Beschreibung der Studie

Mit einer Rate von bis zu 30% ist die Hyponatriämie, definiert als eine Serumnatriumkonzentration von weniger als 135 mmol/l, die häufigste Elektrolytstörung bei in das Krankenhaus eingewiesenen Patienten. Am häufigsten zeigt sich die Hyponatriämie bei älteren Patienten. Mögliche, durch milde bis moderate Hyponatriämie hervorgerufene Beschwerden beinhalten unter anderem Übelkeit, Benommenheit, wahrnehmungsbetreffende Einschränkungen, Erinnerungsdefizite, Depression, Muskelkrämpfe oder Gangunsicherheit. Jedoch basiert unser heutiges Wissen des sehr uneinheitlichen klinischen Bildes auf anekdotischen Berichten und Experimenten, welche aus den 1930er Jahren stammen. Bis heute wurde keine genaue Beschreibung der Beschwerden durchgeführt, von extremen Zuständen wie z.B. Koma oder Krampfanfällen abgesehen. Aufgrund dessen werden Patienten mit chronischer milder bis moderater Hyponatriämie (häufig als Serumnatriumkonzentration von < 125 mmol/l definiert) häufig als beschwerdefrei angesehen, obwohl unspezifische Beschwerden durchaus vorliegen könnten. Neuere Untersuchungen zeigen, dass eben diese Patienten ein wesentlich erhöhtes Risiko für Stürze und Frakturen, sowie eine reduzierte wahrnehmungsbetreffende Leistungsfähigkeit vorweisen. Zusätzlich mehren sich anekdotische Berichte, dass Patienten, welche anfänglichl als depressiv oder dement diagnostiziert wurden, nach Korrektur der Hyponatriämie eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden erfuhren. Bei der beobachteten hohen Rate von milder bis moderater Hyponatriämie bei älteren Patienten, könnten die unspezifischen Beschwerden wie Stimmungsschwankungen und wahrnehmungsbetreffende Defizite, welche häufig dem fortgeschrittenen Alter zugeschrieben werden, lediglich die Folge der niedrigen Natriumwerte sein. Das Ziel dieser Beobachtungsstudie ist daher, zu untersuchen ob eine effektive Korrektur der Hyponatriämie bei Patienten über 70, bei denen sich eine Hyponatriämie bei der stationären Aufnahme zeigt, eine Verbesserung der wahrnehmungsbetreffenden, neuropsychologischen und motorischen Fähigkeiten mit sich bringt. Eine Beurteilung der Fähigkeiten erfolgt mit Hilfe des routinemässig im geriatrischen Stationsalltag eingesetzten multidimensionalen geriatrischen Assessments (MGA).

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Test bei Aufnahme: 1. Barthel Katz Index (Erfassung der Aktivitäten des täglichen Lebens) 2. Mini Mental State Test (Feststellung kognitiver Defizite) 3. DemTec (Früherkennung einer Demenz) 4. Uhrentest (Prüfung der Visuokonstruktion und des Problemlösens) 5. Geriatrische Depressions-Skala (15 Fragen zu Aktivität, Stimmung, Erinnerung und Humor) 6. Tinetti Test (Feststellung der individuellen Einschränkungen der Beweglichkeit, Balance und physischen Stabilität) 7. TUG (timed up-and-go Test) (Feststellung der Beweglichkeit und Gehgeschwindigkeit) 8. Esslinger Transfer Scale (Feststellung des Grades der Hilfsbedürftigkeit bei Transfer vom Bett zum Stuhl und aufrechtes Stehen) 9. Handgrip Test (Feststellung von Mangelernährung und Sarkopenie) 10. Mini Nutritional Assessment (MNA) (Erfassung von mangelernährten älteren Patienten) Wiederholung des Tests nach 14 oder 21 Tagen.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 150
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Beobachtungsstudie
Finanzierungsquelle Otsuka Pharma GmbH

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alle Patienten (männlich und weiblich) ≥ 70 Jahre mit einer Serumnatriumkonzentration von 130 mmol/l oder weniger zum Zeitpunkt der Aufnahme.

Ausschlusskriterien

  • Fehlende Einwilligungerklärung.
  • Behandlung auf einer Intensivstation.
  • Spezifische Einschränkungen, welche die Durchführbarkeit einzelner oder mehrerer Tests unmöglich machen (z.B. Amputationen) sind kein generelles Ausschlusskriterium

Adressen und Kontakt

Universitätsklinikum Köln (AöR) Klinik II für Nephrologie, Köln

Vielen Dank! Wir haben Ihnen die angeforderten Kontaktdaten aus Köln via E-Mail geschickt.

Bitte überprüfen Sie auch Ihren SPAM Ordner.

Wenn Sie weitere Fragen haben sollten, helfen wir Ihnen gerne. Unsere E-Mail-Adresse lautet kontakt@viomedo.de. Schreiben Sie uns Ihre Anregungen, Fragen und Tipps – auch Kritik und Probleme können Sie gerne äußern.

