Beschreibung der Studie

In der Studie werden die Wirkungsmechanismen von zwei neuen Psychotherapien zur Vorbeugung von Rückfällen der Depression erforscht. Beide Therapien werden über einen Zeitraum von 8 Wochen durchgeführt und haben eine ähnliche Struktur. Die Wirksamkeit der beiden Therapien ist bereits empirisch überprüft. Die vorliegenden Untersuchungen zeigen, dass beide ungefähr gleich wirksam sind, vor allem bei Menschen, die schon 3 oder mehr depressive Episoden erlitten haben. Bei diesen Menschen kann eine kurze, über 8 Wochen gehende Gruppentherapie das Rückfallrisiko um 40% bis 50% senken. Wir möchten diese neuen Behandlungsformen vergleichend untersuchen und vor allem die Wirkungsmechanismen ("Wodurch wirken die Therapien?"; "Was sind wesentliche Wirkfaktoren?") der zwei Therapien besser verstehen. Das zentrale therapeutische Ziel der Studie ist die Förderung einer durch Achtsamkeit geprägten, heilenden Einsicht in die Natur der eigenen Kognitionen. Beide in der Studie angebotenen Therapieformen fördern diese neue Einsicht in die Natur der eigenen depressiven Gedanken, Erinnerungen, Erwartungen und Überzeugungen. Die Methoden und Techniken der Therapieformen zur Förderung der Achtsamkeit der TeilnehmerInnen, unterscheiden sich allerdings voneinander. Es wird vermutet, dass bei der einen Therapieform das Training anhaltender Aufmerksamkeit durch Meditationsübungen die wichtigste Rolle spielt, während für die andere Therapieform das Training anderer Fertigkeiten wichtiger ist. Das zentrale Forschungsziel der Studie ist die Untersuchung der Rolle, die die anhaltende Aufmerksamkeit bei den unterschiedlichen Therapieformen hat.

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Studiendetails

Studienziel Das Elektroenzephalogramm (EEG) der Patienten wird während zwei Meditationsaufgaben gemessen, ein Mal vor der Therapie, ein Mal nach der Therapie, und noch ein Mal ein Jahr nach dem Ende der Therapie. Die ereigniskorrelierten Hirnpotentiale (EKP) werden vom EEG extrahiert, in erster Linie die kontingente negative Variation (CNV) die von einem einfachen Reiz ausgelöst wird und die Verteilung von Aufmerksamkeitsressourcen während der Meditation widerspiegelt. Die Qualität der Achtsamkeit und der Konzentration während der Meditation wird auch durch das Toronto Achtsamkeitsskala (TMS) gemessen. TMS ist ein Selbstberichtfragebogen der gleich nach jeder Meditationsaufgabe, d.h. nach jeder CNV-Messung, ausgefüllt wird.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 100
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Wirksame Behandlung
Finanzierungsquelle Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Weitere Informationen Studienwebseite

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • a) Alter zwischen 18 und 65 Jahre, Rechtshänder, normales Hörvermögen (d.h. ohne Hörprobleme);
  • b) rezidivierende Major Depression mit mindestens 3 frühere Episoden;
  • c) Bereitschaft zur Mitarbeit (insbesondere Hausaufgaben) und ggf. die Verpflichtung keine Änderung der Medikation zu unternehmen außer beim Rezidiv oder Rückfall.

Ausschlusskriterien

  • a) gegenwärtige depressive Episode oder Dysthymie;
  • b) gegenwärtige Substanzmissbrauch, Essstörung, oder Zwangsstörung;
  • c) gegenwärtige oder frühere bipolare Störung, Borderline Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie, schizoaffektive Störung, Epilepsie oder andere zentrale neurologische Erkrankung, organische psychische Störung, tiefgreifende Entwicklungsstörung;
  • d) signifikante Erfahrung mit irgendeiner Art von Praxis, die Achtsamkeit und/oder meditative Konzentration als wichtige Komponente einschließt (z.B. Meditation, meditatives Beten, autogenes Training, meditatives Yoga, usw.)

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (engl.: mindfulness-based CT, MBCT) ist wirksam als Rückfallpreventionstherapie bei Major Depression. Die Fähigkeit die Aufmerksamkeit für längere Zeit auf ein bestimmtes Objekt zu fokussieren gilt als notwendige Bedingung für 'achtsames', 'metakognitives' Gewahrsein, und daher als kritisch wichtig für den Therapieerfolg. Die anhaltende Konzentration ist deswegen die meist geübte Fähigkeit in MBCT. In einer früheren, DFG-finanzierten Studie haben wir die Annahme, dass diese Fähigkeit durch MBCT verbessert wird, geprüft. Die späte kontingente negative Variation (engl.: late CNV, LCNV), ein eireigniskorreliertes Hirnpotential (EKP), das bekanntlich die Verteilung von Aufmerksamkeitsressoursen in Echtzeit widerspiegelt, wurde als Maß der Konzentrationsfähigkeit angewendet. Die LCNV war nach dem MBCT-Kurs signifikant vergrößert, sowohl im Vergleich zum Prä-Therapie-Wert als auch im Vergleich zur Warteliste-Kontrollgruppe. Weil unsere 'Achtsamkeit-LCNV-Paradigma' auch die Induktion trauriger Stimmung und eine 'Ruminationsherausforderung' einschließt, sehen wir dieses Ergebnis als ein Beweis für die verbesserte Fähigkeit der Patienten während leicht dysphorischen Phasen ihre Aufmerksamkeit weg von potentiell depressionsauslösendem Denken oder Grübeln und hin zum Erleben im gegenwärtigen Augenblick zu lenken (dysphorische Rumination ist ein bekannter Risikofaktor für Depressionsrückfälle). Die klinische und diskriminierende Relevanz des LCNV-Effektes und daher auch der gemessenen Konzentrationsfähigkeit bleibt aber nach wie vor unklar, was auch der Hauptgrund für den gegenwärtigen Antrag ist. Wir möchten die LCNV als Maß für die anhaltende achtsame Aufmerksamkeit besser validieren, indem wir die LCNV in einer durch MBCT behandelten Gruppe mit der LCNV in einer durch kognitive Therapie (CT) behandelter Gruppe vergleichen und zusätzlich auch den Zusammenhang zwischen der LCNV und einem neu entwickelten auf Selbstbericht basierenden Maß für die anhaltende achtsame Aufmerksamkeit untersuchen. Das langfristige Ziel unseres Projekts ist allerdings den Zusammenhang zwischen der LCNV und der Häufigkeit und dem Schwergrad von depressiven Symptomen und Rückfällen während des Folgejahres nach der Therapie zu untersuchen. Wir möchten 100 rezidivierend depressive Patienten rekrutieren und auf zwei Behandlungsgruppen, MBCT und CT, zufällig verteilen. Die LCNV wird unmittelbar vor, unmittelbar nach und ein Jahr nach der Behandlung gemessen. Häufigkeit und Schweregrad von depressiven Symptomen und Rückfällen wird für das Jahr vor der Therapie retrospektiv und für das Folgejahr nach der Therapie sowohl retrospektiv als auch kontinuierlich (durch Selbstbericht via Internet) erfasst. Unseres Wissens wird das die erste Studie sein, die prüfen wird, ob eine bessere Fähigkeit zur achtsamen Konzentration eine Reduktion der Häufigkeit und des Schwergrads von depressiven Symptomen und Rückfällen voraussagt.

Quelle

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