Beschreibung der Studie

Das Rauchen ist ein relevantes individuelles Gesundheitsrisiko, insbesondere für Patienten, die bereits unter tabakbedingten Folgeerkrankungen leiden. Vor diesem Hintergrund entwickelte die AOK NordWest ein spezifisches Konzept zur Tabakentwöhnung von Erwachsenen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten, chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD) sowie stark abhängigen Rauchern, welches auf verhaltens- und verhältnisbezogener Ebene ansetzt. In dem Konzept der AOK wird das Programm Rauchfrei durch Maßnahmen ergänzt, welche die Zusammenarbeit zwischen der AOK und niedergelassenen Ärzten fördern. Unter anderem werden Raucher gezielt durch ihre Ärzte an das Rauchfrei-Programm vermittelt, um den Zugang zu vorhandenen Möglichkeiten der Raucherentwöhnung zu erleichtern. Im Rahmen der hier durchgeführten Studie ENTER: Evaluation einer Intervention zur kooperativen Raucherentwöhnung werden aus fünf Regionen der AOK NordWest insgesamt 40 niedergelassene Ärzte rekrutiert und bei Einverständnis zufällig der Interventions- oder der Kontrollgruppe zugeteilt. Ärzte der Interventionsgruppe behandeln Patienten gemäß dem AOK-Konzept und Ärzte der Kontrollgruppe behandeln Patienten wie gewohnt (es erfolgt keine Intervention). Das Ziel des Projekts ist es, die Umsetzung und die Wirksamkeit des AOK-Konzeptes zu evaluieren. Von besonderem Interesse ist, ob durch diese Art der Zusammenarbeit die Inanspruchnahme von Raucherentwöhnungsangeboten steigt und sich dies auch auf das Rauchverhalten und das allgemeine Wohlbefinden der Patienten sowie Gesundheitskosten auswirkt.

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Studiendetails

Studienziel Das primäre Outcomeparameter für die kombinierte Wirkung ist, dass die Anzahl der pro Tag konsumierten Zigaretten von Patienten der Interventionsgruppe ein Jahr nach Ansprache geringer ist als die Anzahl der pro Tag konsumierten Zigaretten von Patienten der Kontrollgruppe. Der Rauchstatus wird durch einen Fragebogen erfasst, den Patienten zu Beginn der Studie in der Arztpraxis ausfüllen. Die Erhebungen zu den nachfolgenden Messzeitpunkten nach 3 und 12 Monaten erfolgen telefonisch durch das Studienzentrum direkt. Der Zigarettenkonsum wird durch den Menge-Frequenz-Index (Kraus & Augustin, 2005) erfasst.
Status Teilnahme bald möglich
Zahl teilnehmender Patienten 720
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Bundesministerium für Gesundheit
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Mindestalter 18 Jahre
  • AOK als Krankenversicherung
  • Starker Raucher (mindestens 20 Zigaretten pro Tag) ODER Vorliegen einer COPD oder einer Herz-Kreislauferkrankung und Raucher

Ausschlusskriterien

  • Nichtraucher
  • Analphabet
  • kognitive Beeinträchtigungen
  • jünger als 18 Jahre

Adressen und Kontakt

University Medical Center Hamburg-Eppendorf, Hamburg

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Praxis, Bochum, Paderborn, Schwelm, Steinfurt, Lemgo

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Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

