Beschreibung der Studie

Die Studie vergleicht mittels Ultraschalluntersuchung die Regulation der Hirndurchblutung von Müttern mit bzw. ohne Zustand nach einer Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie). Präeklampsie ist eine der wesentlichen Ursachen perinataler mütterlicher und kindlicher Morbidität und Mortalität weltweit. Im Verlauf dieser schwangerschafts-spezifischen Erkrankung, die mit einer Blutdruckerhöhung einhergeht, lässt sich eine gestörte Regulation der Hirndurchblutung nachweisen. Bislang ist unklar, wie lange diese Veränderungen nach einer stattgehabten Präeklampsie nachzuweisen sind. Frauen mit Zustand nach einer Präeklampsie haben langfristig ein etwas erhöhtes Schlaganfallrisiko. In unserer Studie untersuchen wir zwei Anpassungsmechanismen der Hirndurchblutung: Über die sogenannte zerebrale Autoregulation wird die Hirndurchblutung auch bei schwankenden systemischen Blutdruckwerten konstant gehalten. Die neurovaskuläre Kopplung führt zu einer verstärkten Durchblutung von besonders aktiven Gehirnregionen. Mit einer vergleichenden Ultraschalluntersuchung von Müttern mit bzw. ohne Zustand nach Präeklampsie möchten wir die Versorgung und Beratung von Patientinnen nach Präeklampsie verbessern.

Studie via E-Mail versenden

Studiendetails

Studienziel Mittels einer einmaligen dopplersonographischen Untersuchung werden die Parameter der dynamischen zerebralen Autoregulation (phase und gain) erhoben.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 50
Stationärer Aufenthalt Keiner
Finanzierungsquelle Neurozentrum, Abteilung für Neurologie

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Frauen nach mindestens einer Geburt mit bzw. ohne Prä-/Eklampsie in der Anamnese. 2. Abstand zur letzten Geburt > 1
  • Jahr und < 15 Jahre. 3. Alter 18 bis 55 Jahre. 4. Einwilligung zur Studienteilnahme und anonymisierten wissenschaftlichen Verwertung der Daten

Ausschlusskriterien

  • Schwangerschaft zum Zeitpunkt des Studieneinschlusse 2. Gehirnoperation oder -
  • tumor in der Vorgeschichte 3. Fehlendes transtemporales Schallfenster für die
  • transkranielle Dopplersonographie 4. Epilepsie