Erhalten Sie die Kontaktdaten

Wir senden Ihnen die Kontaktdaten des Studienarztes und Informationen über mögliche nächste Schritte an Ihre E-Mail-Adresse

Etwas ist schief gelaufen. Bitte versuchen Sie es noch einmal.

Durch das Absenden erkläre ich mich ausdrücklich damit einverstanden, dass Viomedo meine Daten, einschließlich Gesundheitsdaten, verarbeitet, um mir die Kontaktdaten der Studie zuzusenden und um mir Informationen (z.B. über klinische Studien) per E-Mail zuzusenden. Mein Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Die Datenschutzerklärung, insbesondere die Hinweise zum Anfordern von Kontaktdaten und zum Studienberater, habe ich zur Kenntnis genommen.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Mit einer Prävalenz von bis zu 30% ist die Hyponatriämie, definiert als eine Serumnatriumkonzentration von weniger als 135 mmol/l, die häufigste Elektrolytstörung bei hospitalisierten Patienten. Am häufigsten zeigt sich die Hyponatriämie dabei bei älteren Patienten. Retrospektive Analysen zeigen eine Assoziation zwischen dem Auftreten einer Hyponatriämie und einer erhöhten Mortaliät und Morbidität auch schon bereits bei milder Erniedrigung der Natriumwerte. Eine schwere oder akute Hyponatriämie stellt dagegen eine lebensbedrohliche Situation dar, welche häufig mit schweren Symptomen wie z.B. Koma oder zerebralen Krampfanfällen einhergeht. Häufiger jedoch liegt eine chronische Hyponatriämie vor, welche durch die bereits stattgefundenen zerebralen Anpassungsvorgänge nur geringe Symptomatik zeigt oder bei der Symptome augenscheinlich völlig fehlen. Mögliche, durch eine Hyponatriämie hervorgerufene Beschwerden beinhalten unter anderem Übelkeit, Benommenheit, kognitive Einschränkungen, Erinnungsdefizite, Depression, Muskelkrämpfe oder Gangunsicherheit. Jedoch basiert unser heutiges Wissen des sehr heterogenen klinischen Bildes auf anekdotischen Berichten und Experimenten, welche aus den 1930er Jahren stammen. Bis heute wurde keine genaue Beschreibung der Symptomatik durchgeführt, von extremen Zuständen wie z.B. Koma oder Krampfanfällen abgesehen. Aufgrund dessen werden Patienten mit chronischer milder bis moderater Hyponatriämie (definiert als Serumnatriumkonzentration von <125 mmol/l) häufig als asymptomatisch angesehen, obwohl unspezifische Symptome durchaus vorliegen könnten. Neuere Untersuchungen zeigen, dass eben diese Patienten ein signifikant erhöhtes Risiko für Stürze und Frakturen, sowie eine reduzierte kognitive Leistungsfähigkeit vorweisen. Zusätzlich mehren sich Berichte, dass Patienten, welche initial als depressiv oder dement diagnostiziert wurden, nach Korrektur der Hyponatriämie eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden erfuhren. In den Zulassungsstudien des bei SIADH eingesetzten Medikamentes Tolvaptan zeigte sich zudem eine deutliche Besserung des SF-12 Fragebogens bezüglich der mentalen Komponenten nach Korrektur der Hyponatriämie, wobei die Hyponatriämie vor der Behandlung bei durchschnittlich nur 129 mmol/l lag. (Bei der beobachteten hohen Prävalenz von milder bis moderater Hyponatriämie bei älteren Patienten, könnten die unspezifischen Symptome wie Stimmungsschwankungen und kognitive Defizite, welche häufig dem fortgeschrittenen Alter zugeschrieben werden, lediglich Folge der niedrigen Natriumwerte sein). Das Syndrom der inadäquaten ADH Sekretion (SIADH) ist die Ursache für mehr als ein Drittel der Hyponatriämie-Fälle und die häufigste Ursache für chronische milde bis moderate Hyponatriämie im Alter. Während ein neu aufgetretenes SIADH häufig durch Malignome, pulmonale oder zerebrale Erkrankungen ausgelöst wird, ist die chronische Hyponatriämie bei älteren Patienten häufig auf ein idiopathisches oder gelegentlich auch ein medikamentenassoziiertes SIADH zurückzuführen. Das Ziel dieser Beobachtungsstudie ist es daher, zu untersuchen, ob eine effektive Korrektur der Hyponatriämie bei geriatrisch versorgten Patienten (über 70 Jahre), bei denen sich eine Hyponatriämie bei der stationären Aufnahme zeigt, eine Verbesserung der kognitiven, neuropsychologischen und motorischen Fähigkeiten mit sich bringt. Eine Einschätzung der kognitiven und physisch-motorischen Fähigkeit erfolgt im geriatrischen Klinikalltag durch den routinemäßigen Einsatz des multidimensionalen geriatrischen Assessments (MGA) welches immer bei Aufnahme und vor Entlassung individuell erhoben wird. Es basiert auf etablierten und validierten Testverfahren wie u.a. dem Timed-up-and Go Test (TUG), dem Minimental State Evaluation Test, dem Clocktest, dem Tinetti-Test, und dem Barthel-Index.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.