typ I) nach Brachytherapie im Kindesalter untersuchen. Ziel ist es, die Entstehung vaskulärer Strahlenschäden des Gehirns nach Brachytherapie gerade auch bei Patienten mit Neurofibromatose Typ I besser beurteilen zu können. Bitzer M, Topka H. Progressive cerebral occlusive disease after radiation therapy. Stroke. 1995 Jan;26(1):131-6. Brzezinska R, Schumacher R. 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Epub 2011 Mar 17.

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