Beschreibung der Studie

Die Studie untersucht die Wirksamkeit eines webbasierten Informationsangebots für Personen mit erhöhtem Risiko vorzeitiger gesundheitsbedingter Berentung, um ihnen den Zugang zur medizinischen Rehabilitation zu erleichtern. Das Angebot zielt mit einem Modul zur Bewertung des eigenen Rehabilitationsbedarfs auf eine gezielte Absichtsbildung gefährdeter Personen und wird mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung die Bearbeitung und Einreichung der notwendigen Antragsunterlagen unterstützen. Die Wirksamkeit des webbasierten Informationsangebots wird in einer kontrollierten Studie überprüft. Die Studienteilnehmer werden dazu zufällig zwei Gruppen zugewiesen: postalischer Hinweis auf die Möglichkeit medizinischer Rehabilitation mit der Einladung die Website zu nutzen vs. ausschließlicher postalischer Hinweis auf die Möglichkeit medizinischer Rehabilitation. Es wird erwartet, dass Teilnehmer mit einem Zugang zum webbasierten Informationsangebot häufiger medizinische Rehabilitation beantragen und in Anspruch nehmen als vergleichbare Personen, die lediglich die kurze schriftliche Information erhalten.

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Studiendetails

Studienziel Primärer Endpunkt ist der Anteil beantragter und in Anspruch genommener Leistungen zur medizinischen Rehabilitation nach einem Jahr. Diese Daten werden aus den Versichertenkonten extrahiert.
Status Teilnahme möglich
Zahl teilnehmender Patienten 16000
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Kontrolle Standardtherapie
Finanzierungsquelle Deutsche Rentenversicherung Bund

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Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Eingeschlossen werden 40- bis 59-jährige Versicherte von drei Rentenversicherungsträgern (Deutschen Rentenversicherung Bund, Deutschen Rentenversicherung Westfalen, Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz) mit früherem Krankengeldbezug und mindestens 6-monatiger versicherungspflichtiger Beschäftigung im Jahr vor Studienbeginn. Es erfolgt eine Schichtung der Stichprobe nach Geschlecht, kurzer Krankengeldbezugsdauer und langer Krankengeldbezugsdauer in allen drei Versicherungsträgern.

Ausschlusskriterien

  • Erhalt von Rentenbezügen; Erhalt von medizinischen Rehabilitationsleistungen oder Leistungen zur Teilhabe in den letzten vier Jahren

Adressen und Kontakt

Deutschland

Ansprechpartner: Dr. Marco Streibelt

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Häufig gestellte Fragen

Um Erwerbsfähigkeit und berufliche Teilhabe zu sichern, besteht in Deutschland die Möglichkeit, Leistungen zur medizinischen Rehabilitation (MR) zu beantragen. Insbesondere Personen mit einem erhöhten Risiko erwerbsminderungsbedingter Frühberentung, z. B. Personen mit vorangegangenem Krankengeldbezug, gelten als vorrangige Zielgruppe dieser Leistungen. Wenn Rehabilitationsbedarf jedoch nicht zur Stellung eines Antrages führt, bleibt diese Möglichkeit zur Vermeidung von Erwerbsminderungsrenten ungenutzt. In 2011 hatten 59,6 % der Männer und 52,7 % der Frauen, für die erwerbsminderungsrentenbedingte Rentenzugänge dokumentiert wurden, im Vorfeld keine MR erhalten. Im Rahmen der Studie wird der Nutzen eines webbasierten Informationsangebots zur medizinischen Rehabilitation für Personen mit vorangegangenem Krankengeldbezug geprüft. Die Entwicklung des Angebots orientiert sich an Schwarzers Prozessmodell des Gesundheitsverhaltens. Dieses Modell unterscheidet bei der Realisierung gesundheitsbezogener Handlungen zwei Phasen: eine motivationale Phase (Absichtsbildung) und eine volitionale Phase (Handlungsumsetzung). Das webbasierte Informationsangebot zielt mit einem Modul zur Bewertung des eigenen Rehabilitationsbedarfs anhand des Work Ability Index auf eine gezielte Absichtsbildung stark eingeschränkter Personen. Die Handlungsumsetzung wird mit einer konkreten Schritt-für-Schritt-Anleitung die Bearbeitung und Einreichung der notwendigen Antragsunterlagen unterstützt. Die Wirksamkeit des webbasierten Angebots wird in einer randomisiert kontrollierten Studie geprüft. Teilnehmer der Interventionsgruppe erhalten die Möglichkeit das webbasierte Informationsangebot zu nutzen. Teilnehmer der Kontrollgruppe erhalten postalisch einen kurzen Hinweis auf die Möglichkeit Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zu beantragen. Es wird erwartet, dass Teilnehmer mit einem Zugang zum webbasierten Informationsangebot häufiger medizinische Rehabilitation beantragen und in Anspruch nehmen als Teilnehmer der Kontrollgruppe.

Klinische Studien werden durchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten, medizinischen Geräten oder Verfahren nachzuweisen. Sie untersuchen, welche Behandlungsmethode sich am besten zur Therapie einer bestimmten Erkrankung oder Gruppe von Betroffenen eignet. Vor der Marktzulassung müssen alle neuen Behandlungsmethoden einer Reihe von klinischen Prüfungen unterzogen werden.

