Beschreibung der Studie

Rheumatoide Arthritis ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, bei der sich das Immunsystem (Abwehrsystem) gegen den eigenen Körper wendet und langfristig die Gelenke zerstören kann. In der gegenwärtigen Studie wollen wir herausfinden, ob Patienten, die unter Therapie rasch einen guten Krankheitszustand erreichen können, sich grundsätzlich von jenen unterscheiden, die einen solchen Erfolg auch trotz verschiedenster Therapien nicht erzielen können. Gelingt es, die letztere Gruppe, die auch als „refraktär“ (d.h. therapieresistent) bezeichnet werden, früh zu identifizieren, könnten intensivierte Therapiemaßnahmen effektiver und gezielt für diese „Risikopatienten“ eingesetzt werden.

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Studiendetails

Studienziel Die Studie ist keine Therapiestudie mit primärem/sekundärem Endpunkt. Refraktäre Patienten werden in einem Case/Control-Verfahren miteinander gematched. Danach werden unzählige klinische, laborchemische, strukturelle, funktionelle, serologische und genetische Marker untersucht. Die Zahl der Marker wird mittels statistischer Verfahren (principal component analysis) der endgültigen Zahl der Fälle und Kontrollen angepasst, um in der Hauptanalyse (multiple regression) suffiziente Power zu gewährleisten.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 219
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Rheumatoide Arthritis
  • Fälle (refraktäre RA): - hohe/moderate Krankheitsaktivität trotz >4 Basistherapien; Kontrollen: Erreichen der Remission/niedrigen Krankheitsaktivität mit den ersten beiden Basistherapien

Ausschlusskriterien

  • Keine

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Abteilung für Rheumatologie, Wien

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

In der Forschung zur rheumatoiden Arthritis (RA) waren die letzten 10-15 Jahre durch enorme Fortschritte im therapeutischen Bereich geprägt, einerseits durch die Entwicklung und Zulassung einer Vielzahl neuer Medikamente, aber auch durch ein besseres Verständnis der notwendigen Therapiestrategien („Treat-to-Target“). Für die meisten Patienten mit RA ist die Erkrankung daher schon lange nicht mehr von schwerer Behinderung gekennzeichnet und ein funktionell normales Leben ist für sie möglich. Nichtsdestotrotz gibt es eine Gruppe von Patienten mit RA, für welche diese Aussagen nicht zutreffen: die Erkrankung dieser Patienten schreitet fort und sie entwickeln mitunter beträchtlichen Gelenkschaden trotz all der erwähnten therapeutischen Fortschritte. Es ist genau diese Gruppe von RA Patienten, die im Mittelpunkt des vorliegenden Forschungsprojekts steht. Diese „refraktären“ Patienten werden definiert als jene, die auf wiederholte Therapiezyklen mit traditionellen Basistherapien und Biologika wenig ansprechen und weiterhin hohe Krankheitsaktivität zeigen. In dieser Studie sollen diese refraktären Patienten mit jenen verglichen werden, die prompt (d.h. auf eine der ersten Therapien, die sie erhalten) ansprechen und daher sehr wahrscheinlich keinen dauerhaften Schaden entwickeln. Der Vergleich dieser Gruppen wird aktuell (auf Basis von Studien-bezogenen Untersuchungen) und auch historisch durchgeführt, d.h. es wird der Zustand von refraktären Patienten zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit herangezogen, wo das schlechte Therapieergebnis noch nicht bekannt war. Eine longitudinale Datenbank und eine Biobank mit verfügbaren Patientenseren erlauben diesen zusätzlichen und wichtigen historischen Vergleich mit der Gruppe der prompt ansprechenden Patienten. Einige Patienten präsentieren sich mitunter klinisch als refraktär (d.h. mit anhaltender Gelenksymptomatik), ohne dass jedoch eine Progression der Gelenkschädigung festzustellen ist. In einem weiteren Schritt soll daher diese Gruppe von Patienten, die somit auch weniger aggressiv behandelt werden müssen, jenen gegenübergestellt werden, die bei klinischer Refraktärität sich eben auch strukturell verschlechtern. Diese Analysen sollen der bisherigen wissenschaftlichen Vernachlässigung dieser zwar relativ kleinen, aber therapeutisch höchst brisanten Subgruppe von RA Patienten Rechnung tragen, deren schlechtes therapeutisches Ergebnis in derzeitigen Studien meist in der Gesamtmasse der untersuchten Patienten verschwimmt. Die aktuellen Therapiekonzepte und Studien tragen dieser Problematik, die oft als Randproblematik angesehen wird, nicht Rechnung, obwohl es von der Analyse der radiologischen Progression sehr offensichtlich ist, dass sich nur ein geringer Teil der Patienten strukturell verschlechtert, und dieser mitunter dafür dramatisch. Die Charakterisierung der Patienten mit einem Risiko, zukünftig der klinisch oder klinisch und strukturell refraktären Gruppe anzugehören wird einerseits spezifische Studien ermöglichen, die diese Patienten inkludieren, aber auch erlauben, in der täglichen klinischen Praxis – im Sinne der personalisierten Therapie – Risikopatienten zu identifizeren, um für diese Patienten die effektivsten Therapien und konsequentesten Strategien anwenden zu können, und bestehende Limitierungen in dieser Hinsicht zu überkommen. Amendment Mai 2015: in Zusammenarbeit mit der Berhard-Gottlieb-Universitätszahnklinik Wien wird bei den Patienten nun auch ein kompletter Parodontalstatus inkl. mikrobiologischer Abstrich erhoben. Hintergrund ist eine rezent publizierte Assoziation zwischen RA und einer Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis), sowie die Besiedelung des Mundes durch Porphyromonas gingivalis.

Quelle

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