Beschreibung der Studie

Die Parkinson-Krankheit ist eine degenerative Erkrankung des Nervensystems, die durch die klassischen motorischen Zeichen Tremor, Rigor und Hypo- oder Bradykinese gekennzeichnet ist. Unter dem Überbegriff „Parkinson-Syndrome“ werden weitere Erkrankungen zusammengefasst, die durch einen ähnlichen Verlauf und eine ähnliche Symptomatik gekennzeichnet sind – zu dieser Erkrankungsgruppe zählt die Multisystematrophie. Im Gegensatz zu anderen Parkinson-Syndromen findet sich bei der Parkinson-Krankheit bereits in frühen Krankheitsstadien eine eingeschränkte sympathische Versorgung des Herzens. Dies wird in der klinischen Routine genutzt, um durch eine nuklearmedizinische Untersuchung (123I-Metaiodobenzylguanidin Szintigraphie; MIBG) die Differentialdiagnose der einzelnen Krankheitsbilder zu erleichtern. Wenngleich die 123I-Metaiodobenzylguanidin Szintigraphie eine frühe Differentialdiagnose erleichtern kann, finden sich auch einige Nachteile bei der genannten Untersuchungsmethode: (i) Häufig verwendete Medikamente (beispielsweise Antidepressiva und Calcium-Antagonisten) beeinflussen die kardiale MIBG Aufnahme; (ii) jede MIBG Szintigraphie ist mit einer Exposition gegenüber radioaktiver Strahlung verbunden; (iii) nuklearmedizinische Untersuchungsmethoden sind mit hohen Kosten verbunden; (iv) die MIBG Szintigraphie ist außerhalb von akademischen Zentren nur eingeschränkt verfügbar. Daher möchten wir die kardiale Magnetresonanzspektroskopie als nützliche, kostensparende und weitverbreitete Alternative zur MIBG Szintigraphie etablieren. Bislang ist jedoch nicht bekannt inwieweit der kardiale Energiestoffwechsel durch Unterschiede in der sympathischen Innervation bei Parkinson-Syndromen beeinflusst wird. Mit Hilfe einer kardialen Magnetresonanzspektroskopie möchten wir krankheitsspezifische Profile bei PatientInnen, die an der Parkinson-Krankheit oder der Multisystematrophie leiden, sowie bei gesunden Probanden erheben und diese mit dem derzeitigen Gold-Standard (MIBG Szintigraphie) vergleichen.

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Studiendetails

Studienziel Diagnostische Wertigkeit der kardialen Magnetresonanz-Spektroskopie in der Differentialdiagnose bei Patienten mit Mb. Parkinson, MSA und gesunden Probanden
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 60
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen ForschungHaus der Forschung

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Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten mit Mb. Parkinson
  • Klinische Diagnose einer Parkinson Erkrankung anhand der UK Parkinson’s Disease Society Brain Bank Diagnostic Criteria (Hughes, Ben-Shlomo et al. 1992)
  • Alter zwischen 30 – 90 years
  • Probanden müssen in der lage und mündig sein, die Einverständniserklärung zu unterfertigen (erhaltene Geschäftsfähigkeit)
  • Patienten müssen bereit sein freiwillig an der Studie teilzunehmen
  • MSA Patienten:
  • Klinische Diagnose einer wahrscheinlichen MSA-P anhand der publizierten Gilman-Kriterien (Gilman, Wenning et al. 2008)
  • Gesunde Probanden
  • Probanden müssen bereit sein freiwillig an der Studie teilzunehmen

Ausschlusskriterien

  • Relevante neurologische oder psychiatrische Vorerkrankung
  • Vorbekannte koronare Herzkrankheit oder ischämische oder nicht-ischämische Kardiomyopathie
  • Herzinsuffzienz definiert anhand einer Echokardiographie (Ejection fraction unterhalb des Referenzbereichs)
  • Kardiale Denervierung unabhängig von der Grunderkrankung (bspw. diabetische Neuropathie oder Herztransplantation)
  • Bekannte oder vermutete Schwangerschaft oder Stillzeit.
  • Ausschlusskriterien für die Durchführung eines MRT
  • Notwendigkeit der Einnahme von Medikamenten, die mit MIBG interferieren.