Klinische Studien bilden die Voraussetzungen für neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse klinischer Studien treiben den medizinischen Fortschritt. Sie geben Ärzten das Wissen darüber wie Behandlungen eingesetzt werden und für wen sie sich am besten eignen. Nur durch den Einsatz der freiwilligen Teilnehmer können Studien erfolgreich abgeschlossen werden. Die teilnehmenden Patienten bekommen auch die Möglichkeit sehr früh von einer neuen Behandlung zu profitieren. Es dauert nämlich durchschnittlich 12 Jahre bis eine neue Behandlung öffentlich verfügbar wird. Alle Behandlungen und Medikamente, die Patienten derzeit nutzen, wurden im Rahmen klinischer Studien erprobt, um sicherzugehen, dass diese sicher sind und wirken.

Damit sichergestellt wird, dass nur diejenigen Betroffenen an der Studie teilnehmen, die am wahrscheinlichsten davon profitieren, werden Sie von dem Studienarzt umfassend untersucht. Dieser Vorgang wird als Screening bezeichnet und findet, vor einer möglichen Studienteilnahme, in dem jeweiligen Studienzentrum statt. Dazu gehört auch ein Gespräch mit dem Studienarzt, welches Sie umfassend über die Studie aufklärt und Ihnen die Möglichkeit gibt, Fragen zu stellen. Je nach Studie sind zusätzliche Untersuchungen (z.B. Labor oder Ultraschall) notwendig, um zu bestimmen, ob Sie an der Studie teilnehmen können.

Es gibt verschiedene Gründe, an klinischen Studien teilzunehmen. Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung. Sie erhalten Zugang zu neuartigen Behandlungsmethoden, die sich möglicherweise besser für Ihre Erkrankung eignen, als bisherige Ansätze. Darüber hinaus könnten Sie von der intensiven und individuellen medizinischen Betreuung in den Studienzentren profitieren. Die Teilnahme an einer klinischen Studie eröffnet vielen Betroffenen eine neue Perspektive, ihre gesundheitliche Situation verbessern zu können.

Klinische Studien werden durchgeführt, weil noch nicht alle Einzelheiten über ein Medikament, medizinisches Gerät oder Verfahren bekannt sind. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie nicht von der Studienteilnahme profitieren. Alle potenziellen Risiken werden vor Studienbeginn mit Ihnen ausführlich im Studienzentrum besprochen. So können Sie für sich den möglichen Nutzen sorgfältig gegen eventuelle Risiken abwägen. Sie können bei den Gesprächen so viele Fragen stellen, bis Sie sich sicher für oder gegen eine Teilnahme entscheiden können.

Sie können Ihre Teilnahme an einer klinischen Studie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden.

Die bei der Studie gesammelten Informationen dürfen nur zu Forschungszwecken verwendet werden. Ihre Informationen werden in einer verschlüsselten Form gespeichert, die zu keiner Zeit einen Rückschluss auf Ihre Person erlaubt. Lediglich Ihr Studienarzt hat die Möglichkeit, die Informationen zu entschlüsseln. Falls die Studienergebnisse im Rahmen von Präsentationen oder Veröffentlichungen verwendet werden, werden Sie niemals namentlich erwähnt. Auch wird niemandem ohne Ihr schriftliches Einverständnis mitgeteilt, dass Sie an der Studie teilnehmen bzw. teilgenommen haben.

Die Ergebnisse von klinischen Studien beeinflussen die Behandlungsmethoden, mit denen Betroffene in der Gegenwart und der Zukunft behandelt werden. Daher ist es wichtig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, müssen Studien sorgfältig geplant werden. Dazu gehört, dass die Teilnehmer vor Beginn in verschiedene Gruppen eingeteilt werden und genau definiert wird, wie die Gruppen behandelt werden. Auf diese Weise können Behandlungsmethoden unter gleichen Bedingungen miteinander verglichen werden. So kann im Anschluss der Studie eine Aussage darüber gefällt werden, welche der eingesetzten Behandlungsmethoden für die untersuchte Fragestellung am besten geeignet ist. Unabhängig davon, welcher Gruppe die Teilnehmer angehören, werden Sie intensiv durch das Studienpersonal betreut.

Damit man sich auf Studienergebnisse verlassen kann, müssen Studien möglichst vor äußeren Einflussfaktoren geschützt werden, die zu einer Verfälschung der Ergebnisse führen könnten. Zu den Einflussfaktoren gehören zum Beispiel das Alter oder der Schweregrad einer Erkrankung. Eine wichtige Methode, um die Auswirkung solcher Einflussfaktoren zu minimieren, ist die Randomisierung. Darunter versteht man, dass die Zuteilung zu den verschiedenen Teilnehmergruppen zufällig erfolgt. Das heißt, dass weder die Teilnehmer noch der Arzt einen Einfluss darauf haben, welcher Gruppe ein Teilnehmer zugeordnet wird. Durch die zufällige Zuteilung wird dafür gesorgt, dass sich die Einflussfaktoren gleichermaßen auf die Gruppen auswirken. So wird zum Beispiel verhindert, dass einer Gruppe nur die weniger stark betroffenen zugeteilt werden. In diesem Fall wäre es nicht möglich, die beiden Gruppen zuverlässig miteinander zu vergleichen.

Quelle: Deutsches Register Klinischer Studien