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sie aktuelle Präeklampsie-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Die Durchblutung des Gehirns wird durch verschiedene Anpassungsmechanismen gesteuert. Die zerebrale Autoregulation ist ein intrinsischer Schutzmechanismus der hirnversorgenden Gefäße mit dem Ziel, die Durchblutung des Gehirns auch bei schwankenden systemischen Blutdruckwerten konstant zu halten. Unter Ruhebedingungen lassen sich langsame Oszillationen der zerebralen Durchblutung beobachten, die auch durch eine langsame regelmäßige Atmung induziert werden können (6x/minute = 0,1 Hz). Diese respiratorisch induzierten Oszillationen des zerebralen Blutflusses finden physiologischerweise etwas zeitversetzt zu den Schwankungen des systemischen Blutdrucks statt, wobei die Phasenverschiebung als Ausdruck einer funkionierenden zerebralen Autoregulation gesehen wird (Kuo et al. 2003). Die neurovaskuläre Kopplung ist ein weiterer Anpassungsmechanismus des Gehirns, bei dem es zu einer verstärkten Durchblutung von besonders aktiven Gehirnregionen kommt. So führt eine visuelle Stimulation regelhaft zu einem Ansteigen der Blutflussgeschwindigkeit in hinteren Hirnregionen. Beide Mechanismen lassen sich nicht-invasiv mit Ultraschall untersuchen. Während einer symptomatischen schweren Präeklampsie ist die zerebrale Autoregulation gestört (Oehm et al. 2003, Oehm et al. 2006, Rosengarten et al. 2004, van Veen et al. 2013). Präeklampsie ist eine der wesentlichen Ursachen perinataler mütterlicher und kindlicher Morbidität und Mortalität weltweit (Noris et al. 2005). Pathophysiologisch wird in der gestörten zerebralen Autoregulation die Ursache für die neurologischen Symptome bei eklamptischen Patienten gesehen (Thomas 1998). Frauen mit Zustand nach Präeklampsie haben ein erhöhtes Risiko für zerebrovaskuläre Ereignisse (Wilson et al. 2003, Bellamy 2007). In einer vorausgegangenen Studie konnten wir zeigen, dass die zerebrale Autoregulation im mittleren Schwangerschaftsdrittel auch dann gut erhalten ist, wenn bereits pathologische Veränderungen der uteroplazentalen Durchblutung nachweisbar sind. Auffälligkeiten der zerebralen Autoregulation zeigten sich lediglich bei Frauen mit Zustand nach einer Präeklampsie in einer vorherigen Schwangerschaft (Janzarik et al 2014). Auch ist die neurovaskuläre Kopplung bei Patientinnen mit stattgehabter Präeklampsie auch Jahre nach dem Ereignis gestört (Martens et al., 2009). Bislang ist unklar, wie lange eine pathologische zerebrale Autoregulation nach einer stattgehabten Präeklampsie persistiert. Durch eine dopplersonographische Untersuchung der zerebralen Hämodynamik von Müttern mit bzw. ohne Zustand nach Präeklampsie möchten wir die Nachsorge von Patientinnen nach Präeklampsie verbessern. Bellamy L, Cass JP, Hingorani AD, Williams DJ. Pre-eclampsia and risk of cardiovascular disease and cancer in later life: systematic review and meta-analysis. BMJ 2007; 335(7627):974. Harloff A, Strecker C, Reinhard M, Kollum M, Handke M, Olschewski M, Weiller C, Hetzel A. Combined measurement of carotid stiffness and intima-media thickness improves prediction of complex aortic plaques in patients with ischemic stroke. Stroke. 2006 Nov;37(11):2708-12. Haukkamaa L, Moilanen L, Kattainen A, Luoto R, Kahonen M, Leinonen M, Jula A, Kesäniemi YA, Kaaja R. Pre-eclampsia is a risk factor of carotid artery atherosclerosis. Cerebrovasc Dis. 2009;27(6):599-607. Janzarik WG, Ehlers E, Ehmann R, Gerds TA, Schork J, Mayer S, Gabriel B, Weiller C, Prömpeler H, Reinhard M. Dynamic cerebral autoregulation in pregnancy and the risk of preeclampsia. Hypertension, 2014; 63 (1): 161-166. Kuo TB, Chern CM, Yang CC, Hsu HY, Wong WJ, Sheng WY, Hu HH. Mechanisms underlying phase lag between systemic arterial blood pressure and cerebral blood flow velocity. Cerebrovasc Dis 2003;16:402-409. Moeller S, Hilz MJ, Blinzler C, Koehn J, Doerfler A, Schwab S, Köhrmann M. Extracranial internal carotid artery vasospasm due to sympathetic dysfunction. Neurology. 2012 Jun 5;78(23):1892-4. Noris M, Perico N, Remuzzi G. Mechanisms of Disease: pre-eclampsia. Nat Clin Pract Nephrol 2005;(2):98-114. Oehm E, Reinhard M, Keck C, Els T, Spreer J, Hetzel A. Impaired dynamic cerebralautoregulation in eclampsia. Ultrasound Obstet Gynecol 2003;22(4):395-8. Oehm E, Hetzel A, Els T, Berlis A, Keck C, Will HG, Reinhard M. Cerebral hemodynamicsand autoregulation in reversible posterior leukoencephalopathy syndrome caused by pre-/eclampsia. Cerebrovasc Dis 2006;22(2-3):204-8. Rosengarten B, Gruessner S, Aldinger C, Kunzel W, Kaps M. Abnormal regulation ofmaternal cerebral blood flow under conditions of gestational diabetes mellitus. Ultraschall Med. 2004;25(1):34-9. Thomas SV. Neurological aspects of eclampsia. J Neurol Sci. 1998;155(1):37-43. van Veen TR, Panerai RB, Haeri S, Griffioen AC, Zeeman GG, Belfort MA. Cerebral autoregulation in normal pregnancy and preeclampsia. Obstet Gynecol. 2013 Nov;122(5):1064-9. Wilson BJ, Watson MS, Prescott GJ, Sunderland S, Campbell DM, Hannaford P, Smith WC. Hypertensive diseases of pregnancy and risk of hypertension and stroke in later life: results from cohort study. BMJ 2003 Apr 19;326(7394):845.

Quelle

Sponsoren: Registrieren Sie sich auf Viomedo, um Ihre Studien zu veröffentlichen.