Beschreibung der Studie

Mit dieser vergleichenden Simulationsstudie soll erstmalig die Handhabung und Benutzerfreundlichkeit verschiedener Sicherheitsmechanismen von Sicherheits-Blutentnahmesystemen sowie Sicherheits-Portnadeln durch ungeübte Anwender (Medizinstudierende) untersucht werden. Insbesondere die Frage, welcher Sicherheitsmechanismus am einfachsten und am zuverlässigsten ausgelöst werden kann, soll durch diese Studie beantwortet werden. Die daraus gewonnen Erkenntnisse werden unmittelbar den Arbeitsschutz für das Personal im Gesundheitswesen verbessern und die Grundlage für die Ableitung zukünftiger Präventionsmaßnahmen liefern. Gleichzeitig soll im Rahmen dieses Forschungsvorhaben ein auf einer Videoanalyse basierendes Simulationsmodell zur Evaluierung von Sicherheitsmechanismen etabliert werden.

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Studiendetails

Studienziel - Aktivierung des Safety-Mechanismus ja/nein - Zeitpunkt der Aktivierung des Safety-Mechanismus - Einhand-Aktivierung des Safety-Mechanismus ja/nein - Frageboden zu jedem einzelnen Safety-Mechanismus - Bevorzugter Safety-Mechanismus - Begründung der Präferenz eines Safety-Mechanismus
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Standardtherapie
Finanzierungsquelle Universitätsklinikum Freiburg Stabsstelle Klinikumsvorstand Betriebsärztlicher Dienst

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Medizinstudierende im 5. Fachsemester

Ausschlusskriterien

  • Berufserfahrung im Gesundheitswesen bzw. abgeschlossene Berufsausbildung (Krankenpflege, Rettungsassistent/-sanitäter, Hebamme, Arzthelferin, OTA)

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum Freiburg, Betriebsärztlicher Dienst, Freiburg im Breisgau

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Häufig gestellte Fragen

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Nadelstichverletzungen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen stellen eine besondere Herausforderung für den Arbeitsschutz und die Arbeitsmedizin dar (Himmelreich et al. 2013). Um die Beschäftigten vor Verletzungen bei Tätigkeiten mit spitzen oder scharfen medizinischen Instrumenten zu schützen, gibt es verbindliche Vorgaben zum Arbeitsschutz und zur Verwendung eines sog. Sicherheitsmechanismus zur Verhinderung von Stich- und Schnittverletzungen (TRBA 250). Dieser muss jedoch in der Regel aktiv durch den Beschäftigten ausgelöst werden (Haamann 2012). Durch den Einsatz von Sicherheitsmechanismen kann die Häufigkeit von Nadelstichverletzungen effektiv gesenkt werden (Lamontagne et al. 2007, Laramie et al. 2011). Doch trotz dieser Sicherheitsmechanismen kommt es nach wie vor zu Nadelstichverletzungen, z.B. während der Aktivierung des Sicherheitsmechanismus oder durch eine ausbleibende Aktivierung des Sicherheitsmechanismus durch den Beschäftigten (Black et al. 2012). Bisher ist völlig unklar, ob die Ursachen hierfür im Design des Sicherheitsmechanismus oder im unzureichenden Training bzw. der fehlenden Erfahrung mit dem Sicherheitsmechanismus begründet sind (Laramie et al. 2011). Lediglich passive Sicherheits-mechanismen scheinen aktiven, d.h. durch den Benutzer manuell auszulösenden, Sicherheitsmechanismen überlegen zu sein (Tosini et al. 2010). Diese sind jedoch z.B. im Bereich der Sicherheits-Blutentnahmesysteme nicht verfügbar (Tosini et al. 2010). Vorangegangene Untersuchungen beschränken sich bisher auf den Vergleich zweier identischer Sicherheitsmechanismen von Katheternadeln verschiedener Hersteller mit konventionellen Katheternadeln im klinischen Alltag (Asai et al. 2002), die Evaluierung eines einzelnen neuen Sicherheitsmechanismus mittels Fragebogen im klinischen Alltag (Feng et al. 2009) oder die Untersuchung zweier Sicherheitsmechanismen von Injektionsnadeln am Simulationsmodell (Adams et al. 2003). Entsprechende Untersuchungen bei Sicherheits-Blutentnahmesystemen und Sicherheits-Portnadeln wurden bisher nicht durchgeführt und auch die Vielzahl der am Markt verfügbaren Sicherheitsmechanismen wurde nicht berücksichtigt (Haamann 2012). In einer aktuellen Studie wurde erstmals mittels Videoanalyse das Befolgen von Sicherheits-Maßregeln beim Umgang mit spitzen oder scharfen medizinischen Instrumenten untersucht (Iso et al. 2012). Diese Art der Analyse bietet eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber konventionellen Beobachtungen und Befragungen mittels Fragebogen (z.B. retrospektive Analyse durch mehrere Beobachter, Bewertung einzelner Teilvorgänge, exakte Zeitpunktbestimmungen, etc.). Darüber hinaus konnten wir in einer eigenen Vorarbeit zeigen, dass im Simulationsmodell spezifische Unterschiede vergleichbarer Medizinprodukte, z.B. Handhabung von Video-Laryngoskopen, unabhängig von der Anwendung am Patienten untersucht werden können (Kalbhenn et al. 2012). Bei der Beschaffung von Sicherheits-Blutentnahmesystemen oder Sicherheits-Portnadeln wird in einer aktuellen amerikanischen Stellungnahme ausdrücklich auf die kritische Rolle der direkten Anwender hingewiesen und eine Integration der Beschäftigten in den Beschaffungsprozess als unabdingbar angesehen (Jagger et al. 2013). Am Universitätsklinikum werden die oben genannten Sicherheits-Blutentnahmesysteme und Sicherheits-Portnadel in der Regel durch Medizinstudierende verwendet. Aufgrund der bisher publizierten Studien (Asai et al. 2002, Adams et al. 2003) sollen daher insgesamt 30 Medizinstudierende im dritten Studienjahr in die Studie eingeschlossen werden.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien