Beschreibung der Studie

Weltweit gelten unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) bzw. –ereignisse (UAE) als eine der häufigsten Todesursachen. Besonders betroffen sind ältere Patienten, die aufgrund von Mehrfacherkrankungen viele Arzneimittel einnehmen oder Patienten, die im Rahmen der Selbstmedikation gefährliche Arzneimittelkombinationen konsumieren. Studien zeigen, dass ungefähr die Hälfte dieser UAW vorhersehbar und ca. 30% im klinischen Alltag prinzipiell vermeidbar wären. Viele Ereignisse sind auf unvollständige Daten zu Medikation und Begleiterkrankungen zurückzuführen. In der Folge werden Kontraindikationen übersehen und Nebenwirkungen nicht als solche erkannt. Ein Hauptproblem ist hier oft das Fehlen eines standardisierten Prozesses zur Übermittlung von Medikationsdaten bzw. anderen therapierelevanten Daten zwischen den behandelnden Ärzten. Übermittler der Information sind oft die Patienten selbst (die nicht immer Medikation und Diagnosen korrekt und vollständig übermitteln können). Damit haben die behandelnden Ärzte oft keine vollständige und korrekte Übersicht über die Medikation der Patienten. Die Verbesserung der (intersektoralen) Informationsübermittlung ist deshalb als eine wesentliche Maßnahme zur Risikoerkennung und -reduktion, und damit für die Optimierung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) anzusehen. Eine deutsche Besonderheit und ein wesentliches Hemmnis für den intersektoralen Austausch von Medikations- und Diagnosedaten ergibt sich neben datenschutzrechtlichen Besonderheiten aus der Vielzahl konkurrierender und teil inkompatibler Softwaresysteme für die Verwaltung von Patientendaten in Praxis und Klinik, die nicht für einen effizienten Datenaustausch ausgelegt sind. Im Rahmen einer Studie zu einer intersektoralen Zusammenarbeit zwischen den Arztpraxen der Ärztegenossenschaft Mittelfranken und dem Klinikum Fürth vernetzt Astrum-IT die Partner mittels einer Kommunikationsplattform. Über diese Plattform werden Medikationsdaten und Patientenstammdaten mit zugehörigen Diagnosen übertragen. Ziel dieser Studie ist es, durch Einführung des eMediPlan die Spezifikationen des entwickelten einheitlichen Medikationsplans als Basis für die Datenübermittlung im Rahmen des „Aktionsplanes zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit Deutschland“ („Aktionsplan AMTS“), der hier auch in ein elektronisches Format übersetzt wurde, zu testen. Den behandelnden Ärzten stehen dadurch vollständigere und aktuellere Daten zur Verfügung. Dies soll dazu beitragen, die Erkennungsrate von medikamentösen Gefährdungssituationen wie UAW oder Medikationsfehlern zu erhöhen; nicht indizierte oder kontraindizierte Arzneimittel zu reduzieren und die Spezifikationen des Medikationsplans als Basis für elektronische AMTS-Systeme zu überprüfen. Eine kontinuierliche, prozessbegleitende Beratung und Auswertung der Ergebnisse erfolgt durch den Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie und Klinische Toxikologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie durch Hellmann Consult.

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Studiendetails

Studienziel Vollständigkeit und Richtigkeit von intersektoral übertragenen Medikationsdaten
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 500
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Technologie und Energie Innovations- und Technologiezentrum Bayern - ITZB Nürnberg

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Patienten der teilnehmenden Praxen oder der Notaufnahme am Klinikum Fürth

Ausschlusskriterien

  • Patienten jünger 18 Jahre.
  • Patienten der am eMediPlan beteiligten Praxen, die dem Datenaustausch mittels eMediplan nicht zugestimmt haben.

Adressen und Kontakt

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Im Rahmen eines Versorgungsforschungsprojektes wird ein sektorübergreifender digitaler Medikationsplan (eMediPlan) zwischen der ambulanten ärztlichen Versorgung der Mitglieder der Ärztegenossenschaft Mittelfranken ÄGM und dem Klinikum Fürth technisch realisiert und wissenschaftlich evaluiert. Der eMediPlan orientiert sich an den Spezifikationen des im Rahmen des Aktionsplanes zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit Deutschland (Aktionsplan AMTS) entwickelten einheitlichen Medikationsplanes. Ziel des Projektes ist die Produktentwicklung einer technischen Infrastruktur, die Informationsverluste durch die Vermeidung medialer Brüche konsequent vermeidet und gleichzeitig den Anforderungen an eine elektronische Entscheidungsunterstützung zur Optimierung der Arzneimitteltherapiesicherheit entspricht. Durch die Evaluation von Patienten mit konventionellem und digitalem Medikationsplan (eMediPlan) soll die Qualitätssteigerung der Versorgung durch das Produkt objektiviert werden. Das Klinikum Fürth wird als zentraler Projektpartner eine systematische Erhebung und Bewertung der sektorübergreifenden Medikationspläne im Vergleich zu Patienten ohne elektronischen Medikationsplan im Studienzeitraum zum Zeitpunkt der Patientenaufnahme rund um die Uhr durchführen. Zudem werden die Spezifikationen des eMediPlan auf ihre Verwendbarkeit zur automatisierten Anwendung von Arzneimitteltherapiesicherheits-Prüfsystemen getestet. Nach bedarfsgerechter Optimierung des eMediPlan wird abschließend die technische Integration in die elektronische Patientenakte der Zentralen Notaufnahme (ZNA) vollzogen. Das Klinikum Fürth wird zudem als klinische Studienzentrale fungieren. Die Eignung des Datenaustausches mittels eMediPlan zur Verbesserung der AMTS wird anhand anonymisierter Daten durch die Projektpartner Klinische Pharmakologie und Hellman Consult evaluiert.

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