Adressen und Kontakt

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1. WISSENSCHAFTLICHER HINTERGRUND Die Parkinson-Krankheit ist eine degenerative Erkrankung des Nervensystems, die durch die klassischen motorischen Zeichen Tremor (Zittern), Rigor (Muskelsteifigkeit) und Hypo- oder Bradykinese (Bewegungsverarmung oder -verlangsamung) gekennzeichnet ist. Unter dem Überbegriff „Parkinson-Syndrome“ werden weitere Erkrankungen zusam-mengefasst, die durch einen ähnlichen Verlauf und eine ähnliche Symptomatik gekennzeichnet sind – zu dieser Erkran-kungsgruppe zählt unter anderem die Multisystematrophie. Es ist bekannt, dass sich einzelne Parkinson-Syndrome in der nervösen Versorgung des Herzens unterscheiden. Dies wird in der klinischen Routine genutzt um mit Hilfe einer nuklear-medizinsichen Untersuchung die Unterscheidung der einzelnen Krankheitsbilder zu erleichtern. 2. NEUWERT DER STUDIE Bislang ist nicht bekannt inwieweit der kardiale Energiestoffwechsel bei Parkinson-Syndromen verändert ist. Mit Hilfe einer Magnetresonanz Spektroskopie (MRS) möchten wir krankheitsspezifische Profile bei Patienten mit idiopathischem Parkin-son-Syndrom, Multisystematrophie und gesunden Probanden erheben und diese mit dem derzeitigen Gold-Standard (123I-MIBG SPECT-CT Untersuchung) vergleichen, sowie mit objektivierbaren klinischen Untersuchungen korrelieren. Dadurch erhoffen wir uns zukünftig eine frühe Differentialdiagnose zu erleichtern. 3. DESIGN Prospektive Querschnittsstudie. Insgesamt werden 40 Probanden, die entweder an der idiopathischen Parkinson-Erkrankung oder der Multisystematrophie leiden, sowie gesunde Kontrollen im Verhältnis 2:1:1 eingeschlossen werden. Alle Patienten, die in die Studie eingeschlossen werden, erfahren neben bereits etablierten Rating-Skalen (zur Bewertung der motorischen Einschränkung, sowie zum Screening hinsichtlich eines autonomen Versagen) nach dem Ausschluss von internistischer Einflussfaktoren eine Reihe von Untersuchungen, nämlich eine 123I-MIBG-SPECT-CT (derzeitiger Gold-Standard zur Darstellung einer etwaigen kardialen Denervierung), eine kardiale Magnetresonanz-Spektroskopie, sowie eine Kipptisch-Untersuchung zum Nachweis subklinischer Orthostase-Beschwerden. Folgende Hypothesen sollen geprüft werden: H0: Patienten mit Morbus Parkinson unterscheiden sich nicht von MSA-Patienten und gesunden Kontrollen im kardialen Magnetresonanzspektroskopie-Profil. H1: Kardiale Magnetresonanzspektroskopie-Profile unterscheiden sich in den einzelnen Probandengruppen. Diesbezüglich werden die folgenden statistischen Tests durchgeführt: Deskriptive Statistik, Gruppenvergleiche mittels ANOVA, Kruskal-Wallis one-way analysis of variance, Korrelations-, Faktoren- und Regressionsanalyse. 4. ZU ERWARTENDES RISIKO BZW. BELASTUNGEN FÜR DEN PATIENTEN/PROBANDEN Es besteht eine Exposition gegenüber radioaktiver Strahlung (123I-MIBG) und Röntgenstrahlung („Low-Dose CT“ im Rah-men der SPECT-CT Untersuchung); die Untersuchung ist jedoch bereits seit Jahren als Zusatzuntersuchung bei neuro-ektodermalen Tumoren (bspw. Phäochromozytom) und in der Herzinsuffizienz-Abklärung etabliert. 5. NUTZEN-RISIKO-VERHÄLTNIS DER STUDIE Die Probanden werden im Rahmen der Studie gegenüber radioaktiver und CT-bedingter Strahlung exponiert. In der Erstel-lung der Studie wurde darauf geachtet, dass dies auf ein Minimum reduziert wird. Insgesamt erwarten wir uns jedoch keine wesentlichen nachteiligen Einflüsse auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Probanden. Demgegenüber werden durch diese Studie wichtige Erkenntnisse über MR Spektroskopie-Profile bei Patienten mit Parkinson-Syndromen erwartet, sodass von einem hinreichenden Allgemeininteresse ausgegangen werden kann, das die mit der Studie verbundenen Risiken rechtfertigt.

Quelle

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