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Hintergrund: Tabakkonsum ist nicht nur ein hochrelevanter Risikofaktor für die Entstehung chronischer Erkrankungen, auch die Behandlung körperlicher Erkrankungen wird durch fortgesetzten Tabakkonsum erschwert. Aus diesem Grund hat die AOK NordWest ein Programm zur Tabakentwöhnung von Erwachsenen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD) sowie stark abhängigen Rauchern entwickelt, welches auf verhaltens- und verhältnisbezogener Ebene ansetzt. Patienten sollen durch eine gezielte hausärztliche Beratung zur Teilnahme an einem Raucherentwöhnungskurs motiviert und bei der Teilnahme unterstützt werden. Durch verhältnisbezogene Elemente der Ansprache in der hausärztlichen Versorgung und der Vernetzung mit den Raucherentwöhnungsangeboten der AOK soll die Inanspruchnahme spezifischer Raucherentwöhnungskurse erhöht werden. Ziel des Projekts ENTER: Evaluation einer Intervention zur kooperativen Raucherentwöhnung ist die wissenschaftliche Evaluation der Implementierung des AOK-Konzepts. Studiendesign: Die Wirksamkeitsprüfung des kombinierten Konzeptes soll als zweiarmige, cluster-randomisierte kontrollierte Studie in 40 Hausarztpraxen der Region AOK NordWest mit insgesamt drei Messzeitpunkten durchgeführt werden. Ärzte der Interventionsgruppe motivieren Raucher (n=360) an den Raucherentwöhnungskursen der AOK teilzunehmen und sprechen sie bei Folgekonsultationen auf ihre Teilnahme an. Ärzte der Kontrollgruppe behandeln ihre Patienten (n = 360) wie gewohnt (usual care). Da die an der Intervention teilnehmenden Patienten in spezifische Rauchfrei-Kurse vermittelt werden, erfolgt zudem ein Vergleich mit den regulär stattfindenden Rauchfrei-Kursen der AOK in Form eines quasi-experimentellen Designs. Ebenfalls wird mit qualitativen Methoden die Qualität der Kooperation zwischen Ärzten und der AOK NordWest untersucht und eine gesundheitsökonomische Evaluation der Versorgungsdaten der Studienteilnehmer durchgeführt. Hypothesen: Aus der Ergebnisevaluation der Intervention auf Verhältnis- und Verhaltensebene ergeben sich folgende Hypothesen. Primäre Hypothese: Patienten der Interventionsgruppe konsumieren ein Jahr nach Ansprache durchschnittlich weniger Zigaretten pro Tag als Patienten der Kontrollgruppe. Sekundäre Hypothesen: - Patienten der Interventionsgruppe sind ein Jahr nach Ansprache häufiger rauchabstinent als Patienten der Kontrollgruppe. - Patienten der Interventionsgruppe haben ein Jahr nach Ansprache durch den Allgemeinarzt eine höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität als Patienten der Kontrollgruppe. - Patienten der Interventionsgruppe haben ein Jahr nach Ansprache durch den Allgemeinarzt weniger respiratorische Beschwerden als Patienten der Kontrollgruppe. Die verhaltensbezogenen Aspekte der Intervention werden durch eine prozess- und Ergebnisevaluation der neu angebotenen Rauchfrei-Kurse untersucht. - Patienten der Interventionsgruppe sind häufiger zum Ende des Rauchfrei-Kurses rauchabstinent als reguläre Teilnehmer des Rauchfrei-Kurs. - Patienten der Interventionsgruppe beenden häufiger Rauchfrei-Kurse als reguläre Teilnehmer der Rauchfrei-Kurse. - Patienten der Interventionsgruppe sind am Ende der Rauchfrei-Kurse zufriedener mit dem Kursangebot als reguläre Teilnehmer der Rauchfrei-Kurse. Die verhältnisbezogenen Wirkungen werden anhand von Prozessparametern wie der Inanspruchnahme sowie der Kosteneffektivität erfasst. - In der Interventionsgruppe wird für etwa 20 % der teilnehmenden Patienten ein Empfehlungsvordruck ausgestellt. - Es gelingt, für alle Patienten der Interventionsgruppe, die einen Rauchfrei-Kurs besuchen wollen, innerhalb des Erhebungszeitraums einen Platz in einem Rauchfrei-Kurs durch die AOK zur Verfügung zu stellen. - Die Inanspruchnahmequote der Rauchfrei-Kurse ist in der Interventionsgruppe höher als in der Kontrollgruppe. - Die Intervention weist eine akzeptable Kosteneffektivität (Kosten pro reduziertem Menge-Frequenz-Index) sowie eine akzeptable Kosten-Nutzwert-Relation (Kosten pro gewonnenem qualitäts-adjustierten Lebensjahr, QALY) auf.

Quelle

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